AfrikaDR Kongo: Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft leisten unermüdlich Hilfe

15-04-2014

DR Kongo: Nur wenige profitieren von den Schätzen des Landes

Das einstige Zaire verfügt über einen enormen Reichtum an Rohstoffen und Bodenschätzen: Kupfer, Gold, Diamanten, Uran, Zinn, Kobalt, Edelhölzer und Erdöl. Profitiert hat hiervon stets nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Die Demokratische Republik Kongo erstreckt sich über eine Fläche von 2.344.858 km² und ist somit der zweitgrößte Staat in Afrika. Im Süden grenzt das Land an Angola und Sambia, im Osten an Uganda, Ruanda, Burundi und Tansania und im Norden an die Zentralafrikanische Republik und den Südsudan. Im Westen besteht eine gemeinsame Grenze mit der Republik Kongo. Über 75 Millionen Menschen leben in der DR Kongo. Es gibt weit mehr als 200 Volksgruppen, von denen sich der Großteil den Bantu zuordnen lässt.

Amtssprache ist Französisch, weitere Hauptsprachen sind Lingala, Kisuaheli, Kikongo und Tshiluba. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum: Dabei entfallen 50 Prozent auf die katholische, 20 Prozent auf die evangelische und 10 Prozent auf die christliche Kirche der Kimbanguisten.

DR Kongo belegt den letzten Platz beim Human Development Index

Im Human Development Index, welcher ein Indikator für den Wohlstand eines Landes ist, belegt die Demokratische Republik Kongo zusammen mit Niger den letzten Platz: 87 Prozent der Bevölkerung im Kongo lebt unterhalb der Armutsgrenze und muss mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen, etwa 46 Prozent der Bevölkerung lebt in starker Armut und 43,1 Prozent der Bevölkerung ist unter 15 Jahren alt. Die Lebenserwartung bei der Geburt liegt durch den Krieg im Osten, AIDS und unzureichende medizinische Versorgung bei nur 48,7 Jahren.

Politische Situation: Fremdherrschaft, Diktatoren und Bürgerkrieg

Die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo ist von Fremdherrschaft, Diktatoren und Bürgerkrieg geprägt. Mit der Unabhängigkeit von Belgien 1960 kam die zentralafrikanische Republik vom Regen in die Traufe. Es folgte eine 32 Jahre andauernde Diktatur unter Joseph-Désiré Mobutu, die von Gewalt, Korruption und Repression überschattet war. Als es im Frühjahr 1994 zum Völkermord in Ruanda kam, flüchteten rund eine Millionen Hutu aus Ruanda in die kongolesische Provinz Kivu. Unter Einfluss dieser Flüchtlingsströme kam es zum Sturz von Mobutu. Doch auch unter dem neuen Machthaber L.D. Kabila kam das Land nicht zur Ruhe: immer wieder gab es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und Rebellengruppen. Auch nach der Ermordung Kabilas und dem Nachrücken seines Sohnes Joseph Kabila änderte sich daran zunächst nichts. Erst 2003 schlossen die Kriegsparteien ein Friedensabkommen. Bis dahin kostete der Bürgerkrieg etwa drei Millionen Menschen das Leben. 2006 wurde Kabila in freien Wahlen im Amt bestätigt. Zunächst stabilisierte sich das Land politisch und wirtschaftlich, doch seit Anfang 2012 kommt es wieder verstärkt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in den beiden Kivu-Provinzen im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Obwohl theoretisch garantiert, wird die Pressefreiheit in der DR Kongo stark eingeschränkt. Immer wieder finden Übergriffe auf Journalisten, Erscheinungsverbote und Beschlagnahmungen unerwünschter Medien statt. Die Menschenrechtslage ist unbefriedigend: grundlegende Menschenrechtsnormen und Prozessstandards werden nicht gewahrt, Justiz- und Polizeiwesen sind von Willkür geprägt, Kinderarbeit und häusliche Gewalt sind an der Tagesordnung. Zudem sind sexuelle Übergriffe und Massenvergewaltigungen Teil der Kriegsführung im Osten des Landes.

Naturkatastrophen und humanitäre Katastrophen

Das Klima im Kongo ist – bedingt durch die geographische Lage am Äquator – tropisch und feucht. Immer wieder führen sintflutartige Regenfälle zu Überschwemmungen. Die Folgen: zerstörte Häuser, Hunderte betroffene Haushalte, Tausende Verletzte und oftmals auch Tote. Eine weitere Gefahr stellen die aktiven Vulkane im Osten entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruches dar. Erst 2002 war der Vulkan Nyiragongo ausgebrochen und hatte teile Gomas unter Lava begraben.

Seit Anfang 2012 haben ethnische Spannungen und ein ungleicher Zugang zu Land, zu erneuten Gewaltausbrüchen im Osten und Nord-Osten der D.R. Kongo geführt. Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird derzeit von der UN auf etwa 2,9 Millionen Menschen geschätzt. Alleine in der Provinz Katanga stieg die Anzahl der Binnenflüchtlinge im Zeitraum von 2011 bis 2014 von 50.000 auf mehr als 400.000 – ein Anstieg um 800 Prozent. Von den mehr als 430.000 kongolesischen Flüchtlingen, welche ihr Heimatland verlassen haben, sind etwas mehr als die Hälfte in die benachbarten Länder Ruanda und Uganda geflohen.

Die Hilfe unserer Bündnispartner

Die Mitgliedsorganisationen des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft sind mit vielfältigen Projekten in der DR Kongo vor Ort, um den Menschen zu helfen. So ist action medeor mit mehreren Projekten im Kampf gegen die weite Verbreitung von HIV und Aids aktiv. Neben der Behandlung von HIV-positiven Menschen liegt ein Fokus auf der Eindämmung der Krankheit. Das Hammer Forum ermöglicht in einem einzigartigen Projekt die kostenfreie medizinische Behandlung von Kindern in einem umfassend sanierten Krankenhaus. Selbst komplizierte Operationen können in dem neu sanierten Gebäude vorgenommen werden. Die Johanniter verfolgen einen ähnlichen Ansatz in dem kleinen Dorf Kizimba, welches durch einen enormen Flüchtlingsstrom dringend eine erweiterte medizinische Versorgung benötigt. Neben der Ausgabe kostenloser Medikamente wird das Personal fortgebildet und von den Johannitern begleitet. Im Osten der DR Kongo führt Malteser International ein umfassendes Projekt zur Verbesserung der Wasser- und Hygienebedingungen durch, eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit in Gesundheitseinrichtungen. Außerdem wird mit verschiedenen Maßnahmen die schwierige Nahrungsmittelsituation in der Provinz Süd-Kivu verbessert.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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