WasserWasser weltweit

Vom Weltraum aus betrachtet sieht die Erde aus wie eine kleine blaue Murmel. Unser Planet ist zu 70 Prozent von Wasser bedeckt. Man möchte meinen, das sei genug für die sieben Milliarden Menschen, die auf ihm leben. Doch von den Millionen Kubikkilometern Wasser auf der Erde sind nur 2,5 Prozent Süßwasser, und nur etwa ein Prozent davon ist für den Menschen überhaupt nutzbar. Wenn alles Wasser der Erde in eine Badewanne passen würde, wäre dies nur einem Schnapsglas voll. Und dieses wenige Wasser ist höchst ungleich verteilt.

Hierzulande ist Wasser eine Selbstverständlichkeit


Hierzulande kommt Wasser wie selbstverständlich aus dem Hahn. Zum Duschen, zum Geschirrspülen und zum Trinken natürlich – einmal aufdrehen genügt, und schon fließt das blaue Nass aus der Leitung. Ansonsten kann man Wasser natürlich auch im Supermarkt kaufen. Die einzige Beschwerlichkeit liegt dann darin, den Wasserkasten vom Laden in die Wohnung zu transportieren und die oft mit einem Flaschenpfand versehenen Flaschen später wieder zurück in den Laden zu bringen.

Hin und wieder kommt es auch in Europa zu Wasserknappheit. In Südhessen wurde im heißen Sommer 1992 ein Wassernotstand ausgerufen, weil sich das Grundwasser stark abgesenkt hatte. Doch hierzulande bedeutet dies lediglich, dass man Gärten und Rasenflächen nicht mehr bewässern darf. An akuten Trinkwassermangel ist bei weitem nicht zu denken.

Andernorts mangelt es an ausreichender Wasserversorgung

Während Wasser in Deutschland in großen Mengen vorhanden ist, ist extremer Wassermangel in vielen Regionen der Welt alltäglich. Ausbleibender Regen, niedrige Grundwasserpegel und fehlende Wasserspeicher im Boden führen in vielen Regionen der Erde zu großen Problemen. Wasser ist mittlerweile eine ebenso hart umkämpfte Ressource wie beispielsweise Öl und löst in einigen Gebieten Konflikte darüber aus, wem das wenige vorhandene Wasser zusteht. Zudem fehlt es an ausgebauten Brunnen und Wasserleitungen, Wasserspeichern und Trinkwasseraufbereitungsanlagen und somit an einem sicheren Zugang zu dem kostbaren Gut.

748 Millionen Menschen weltweit ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser

Laut den Vereinten Nationen hatten im Jahr 2012 insgesamt 748 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa jedem neunten Menschen auf der Welt bleibt also sauberes Wasser – und damit eines der grundlegenden Menschenrechte – verwehrt. Besonders ländliche Gebiete liegen hinsichtlich der Wasserversorgung weltweit weit hinter den Städten zurück. Während im Jahr 2012 fast 134 Millionen Menschen in städtischen Gebieten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten, waren es mehr 613 Millionen Menschen auf dem Land. Die Sanitärversorgung sieht ähnlich prekär aus: Im Jahr 2012 hatten rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu Sanitäranlagen.

Zugang zu sauberem Trinkwasser bleibt ein Problem


In den letzten Jahren ist der Anteil der Weltbevölkerung, die Zugang zu Wasser hat, von 77 Prozent im Jahr 1990 auf 89 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Doch trotz kontinuierlicher Verbesserung bleiben Wassermangel und verunreinigtes Wasser vor allem in Afrika südlich der Sahara ein großes Problem; zwei von fünf Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser leben in dieser Region. Denn ein sicherer Zugang zu Wasser bedeutet keinesfalls, dass das Wasser keimfrei und somit gesund ist. In der Demokratischen Republik Kongo, in Mosambik und Papua Neuguinea hatten im Jahr 2012 laut Weltgesundheitsorganisation weniger als fünfzig Prozent der Bevölkerung Zugang zu verbesserten und sauberen Trinkwasserquellen.

Was es bedeutet, Wasser aus offenen Brunnen oder Wasserlöchern, die zum Teil verunreinigt sind, zu schöpfen, kann man sich hierzulande nur schwer vorstellen. Keime im Trinkwasser, die Krankheiten wie Durchfall und Cholera auslösen, kosten jährlich fast 842.000 Menschen das Leben. Dass Mädchen und Frauen, die traditionell mit dem Wasserholen beauftragt sind, oft mehrmals täglich für ein paar Liter Wasser viele Kilometer weit laufen müssen - und deshalb nicht zur Schule gehen können -, ist von unserer Lebens- und Wasserrealität weit entfernt. Auch bedroht das Wasserholen die Sicherheit und Gesundheit von Mädchen und Frauen, denn nicht selten werden sie auf dem Weg zur Wasserquelle auf unwegsamem Gelände überfallen und vergewaltigt.

Hierzulande ist den Menschen die Kostbarkeit von Wasser, das mittlerweile auch als „blaues Gold“ bezeichnet wird, oft nicht bewusst. Aus der vermeintlichen Selbstverständlichkeit, Wasser zur Verfügung zu haben, resultiert bisweilen eine unbedachte Achtlosigkeit der kostbaren Ressource gegenüber. Während des Zähneputzens läuft dann vielleicht das Wasser weiter in den Abfluss, denn die Bedeutung des kostbaren Guts, das da aus der Leitung kommt, ist nicht jedem bewusst.

Quellen: WHO/ Unicef: Progress on drinking water and Sanitation 2014, United Nations: The Millenium Development Goals Report 2014, Water.org: Millions lack safe water.

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