Hilfe hat ein GesichtWas humanitäre Helfer weltweit berichten

von Aktion Deutschland Hilft

Erdbeben und Tsunamis, Kriege und Hungersnöte: Weltweit sind Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Bedarf weiter steigen – und mit ihm die Bedeutung humanitärer Helfer und Helferinnen. Ihnen ist der 19. August, der Welttag der Humanitären Hilfe, gewidmet.

Hintergrund: Warum gibt es den Welttag der Humanitären Hilfe?
Interaktive Grafik: Das sind die gefährlichsten Länder für Helfer

Was humanitäre Helfer weltweit berichten

Amelia aus Mosambik: "Ich will den Kindern helfen, so gut ich kann."
Mohamed aus Syrien: Wichtige Aufklärung in Zeiten von Corona
Grace Mumaria aus Kenia: "Ich möchte helfen, so wie mir geholfen wurde!" 

Hintergrund: Warum gibt es den Welttag der Humanitären Hilfe?

Am 19. August 2003 kamen 22 Mitarbeiter der Vereinten Nationen bei einem tödlichen Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad ums Leben. Daran wollen die Vereinten Nationen jährlich erinnern und das internationale humanitäre Engagement von Frauen und Männern würdigen.

Der Gedenktag gilt zugleich den Menschen, die auf Nothilfe und Schutz angewiesen sind. Im Jahr 2019 waren das den Vereinten Nationen zufolge weltweit fast 169 Millionen Frauen, Männer und Kinder.

#NotATarget und #WomenHumanitarians

Um insbesondere die Bedeutung der Arbeit von Frauen in Krisen- und Katastrophengebieten zu würdigen, riefen die Vereinten Nationen zum Welttag der Humanitären Hilfe 2019 die Kampagne #WomenHumanitarians ins Leben.

Bei ihrem Einsatz für andere werden Helfer immer wieder Opfer von Gewalt. Im Jahr 2018 lautete das Motto der UN #NotATarget. Es steht dafür, dass Gewalt gegen humanitäre Helfer sowie gegen Menschen in Not auf Schärfste verurteilt werden.

Interaktive Grafik: Die gefährlichsten Länder für humanitäre Helfer

Dem Aid Worker Security Report zufolge wurden 2018 mehr als 400 Männer und Frauen bei humanitären Hilfseinsätzen getötet, verletzt oder entführt.


Die Sicherheit von Mitarbeitenden ist für unsere Bündnisorganisationen sehr wichtig: Mit Sicherheitstrainings und Schulungen bereiten sie Männer und Frauen auf ihren Einsatz in Krisengebieten vor.

Die Bedeutung einheimischer Helferinnen und Helfer

Das Wissen lokaler Partner ist entscheidend, um Menschen schnell und wirkungsvoll helfen zu können. Einheimische kennen die örtlichen Gegebenheiten und wissen, was Familien in Not am dringendsten benötigen. Manchmal, weil sie selbst schon in einer ähnlichen Lage waren.

Was bewegt diese Frauen und Männer? Wie sieht ihr Alltag aus und warum setzen sie sich trotz der Gefahren mit ganzem Herzen für andere Menschen ein? Ihre Geschichten erzählen sie hier auch im Audio-Beitrag.

Amelia aus Mosambik: "Ich will den Kindern helfen, so gut ich kann."


Die Kinder spielen, tanzen und malen. Wer ihnen zusieht, ahnt nicht, dass viele von ihnen schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. "Durch Zyklon Idai haben manche ihre Eltern verloren, andere haben kein Zuhause mehr", sagt Amelia Baloj. Die 32-Jährige ist mittendrin. Als Mitarbeiterin unserer Bündnisorganisation World Vision betreut sie Kinder und Familien in einem Child-Friendly-Space. Dieser "kinderfreundliche Ort" liegt in einem Auffanglager, das die Regierung nach der Naturkatastrophe im Frühling 2019 errichtete.

"Kinder, die ein Trauma erleben mussten, ziehen sich oft zurück", sagt Amelia. Mit ihrem Team hält sie nach solchen Kindern Ausschau, begleitet die Familien und bringt die Mädchen und Jungen mit Gleichaltrigen zusammen. Amelia liebt ihre Arbeit und sagt: "Ich will den Kindern so gut ich kann helfen."

Wichtig ist Amelia bei ihrer Arbeit, den Kindern Routine und Normalität zu geben und sie über ihre Rechte aufzuklären. Im Child Friendly Space lernen die Mädchen und Jungen, was sie tun können, wenn ihnen Gewalt widerfährt, oder dass es in Mosambik nicht erlaubt ist, minderjährige Mädchen zu verheiraten.

Mohamed aus Syrien: Wichtige Aufklärung in Zeiten von Corona


Der Bürgerkrieg in Syrien hat Mohamed und seiner Familie das Leben genommen, das sie einmal kannten. Die Erlebnisse im umkämpften Idlib und auf der Flucht sind für den 50-Jährigen schwer in Worte zu fassen. Nun versucht er, in einem Dorf im Norden des Landes von vorne zu beginnen. Das ist schwer: Der Krieg geht weiter, der Hunger wächst. Überall in Syrien gibt es Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Und nun verschlimmert die Corona-Pandemie die Lage der Menschen.

Mohamed ist froh, sich als erfahrener Krankenpfleger nützlich machen zu können. Er unterstützt ein Gesundheitszentrum, das von Partnern unserer Bündnisorganisation Malteser International betrieben wird.

Zu Mohameds Aufgaben gehört, andere Geflüchtete über das Virus und die wichtigen Hygienemaßnahmen aufzuklären. Einige Menschen haben erst durch ihn von COVID-19 erfahren. "Das Bewusstsein für dieses Virus ist genauso wichtig wie die Behandlung der Krankheit. Wenn nur ein Mensch sich ansteckt, kann die Situation in Lagern sehr gefährlich werden", sagt Mohamed.

Grace Mumaria aus Kenia: "Ich möchte helfen, so wie mir geholfen wurde!"


Grace Mumaria nimmt das Bein des kleinen Mohamed Ibrahim vorsichtig in die Hände. Dank der Behandlung und der Orthesen ist die Fehlstellung seiner Beine schon fast ausgeglichen. "Es ist wichtig, den Müttern die Handgriffe zu zeigen, damit diese zu Hause selbst üben können", erklärt sie.

Seit 2014 lebt die junge Frau in Kenia, zuvor musste sie aus dem Südsudan fliehen. Die Sprache lernte sie schnell und machte einen Schulabschluss. Dann bewarb sich Grace bei unserer Bündnisorganisation Handicap International (HI), um den Beruf der Physiotherapeutin zu erlernen. Heute ist sie eine von 80 Mitarbeitenden im Flüchtlingscamp.

Grace ist stolz darauf, dass sie Geld verdient und ihre Familie unterstützen kann. Und sie ist mit Herzblut dabei: "Ich möchte den Kindern hier helfen, möchte der ganzen Gesellschaft helfen. Schließlich wurde mir auch geholfen", sagt sie überzeugt. Nie wieder wolle sie etwas anderes machen, betont sie.


Bildergalerie: Helfen mit Herz – Frauen & Männer weltweit berichten


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