von Aktion Deutschland Hilft
Im vierten Kriegswinter ist für viele Menschen in der Ukraine Wärme zur Überlebensfrage geworden. Besonders in frontnahen und umkämpften Gebieten fehlen stabile Heizsysteme, aber auch Einkommen und sichere Zugänge zu medizinischer und psychosozialer Unterstützung. Unsere Bündnisorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt die Menschen vor Ort.
Vier Arten der Unterstützung – vier Geschichten
Die vier Geschichten stehen stellvertretend für die vielen Schicksale der Menschen in der Ukraine – und erzählen, wie die Hilfe von Bündnisorganisationen wie Help ankommt und wie sie Hoffnung schenkt.
Nahe der Großstadt Charkiw im Osten der Ukraine sowie in der südukrainischen Region Mykolajiw sind die Folgen des Kriegs deutlich sichtbar. Häuser sind beschädigt, Fenster zersplittert, Dächer notdürftig geflickt – viele Menschen haben oft nicht die Mittel, um zu heizen.
Winterhilfe im kältesten Winter seit Kriegsbeginn
Nicht nur hart, sondern auch besonders gefährlich ist der Winter für Personen, die sich aus eigener Kraft kaum schützen können: Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und ältere Menschen. Eine von ihnen ist Hanna, eine Bewohnerin von Staryi Saltiw, einer Siedlung im Norden der ukrainischen Oblast Charkiw.

Hanna steht stellvertretend für viele: Vor dem Krieg führten sie und ihre Familie sicheres Leben mit Gemüsegarten und Vieh. Dann kamen die Angriffe.
“Wir flohen, als der Beschuss heftig wurde. Als wir zurückkamen, war fast nichts mehr übrig”, erzählt sie. Das Haus hatte keine ganzen Fenster mehr, das Dach war beschädigt – und es gab keinen Brennstoff. Erst mit den Briketts von Help wird der kleine Ofen wieder zum Mittelpunkt des Hauses.
“Ein Sack reicht für einen Tag. Abends sind es 18 bis 19 Grad, morgens noch etwa 15 Grad. Wenn es zu Hause warm ist, kann man wenigstens ruhig einschlafen und wacht nicht vor Kälte auf.”
Hanna, eine Bewohnerin von Staryi Saltiw
Wärme bedeutet für sie nicht nur Komfort, sondern Sicherheit, Gesundheit – und ein Stück Würde.
Wärme für 216 Haushalte
Mit Unterstützung des Ukraine Humanitarian Fund hat die Bündnisorganisation Help diesen Winter 1.245 Familien – insgesamt 2.568 Menschen – mit Holzbriketts versorgt. Im stark zerstörten Staryi Saltiv, im Norden der ukrainischen Oblast Charkiw, profitieren allein 216 Haushalte von dieser Hilfe.
Neben Kälte, Zerstörung und Unsicherheit belastet der Krieg auch die Psyche der Menschen. Viele sind innerhalb des Landes geflohen, haben Angehörige, ihr Zuhause oder ihre Lebensgrundlage verloren.
Hilfe im Umgang mit Traumata und Verlusten
Psychosoziale Unterstützung durch Psycholog:innen wie Yana hilft Menschen, die durch den Krieg ihre Heimat verloren haben, mit den erlebten Traumata und Verlusten umzugehen.

In der westukrainischen Region Transkarpatien begleitet Help seit zwei Jahren Binnenvertriebene mit psychosozialer Unterstützung – vor Ort und online. Die Psychologin Yana bietet in der Stadt Uzhhorod, rund 250 Kilometer von Lwiw entfernt, Einzelberatungen an, hört bei Sorgen, Ängsten und Trauer zu und hilft, Erlebtes einzuordnen und zu verarbeiten.
Eine vertrauensvolle Beziehung gibt den Menschen ein Gefühl von Sicherheit, das sie in ihrem Alltag oft verloren haben. Kinder können an Kunsttherapien und kreativen Angeboten teilnehmen, malen, basteln und mit anderen spielen.
So entsteht ein Ort, an dem sie wieder Kind sein dürfen und neue Freundschaften knüpfen. Bereits viele Familien wurden begleitet – in Gruppenangeboten für Kinder und Erwachsene und in individuellen Gesprächen.
Der Krieg trifft auch das Gesundheitswesen hart. In Kherson ermöglicht die städtische Klinik im Bezirk Korabelnyi medizinische Hilfe für die Zivilbevölkerung. Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Verletzungen durch Granatsplitter oder Minenexplosionen, aber auch mit chronischen Erkrankungen, die weiter behandelt werden müssen.
Präzise Diagnosen durch moderne Geräte
Dank der Unterstützung von Help erhielt die Klinik ein neues Ultraschallgerät, das präzise Diagnosen ermöglicht und somit das Leben und die Gesundheit der Patient:innen schützt.

Bis vor Kurzem arbeitete das Krankenhaus mit einem stark veralteten Ultraschallgerät. Präzise Diagnosen waren nur eingeschränkt möglich – ein hohes Risiko in einer Situation, in der jede Minute zählen kann.
Das neue Gerät hilft zum Beispiel der Ultraschalldiagnostikerin Olena dabei, Erkrankungen und Verletzungen viel genauer zu erkennen und den Menschen die richtige Behandlung zu ermöglichen.
„Wir möchten der Hilfsorganisation Help unseren aufrichtigen Dank aussprechen. Diese Ausrüstung wird das Leben und die Gesundheit unserer Patienten schützen.“
Olena, Ultraschalldiagnostikerin
Neben Brennstoff und medizinischer Versorgung sind es oft praktische Dinge, die im Alltag wichtig sind: Miete, Medikamente, Pflegebedarf. Für Roman aus Isjum, Region Charkiw, wurde das nach der Flucht besonders deutlich.
Angehörigenpflege mit finanzieller Hilfe
Nach schweren Angriffen verließ er seine Heimatstadt Izium, eine Stadt in der Oblast Charkiw, und baute sich in einer neuen Umgebung ein Leben auf. Er fand Arbeit auf einer Baustelle, trug schwere Säcke, versuchte, Haushalt und Einkommen gleichzeitig zu stemmen.
Dann erlitt seine Mutter einen Schlaganfall und wurde pflegebedürftig. Roman kümmerte sich um sie, doch das Geld wurde knapp.

In dieser Situation erhielt Roman eine finanzielle Unterstützung von Help. Mit dem Geld kaufte er unter anderem ein Babyfon, um seine Mutter auch außerhalb des Zimmers jederzeit hören und für sie erreichbar sein zu können.
“Jetzt kann ich kurz in den Laden gehen und weiß trotzdem, wie es ihr geht. Ich liebe meine Mutter und bin nicht bereit, sie gehen zu lassen.”
Roman, aus der Stadt Izium
Für ihn bedeutet diese Hilfe die Möglichkeit, seine Mutter in Würde zu pflegen – und gleichzeitig kleine Freiräume zum Durchatmen zu haben.
Ob Holzbriketts in einem zerstörten Dorf, ein sicherer Raum für Kinder in einer neuen Stadt, ein Ultraschallgerät in einem Krankenhaus oder Bargeldhilfe für die Pflege eines Angehörigen: All diese Maßnahmen haben eines gemeinsam – sie geben Menschen in der Ukraine Wärme, Sicherheit und ein Stück Zukunft zurück.
Damit diese Hilfe weitergehen kann, ist weitere Unterstützung nötig. Jede Spende trägt dazu bei, dass Familien durch die Unterstützung der Helfer:innen unserer Bündnisorganisationen und deren lokale Partner ihre Häuser heizen, medizinische Versorgung erhalten und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen können.
Vielen Dank, an alle, die unsere Arbeit unterstützen! Vielen Dank für Ihre Spende.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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