Eine Frau im Kongo mit ihren kleinen Kindern

Hunger in AfrikaKongo: "Ein humanitärer Tsunami muss gestoppt werden"

12-04-2018

von CARE

Die Hilfsorganisation CARE fordert anlässlich der am 13. April in Genf stattfindenden Geberkonferenz deutlich mehr finanzielle Unterstützung für die Bewältigung der humanitären Krise in der Demokratischen Republik Kongo.

Um das Überleben der Menschen im Kongo in 2018 zu sichern, werden laut den Vereinten Nationen rund 1,4 Milliarden Euro Hilfsgelder benötigt - viermal so viel, wie im vergangenen Jahr für die Nothilfe im Kongo zur Verfügung stand.

CARE-Helfer: "Die Lage ist mehr als dramatisch"

"Die Krise im Kongo wird als humanitärer Tsunami bezeichnet, der unter dem Radar der Weltöffentlichkeit wütet. Es wird wenig darüber berichtet, dass sich die Lage weiterhin verschlechtert und der blutige Konflikt jeden Tag Menschenleben fordert", berichtet CARE-Nothilfeteamleiterin Malgorzata Markert, die aktuell die CARE-Hilfe für kongolesische Flüchtlinge in Uganda unterstützt.

"Die Lage ist mehr als dramatisch. Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr 13 Millionen Menschen im Kongo humanitäre Hilfe benötigen werden. Das ist im Durchschnitt etwa jeder sechste Einwohner."

Über zwei Millionen Kinder im Kongo sind akut mangelernährt

Nach Angaben der Vereinten Nationen hungern im Land mehr als 7,5 Millionen Menschen – 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sind über zwei Millionen Kinder von akuter Mangelernährung betroffen.

Die Eskalation des Konflikts zwang im Vorjahr hunderttausende Menschen zur Flucht, darunter viele Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt und andere Gräueltaten erlebten. Rund 740.000 Kongolesen sind in die Nachbarländer Angola, Burundi, Ruanda, Uganda und Sambia geflüchtet.

Mehr Hilfe für Menschen vor Ort ist dringend notwendig

"Die humanitäre Situation im Kongo ist sehr komplex", berichtet Markert von unserer Bündnisorganisation CARE. "Aus finanziellen Gründen ist es uns derzeit nicht möglich, alle Menschen mit Nothilfe zu erreichen. Wir brauchen dringend Unterstützung, sonst können wir nicht garantieren, dass alle überleben. Zusätzlich appellieren wir an alle Konfliktparteien und die internationale Gemeinschaft, sich stärker für die Beendigung des Konfliktes zu engagieren."


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