Im Südsudan steht ein Kind und leidet Hunger.
© Aktion Deutschland Hilft/Max Kupfer

Hunger in AfrikaHumanitäre Katastrophe im Südsudan

05-04-2017

Im jüngsten Land der Welt sterben Menschen an Unterernährung

2011 feierte der Südsudan voller Hoffnung seine lang umkämpfte Unabhängigkeit. Doch der Friede war von kurzer Dauer. Bereits im Dezember 2013 kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Regierung, unter denen die Bevölkerung bis heute leidet. Im Februar riefen die Vereinten Nationen für Teile des Landes eine Hungersnot aus.

2,5 Millionen Südsudanesen sind seit 2013 auf der Flucht, knapp die Hälfte der Bevölkerung hat nicht genügend zu essen. In einigen Regionen ist die ohnehin völlig unzureichende Gesundheitsversorgung komplett zusammengebrochen.

5,5 Millionen Menschen benötigen Lebensmittelrationen

Der Bürgerkrieg lässt die Inflationsrate explodieren: Im vergangenen Jahr lag diese bei 800 Prozent. Menschen können sich kein Essen mehr leisten. Jeder zweite Südsudanese und damit rund 5,5 Millionen Menschen benötigen dringend Lebensmittelrationen. 275.000 Kinder sind in einer lebensbedrohlichen Situation.

In der Hauptstadt Juba verpflegt Malteser International an jedem Schultag 2.000 Jungen und Mädchen mit einer warmen Mahlzeit. Weitere 3.000 Kinder in der Stadt Wau sollen in Kürze Schulmahlzeiten bekommen.

Die Organisation hilft der Lokalbevölkerung bereits beim Anbau von Gemüse und Getreide, da Kampfhandlungen im Land die Grundvoraussetzungen für die Landwirtschaft erschweren und damit die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe treiben. Um sicherzustellen, dass Binnenvertriebene in Wau sicheren Zugang zu Trinkwasser haben, hat Malteser International 18 Bohrlöcher angelegt, um die Flüchtlingscamps in der Gegend zu versorgen, in denen rund 45.000 Menschen leben.

Als wäre der Hunger nicht schon schlimm genug, sind die ersten Todesfälle durch Cholera aufgetreten. Die geschwächten Körper haben keinerlei Abwehrkräfte gegen die gefährliche Infektion.

Es droht eine doppelte Krise durch Hunger und Krankheit

Derzeit sind 33 bestätigte Todesfälle durch Cholera alleine im Vertriebenenlager Mingkaman nördlich der Hauptstadt Juba verzeichnet worden – Tendenz steigend. „Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist die einzige Organisation in Mingkaman, die sich um die Wasser- und Sanitärversorgung von 122.000 Menschen und damit auch um die Eindämmung der Cholera kümmert. Hier muss umgehend die Hilfeleistung aufgestockt werden“, so Fabian Nolde, Help-Projektreferent für Südsudan. Auch aus anderen Regionen entlang des Nils werden Cholera-Erkrankungen und viele Todesfälle gemeldet.

action medeor organisierte eine große Lieferung für das Mary Help Hospital in Wau: Zwei Tonnen Medikamente und medizinisches Equipment, um den geschwächten und kranken Menschen zu helfen. Bestehende Flüchtlingslager im Südsudan sind bereits überfüllt und tausende Menschen kommen täglich hinzu. Viele Menschen fliehen ins Nachbarland Uganda. „In Uganda leben inzwischen über 700.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan in Camps, überwiegend in der Region West Nile und entlang der Grenze zum Südsudan“, so Stefan Marx von action medeor, „auch hier versuchen wir, kurzfristig auf die katastrophale Lage zu reagieren.“

Infografik: Hunger in Afrika - Stand: Mai 2017

Infografik Hunger in Afrika  
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