Ägypten ist vielen nur als Touristenhochburg bekannt. Doch auch hier gibt es Schattenseiten: In den Slums rund um die Hauptstadt greifen Hunger und Armut um sich.

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Ägypten – ein Überblick

Ägypten ist ein Staat an der Nordostküste Afrikas. Mit über einer Millionen Quadratkilometern Fläche ist er fast dreimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die Einwohner sind fast alle Nachfahren der alten Ägypter, die mit der Zeit arabisiert wurden. Landessprache ist Arabisch, dem Islam gehören mehr als 90 Prozent der Bevölkerung an.

Humanitäre Situation

Im Index der menschlichen Entwicklung liegt Ägypten auf Platz 108 von 187. Die Arbeitslosigkeit ist besonders unter Jugendlichen hoch. Manche streng muslimischen Bewegungen fordern immer wieder, Kleidervorschriften und Geschlechtertrennung einzuführen, Alkohol und Badebekleidung zu verbieten sowie eine Moralpolizei zu etablieren.

Viele Frauen werden beschnitten und gegenüber Männern diskriminiert. Häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung durch Angehörige sind Alltag für viele Frauen und Mädchen. Während des arabischen Frühlings kam es vermehrt zu sexuellen Übergriffen durch Sicherheitskräfte.

Immer wieder werden Journalisten eingeschüchtert, bedroht, geschlagen oder verhaftet oder ihre Kameras beschlagnahmt. Es kam mehrfach zu willkürlichen Verhaftungen und Folter - nicht nur gegen politische Aktivisten, sondern auch gegen streikende Arbeiter und Teilnehmer von Demonstrationen.

Ägypten ist ein Umschlagsplatz für Geld, Drogen und Waffen. Frauen und Mädchen werden teils als Sommerbeziehungen an reiche Männer aus den Golfstaaten verkauft, viele andere zur Prostitution gezwungen. Auch Zwangsarbeit auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in Haushalten im In- und Ausland ist ein gravierendes Problem.

Politische Lage

Unklare Grenzziehungen belasten das Verhältnis zum Sudan und zu Saudi-Arabien. Die Kontrolle der Grenzen zur Sinai-Halbinsel und dem Gazastreifen führt immer wieder zu Problemen. In Ägypten leben derzeit fast 260.000 Flüchtlinge, die meisten aus dem Gaza-Streifen, dem Sudan und Syrien. Medien berichteten immer wieder, dass afrikanische Flüchtlinge, die über Ägypten auswandern wollen, von ägyptischen Sicherheitskräften erschossen oder Opfer von Organhändlern werden.

Die Situation vor Ort

Das Bevölkerungswachstum ist hoch. Versuche, Siedlungsgebiete in die Wüste zu verlegen und diese nutzbar zu machen, erweisen sich aufgrund der häufigen Dürren und Sandstürme als schwierig. Den Landminen in den Wüstengebieten aus dem Zweiten Weltkrieg fallen noch heute viele Menschen zum Opfer.

Die Übernutzung und Versalzung der Böden sowie die zunehmende Wasserknappheit durch mangelndes Wassermanagement führen zu Desertifikation. In den Gebieten am Nil hingegen kommt es immer wieder zu schweren Überschwemmungen, Sturzfluten und somit Bodenerosion.

Die Wasserverschmutzung durch die übermäßige Anwendung von Düngemitteln und fehlendes Hygienebewusstsein führen zur Verbreitung von Krankheiten wie Durchfall, von denen besonders Kinder betroffen sind. Die Meeresverschmutzung bedroht die wichtigsten Wirtschaftszweige Ägyptens, den Tourismus sowie die Fischerei.

Quellen: UNHCR, The World Factbook, AA

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