Hilfe für FlüchtlingeKenia: Hilfe für Kinder im Flüchtlingscamp Kakuma

17-09-2020

von Aktion Deutschland Hilft/Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners

Wer hört, der fühlt auch. Die emotionale Wirkung auf Klänge und unser Gehörsinn, mit dem wir die Laute der Welt in uns aufnehmen, gehen nahtlos ineinander über. Musik kann zu Tränen rühren, die sanfte Stimme der Mutter beruhigen. Doch es geht auch anders: Schreie können verängstigen, Gewehrschüsse verstören.

Flüchtlingscamp Kakuma: Leben im "Nirgendwo"

Das Kakuma-Flüchtlingscamp im Nordwesten Kenias zählt zu den größten Flüchtlingslagern der Welt. Seit es vor über 25 Jahren seine Tore für Flüchtlinge des südsudanesischen Bürgerkriegs öffnete, trieben wiederkehrende Dürrekatastrophen, aber vor allem Stammeskämpfe und militärische Konflikte in Ostafrika immer mehr Menschen aus den Nachbarländern in das Camp.

Das Wort Kakuma bedeutet auf Kisuaheli so viel wie "Nirgendwo". Heute leben hier mehr als 180.000 Geflüchtete, ein großer Teil von ihnen Kinder.  Doch dieses "Nirgendwo" hört sich für sie anders an, als die Heimat, aus der sie flohen.

Armut, Hunger, Flucht: Traumatische Erlebnisse für Kinder

Seit über zehn Jahren führt die Mitgliedsorganisation Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners notfallpädagogische Hilfsprojekte in Kakuma durch, um Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erlebnisse zu helfen. Ausgezehrt und erschöpft stranden viele von ihnen ohne ihre Eltern oder einen Erwachsenen im Camp.

Armut, Hunger und Flucht allein sind schon traumatisierend genug. Doch das, was die jungen Menschen hören und sehen mussten, überschreitet weit die Grenze ihrer psychischen Belastbarkeit. Sie leiden an komplexen Traumata, ausgelöst durch das Erleben von Unkontrollierbarkeit der Umstände, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Erfahrungen von Gewalt.

Sichere Orte für geflüchtete Kinder schaffen

Um diese Traumata überhaupt bewältigen zu können, stellen die Helferinnen und Helfer des Notfallpädagogik-Teams den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Ort zur Verfügung – einen sogenannten Child-Friendly-Space. Hier werden gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern spielerisch, kindgerechte Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit Verlust, Trauer und Verunsicherung erarbeitet.


Durch Bewegungsspiele, Singen, Malen oder rhythmische Tänze, können belastende Erfahrungen auf einer anderen Ebene verarbeitet und zum Ausdruck gebracht werden. Ein geregelter Tagesablauf mit Ruhe- und Aktionsphasen aktiviert die Selbstheilungskräfte der Kinder. Traumafolgestörungen können durch diese Unterstützung abgemildert oder vollständig verhindert werden.

Hilfsprojekt in Kenia: Schutz für Geflüchtete

Seit Beginn der pädagogischen Arbeit wurden einige solcher Kinderschutzzentren in Kakuma realisiert. Neben dem Ausbau der notfall- und traumapädagogischen Arbeit wurde der Fokus insbesondere auch auf die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern gerichtet.


Das Waldorf-Kakuma-Projekt konnte kürzlich sogar vollständig in die Hände lokaler Teammitglieder übergeben werden und ist inzwischen von ursprünglich zwölf auf fast 80 Mitarbeitende herangewachsen.

Viele von ihnen sind selbst nach Kenia geflohen und leben dort teilweise bereits seit vielen Jahren im Flüchtlingslager. Das Nirgendwo wandelte sich für viele der jungen Menschen zu einem Ort vertrauter Klänge.

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