von Aktion Deutschland Hilft
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Die Rechte und Gleichberechtigung von Frauen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt – und es geht darum, Gewalt gegen Frauen anzuprangern. Darauf machen Frauen an diesem Tag weltweit aufmerksam.
Weltfrauentag: Ein Feiertag für alle Frauen
In vielen Teilen der Welt leiden Frauen unter physischer, emotionaler und sexueller Gewalt. Misshandlungen und Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen und Zwangsheirat, Zwangsprostitution und Frauenhandel müssen viele von ihnen schon als kleine Mädchen und bis ins hohe Alter erleiden. Dabei verpflichtet das Völkerrecht alle Regierungen, Gewalt gegen Frauen zu verhindern und Straftaten ihnen gegenüber zu ahnden.
Rund 8,16 Milliarden Menschen gab es laut UN-Angaben 2024 auf der Welt. 4,06 Milliarden davon sind Frauen.
Weltweit werden mehr Jungen als Mädchen geboren – auf 100 geborene Mädchen kommen fast 106 Jungen. Dennoch leben Frauen fast überall auf der Welt länger als Männer. Das liegt an verschiedenen Faktoren: Zum einen sind Jungs im frühen Kindesalter von einer höheren Mortalität durch Infektionskrankheiten betroffen. Zum anderen handeln Männer mit einer höheren Wahrscheinlichkeit risikofreudiger als Frauen, haben ein schwächeres Immunsystem und ein höheres Risiko, auch in jüngerem Alter an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.
Der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gehen konnten, war Neuseeland – bereits im Jahr 1893. In Europa führte 1906 Finnland als erstes Land das uneingeschränkte Wahlrecht für Frauen ein.
Schlusslichter in Europa waren die Schweiz (1971) und Liechtenstein (1984). Global gesehen ist Saudi-Arabien in puncto Frauenwahlrecht auf den hinteren Plätzen: Erst 2015 wurden dort erstmals Frauen zu den Kommunalwahlen zugelassen.
In Deutschland dürfen Frauen seit 1918 wählen.
Wichtig: Nur weil es inzwischen fast überall auf der Welt ein Frauenwahlrecht gibt, heißt das mitnichten gleichberechtigte Teilhabe. Herausforderungen zwischen Religion, Staat und Zivilgesellschaft bilden ein Spannungsfeld, das oftmals ein Hindernis für die vollumfängliche Umsetzung der Frauenwahlrechte darstellt.
Nicht selten sind Frauen und Mädchen die ersten in der Familie, die auf Nahrungsmittel verzichten, wenn sie knapp werden. Auch in der Produktion von Nahrung werden Frauen benachteiligt. Obwohl die Landwirtschaft auf ihre Fürsorge und unbezahlte Arbeit angewiesen ist, befindet sich ein großer Teil des Landesbesitzes, und damit auch die Entscheidungsbefugnis, in Männerhand.
Das heißt auch, dass viel Wissen ungenutzt bleibt, denn Schätzungen zeigen: Hätten Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Produktionsmitteln, könnten die Erträge der landwirtschaftlichen Betriebe um 20 bis 30 Prozent wachsen.
Rund 380 Millionen Frauen und Mädchen weltweit, das sind etwa 9–10 % der weiblichen Weltbevölkerung, leben in extremer Armut. Das bedeutet, sie verfügen über weniger als 2,15 USD pro Tag.
Frauen sind dabei häufiger von extremer Armut betroffen als Männer, besonders in Ländern mit Konflikten, Naturkatastrophen oder schwachen sozialen Sicherungssystemen.
Neben der Einkommensarmut sind jedoch viele weitere Faktoren entscheidend: fehlender Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, fairer Beschäftigung und sozialer Absicherung sowie die ungleiche Verteilung unbezahlter Care-Arbeit erhöhen das Armutsrisiko für Frauen zusätzlich.
Auch in Deutschland sind wir in puncto Beschäftigung und Job längst nicht am Ziel: 2025 verdienten Frauen 16% weniger als Männer. Hinzu kommt: Frauen leisten 43,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit als Männer (Gender Care Gap), arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Berufen und in Teilzeit. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, in älteren Jahren von Armut betroffen zu sein.
Laut UN wurden 2024 weltweit 83.000 Frauen und Mädchen vorsätzlich getötet. Davon 50.000 (60%) durch intime Partner oder Familienangehörige – Femizide im engeren Sinne. Diese Zahl entspricht einer getöteten Frau bzw. eines getöteten Mädchens alle zehn Minuten.
Zudem sind Frauen und Männer nicht überall gleichberechtigt. In manchen Ländern werden Mädchen vor der Geburt abgetrieben oder als Neugeborene getötet. Im Grundschulalter geht die Ungleichheit weiter, wenn ein Mädchen nicht die Schule besuchen kann. Als Jugendliche oder Erwachsene dürfen viele Frauen keinen Beruf erlernen. Finden sie Arbeit, werden viele gar nicht oder schlechter bezahlt als männliche Kollegen.
Geschlechtergerechtigkeit: Fortschritte und Herausforderungen
Mehr Mädchen denn je besuchen heute eine Schule und legen den Grundstein für ein selbstständiges Leben. Zudem werden immer mehr Frauen für ihre Arbeit bezahlt oder arbeiten in leitenden Positionen. In mehr Gesetzen ist die Geschlechtergerechtigkeit verankert, Genitalverstümmelungen und Kinderehen sind in vielen Staaten inzwischen verboten.
Dennoch bleiben große Herausforderungen: Noch immer fehlen in vielen Ländern gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung, Arbeit und Ressourcen. Fast jede fünfte junge Frau wurde vor dem 18. Geburtstag verheiratet, und über 230 Millionen Mädchen und Frauen leben mit den Folgen von Genitalverstümmelung.
Bildergalerie: So setzt sich unser Bündnis für Frauen ein
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SGDs: Keine Diskriminierung von Frauen bis 2030
Die Vereinten Nationen, Staaten, Aktivist:innen und Hilfsorganisationen setzen sich weltweit dafür ein, die Rechte von Frauen zu stärken und die Gewalt gegen Frauen zu beseitigen. Auch in den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; SDGs) haben Frauenrechte einen Platz: Ziel Nummer 5 strebt die Gleichheit der Geschlechter an. Alle Formen der Diskriminierung sollen beendet und alle Formen von Gewalt im öffentlichen und im privaten Bereich beseitigt werden.
Unser Engagement für Frauen in Not
Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft unterstützen und engagieren sich für Frauen, die in Not geraten sind.
- Wir unterstützen Frauen und Kinder mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und medizinischer Hilfe
- Wir stehen vertriebenen Frauen auf allen Stationen der Flucht bei
- Wir schaffen sichere Orte für Frauen und Kinder in Flüchtlingscamps
- Wir leisten Frauen vor, während und nach der Geburt ihrer Kinder medizinische Hilfe
- Wir bilden Hebammen aus, um die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken
- Wir ermöglichen Mädchen eine Schulausbildung – damit sie sich für ihre selbstbestimmte Zukunft wappnen können
- Wir unterstützen Frauen dabei, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ein selbstständiges Leben zu führen
- Wir stehen Frauen bei, die Opfer physischer, sexueller und psychischer Gewalt geworden sind
- Wir klären Frauen und Mädchen über ihre Rechte auf
Bildergalerie: Zur Situation von Frauen weltweit
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Hintergrund: Die Geschichte des Internationalen Frauentages
Erstmals wurde der Weltfrauentag 1909 in den USA gefeiert, damals noch ein nationaler Feiertag. 1911 erreichte er dann unter anderem Deutschland. Weltweit haben sich seitdem zahlreiche Länder angeschlossen, sodass der 8. März zum Internationalen Weltfrauentag wurde. In vielen Regionen der Welt ist der 8. März sogar ein gesetzlicher Feiertag, etwa in Uganda, Vietnam, Nepal, Russland oder Georgien. In China haben Frauen am 8. März nachmittags frei. Seit 2019 ist der Weltfrauentag auch in Berlin ein Feiertag, in Mecklenburg-Vorpommern seit 2023.
1977 erklärten die Vereinten Nationen den 8. März offiziell zum "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden". Sie erinnern damit an den historischen Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
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