Immer wieder werden die Länder am Horn von Afrika von Hungersnöten heimgesucht. Eine Familie wartet auf Nahrungsmittel.

LänderinformationEritrea

Ein Überblick

Eritrea liegt am Horn von Afrika. Die größten Volksgruppen des Landes sind die Tigrinya und die Tigre. Als Verkehrssprachen dienen Arabisch, Tigrinisch, Italienisch und Englisch. Eine offizielle Amtssprache gibt es nicht. Etwa die Hälfte der Einwohner sind Muslime, die andere Hälfte Christen.

Humanitäre Situation

Beim Index der menschlichen Entwicklung belegt Eritrea Rang 182 von 187. Etwa die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Mehr als 60 Prozent der Einwohner gelten als unterernährt. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist nicht zuletzt wegen der verbreiteten weiblichen Beschneidung eine der höchsten der Welt.

Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Arbeitskräftehandel sind in allen wirtschaftlichen Sektoren weit verbreitet. Zudem werden viele Eritreer für schwere körperliche Arbeit in Äthiopien, Djibouti und im Jemen eingesetzt und Frauen zwangsprostituiert. Trotz formal bestehender Schulpflicht geht ein Großteil der Kinder nicht zur Schule.

Grundrechte wie Rede- und Meinungsfreiheit, Versammlungs- und Religionsfreiheit sind nur sehr eingeschränkt vorhanden. Oppositionsparteien sind im Einparteienstaat Eritrea verboten. Nicht ohne Grund liegt Eritrea auf dem letzten Platz der Rangliste der Pressefreiheit: Seit 2001 sind alle privaten Medien verboten, staatliche Medien unterliegen einer Zensur. Seit 2010 dürfen keine ausländischen Korrespondenzen mehr ins Land reisen. Das Internet wird umfassend überwacht.

Politische Lage

Die Region am Horn von Afrika ist ein chronischer Krisenherd. Die Beziehung zwischen Äthiopien und Eritrea ist auch nach Ende des 30-jährigen Unabhängigkeitskrieg 1993 noch sehr angespannt. Einen Schlichtspruch der Ethiopia-Eritrea Boundary Commission EEBC erkennen beide Staaten nicht an. Fast 370.000 Menschen sind bereits aus dem Land geflohen. Seit 2008 kommt es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten mit Dschibuti.

Die Situation vor Ort

Fast 80 Prozent der Bevölkerung Eritreas sind in der Landwirtschaft tätig. Überweidung, Abholzung und Brandrodung in der Landwirtschaft begünstigen die Bodenerosion. Zudem vernichten Dürren, die fortschreitende Desertifikation und Heuschreckenplagen oft ganze Ernten. In der Folge kommt es immer wieder zu Hungersnöten, die Tausende zur Flucht zwingen.

Quellen: The World Factbook, AA, WHO

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