Frauen im FokusZur Situation von Frauen und Mädchen weltweit

„Was ist es denn?“ ist oft die erste Frage, die nach der Geburt gestellt wird. Ob Mädchen oder Junge, das wird das Leben des Neugeborenen in entscheidendem Maße mitbestimmen. Je nach Geschlecht hält die Zukunft unterschiedliche Chancen und Perspektiven für das Kind bereit. Mädchen haben dabei in weiten Teilen der Welt einen schlechteren Stand als Jungen.

Mädchen haben schlechtere Bildungschancen

Mädchen haben es in vielerlei Hinsicht schwerer als Jungen. In vielen Entwicklungsländern werden Töchter schlechter ernährt und medizinisch versorgt als ihre Brüder. Auch ob ein Kind Lesen und Schreiben lernen wird, entscheidet vielerorts das Geschlecht. Weltweit können mehr Jungen als Mädchen eine Schule besuchen. Zwei Drittel der Analphabeten sind Mädchen und Frauen.

Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau

Der gleichberechtigte Zugang zu Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die Stärkung der Rolle der Frau. Denn nur durch Bildung können Frauen einen Arbeitsplatz außerhalb des eigenen Haushalts finden, ein eigenes Einkommen erwirtschaften und infolgedessen ihre gesellschaftliche Stellung verbessern. Noch immer ist die Armut in der Welt zu zwei Dritteln weiblich. Um das zu ändern, muss etwas gegen die anhaltende Diskriminierung beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Beschäftigung getan werden. Leider tragen Traditionen, Kultur und Überzeugungen erheblich dazu bei, die Benachteiligung aufrechtzuerhalten.

Keine Gleichberechtigung in Politik, Arbeitsleben und Wirtschaft

Auch die politische Macht bleibt weiterhin in Männerhand. Frauen haben in der Politik wenig bis nichts zu sagen, in den meisten Parlamenten der Welt sind sie stark unterrepräsentiert, und nur eine verschwindend geringe Anzahl an Frauen hat eine politische Macht- und Entscheidungspositionen inne. Auch in wirtschaftlichen Führungspositionen finden sich weit mehr Männer als Frauen. Kurzum: Von einer Gleichberechtigung von Frau und Mann in Arbeitsleben, Politik und Wirtschaft kann bei weitem keine Rede sein.

Die Stärkung der Frauen treibt die Entwicklung voran

Dabei sind es oft gerade die Frauen, die das Leben am Laufen halten: Kochen, das Feld bestellen, die Kinder erziehen – in ländlichen Gebieten vieler Entwicklungsländer, wo meist noch traditionelle Rollenbilder bestehen, müssen Frauen oft unter schwierigen Bedingungen die ganze Familie versorgen. Mütter geben wertvolles Wissen an ihre Kinder weiter und tragen so einen wichtigen Teil zur Entwicklung bei.

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei weiblichen Embryonen höher

Jede Sekunde kommen weltweit vier Kinder zur Welt (CIA World Factbook 2014). Man möchte meinen, dass die Chancen fifty-fifty stehen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Die tatsächlichen Zahlen liefern jedoch ein anderes Bild: Auf 100 neugeborene Mädchen kommen im weltweiten Durchschnitt 107 Jungen. Vor allem in Indien und China wünschen sich viele Familien eher männliche Nachkommen, für die bei einer Heirat keine Mitgift bezahlt werden muss. Wie viele Mädchen vor der Geburt abgetrieben werden, lässt sich nicht beziffern. Bekannt ist, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei weiblichen Embryonen höher ist. Schlecht durchgeführte Abtreibungen bedeuten noch dazu ein hohes Gesundheitsrisiko für die Frauen, von denen viele den Eingriff ohne fachmännische medizinische Betreuung nicht überleben.

Oftmals keine medizinische Betreuung bei Geburten

Kinderkriegen ist in vielen Entwicklungsländern nicht immer eine Frage des Wollens. Familienplanung ist wenig verbreitet, es mangelt vielerorts an Aufklärung und Verhütungsmitteln. So werden Frauen ungewollt schwanger und sind oft einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine fachkundige Betreuung bei der Geburt sind leider kein Regelfall. Vor allem frühe Mutterschaft ist mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind verbunden.

Müttersterblichkeitsrate

Komplikationen in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt zählen in Entwicklungsländern zu den häufigsten Todesursachen von Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter. Durch eine qualifizierte medizinische Betreuung könnte das vermieden werden. Denn viele Frauen sterben an vermeidbaren Ursachen wie schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck, stark verzögerten Geburtsverläufen, schweren Blutungen und Infektionen. Wenn es der Mutter gut geht, hat auch das Kind einen besseren Start ins Leben. Die nächsten Generationen von Mädchen sollen bessere Chancen haben.

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