von Aktion Deutschland Hilft/Handicap International
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine wurden über 1.200 Menschen durch Streumunition getötet oder verletzt. Handicap International unterstützt Überlebende mit Reha-Maßnahmen und Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Krücken. Außerdem klären die Helfer:innen an Schulen über die Gefahren von Minen und Blindgängern auf.
Volodymyr wird schwer verletzt
Ein Morgen im Februar 2022 veränderte das Leben von Volodymyr aus Charkiw für immer. Der Großvater wollte nur kurz Milch für seine eineinhalbjährige Enkelin holen, als der Beschuss begann.
“Die erste Granate traf einen Baum nur wenige Meter neben mir. Die Druckwelle war so stark, dass sie mich unter den Balkon eines Hauses schleuderte”, erinnert sich der 59-Jährige.
Fünfzehn Minuten lang hagelte es explodierende Geschosse. Neun Menschen starben, einer von ihnen direkt neben Volodymyr. Schwer verletzt kroch er zurück zu seiner Familie. "Die Angst um sie, vor allem um meine kleine Enkelin, war überwältigend.“
Behandlung ohne Betäubung
Im Krankenhaus entfernten die Ärzt:innen 15 Splitter aus Volodymyrs Körper – ohne Betäubung. “Es war die Hölle. Ich weiß nicht, warum sie keine Anästhesie verwendet haben – vielleicht, weil sie keine hatten oder nicht genug.”
Einer der Splitter steckt noch heute in seinem Hals, nur zwei Millimeter von der Wirbelsäule entfernt. Seit dem Vorfall leidet er an Nervenschäden, kann sein linkes Bein kaum belasten und lebt mit der Angst, dass es eines Tages amputiert werden muss. “Es fühlt sich an, als stecke mein Bein in einer Bärenfalle.”

Über 1.000 Opfer von Streumunition
Das Schicksal von Volodymyr steht stellvertretend für Tausende Betroffene. Laut dem von Handicap International mit herausgegebenen Streubomben-Monitor 2025 verzeichnete die Ukraine das dritte Jahr in Folge die höchste Zahl an Toten und Verletzten durch Streumunition – seit Februar 2022 gab es über 1.200 Opfer.
Bildergalerie: Landminen weltweit
10 Bilder
Hilfe für Überlebende
Um betroffenen Menschen in der Ukraine beizustehen, unterstützt die Bündnisorganisation Überlebende von Explosionswaffenunfällen und Menschen mit Behinderung. So erhalten Betroffene unter anderem Rollstühle, Gehhilfen und Rehabilitationsmaßnahmen und werden zudem auch psychologisch unterstützt.
Zugleich arbeitet Handicap International präventiv: In Schulen werden Kinder über die Gefahren von Minen, Streumunition und Blindgängern aufgeklärt – lebensrettendes Wissen in einem Land, in dem jeder Schritt gefährlich sein kann.
“Streumunition ist etwas Grauenvolles”, sagt Volodymyr. "Wenn man von Streumunition verletzt wird, gibt es kein Ende. Die Folgen begleiten einen ein Leben lang.“
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Jetzt online spenden!






