Hunger im JemenJemen: Ein Funken Hoffnung in der Dunkelheit des Krieges

15-11-2018

von Aktion Deutschland Hilft

Krieg, Krankheiten und Hunger: Im Jemen leiden die Menschen unter einer dreifachen Katastrophe. Erfahren Sie hier mehr über die dramatische Lage vor Ort – und darüber, wie unsere Bündnisorganisationen mit Ihrer Spende helfen!

Menschen berichten vom Bombenhagel: "Es war ein Albtraum"

Es sind Menschen wie Awsh, deren Alltag von großem Leid geprägt ist. Er und seine Familie lebten in der Hafenstadt Hodeidah, bevor sie vor der Gewalt flohen.

Awsh hatte auf dem Markt der Hafenstadt genug verdient. Nun weiß er nicht, wie er ohne Hilfe seine Familie ernähren soll. Die Bomben haben ihm seine Lebensgrundlage und geliebte Verwandte genommen: "Ich habe meinen Neffen bei einem Luftangriff verloren. Das Haus meines Bruders war nur zwei Häuser von meinem entfernt", berichtet er.

"Wir hoben ihn hoch und flohen. Es war ein Albtraum. Ich erinnere mich, dass seine Mutter nicht aufhörte zu weinen. Wir begruben meinen Neffen auf dem Weg nach Al-Marwaya. Ich sehe ihn ständig in meinen Träumen. Ich vermisse ihn, er war ein guter Junge und sehr klug. Sein Vater war sehr stolz auf ihn."

Ein Funken Hoffnung in der Dunkelheit des Krieges

Awsh findet nun Zuflucht bei unserer Bündnisorganisation CARE: Sie unterstützt Familien mit Lebensmitteln und sauberem Wasser. Die Helfer verteilen außerdem Hygiene-Pakete, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten. Ein Funken Hoffnung in der Dunkelheit des Krieges.

Fragen und Antworten zu unserer Hilfe im Jemen

Wie ist die aktuelle Situation im Jemen?

Seit 2015 wüten schwere Kämpfe im Jemen. Leidtragend ist vor allem die Zivilbevölkerung. Hunderttausende Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Mehr als 24 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Darunter sind mehr als 12 Millionen Kinder.

Schon vor Beginn des Bürgerkriegs war der Jemen ein armes Land. Ausbleibende Gehälter und steigende Preise für lebenswichtige Güter zwingen immer mehr Menschen in die absolute Armut. Es herrscht eine Hungersnot. Tankstellen, Geschäfte, Schulen und Banken sind geschlossen, Krankenhäuser zerstört oder überfüllt. Kriminalität und Unruhen nehmen zu.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Cholera. Die hochansteckende Krankheit breitet sich rasend schnell aus. Vor allem für Kinder, ältere und geschwächte Menschen kann die Krankheit tödlich enden.

Seit 2020 verschärft die Corona-Pandemie die Situation im Jemen. Mit einem massiven Ausbruch von COVID-19 wäre das Gesundheitssystem hoffnungslos überfordert.

Zahlen & Fakten: Wie viele Menschen sind betroffen?

Die Not im Jemen ist groß. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Katastrophe der Welt.

  • Mehr als 24 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Darunter sind mehr als 12 Millionen Kinder
  • Das sind 80 Prozent der Bevölkerung, die die Vereinten Nationen auf 30,5 Millionen schätzt
  • Mehr als 20 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Die Hälfte davon ist akut bedroht. Sie wissen nicht, woher sie die nächste Mahlzeit oder sauberes Trinkwasser bekommen
  • Mehr als 300.000 Kinder im Jemen sind akut unterernährt
  • 17,9 Millionen Menschen sind auf medizinische Hilfe angewiesen
  • Mehr als 11 Millionen Menschen benötigen dringend Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Mehr als 3,7 Millionen Menschen mussten seit Kriegsbeginn ihr Zuhause verlassen
  • Jährlich werden Hunderttausende zur Flucht gezwungen; die meisten suchen innerhalb des Landes Schutz vor dem Krieg


Quelle: UN OCHA, Humanitarian Response Plan, Juni 2020

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Hilfsorganisationen unseres Bündnisses stehen den Menschen vor Ort zur Seite.

  • Wir versorgen Familien mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln – in Zeiten von Corona ist das besonders wichtig
  • Wir leisten den Menschen im Jemen medizinische Hilfe, versorgen unterernährte Kleinkinder sowie Patienten, die an Cholera oder Corona erkrankt sind
  • Wir versorgen Gesundheitszentren mit dringend benötigten Medikamenten und medizinischem Material
  • Wir unterstützen die Aus- und Weiterbildung medizinischen Personals
  • Wir helfen Binnenvertriebenen, eine sichere Unterkunft zu finden
  • Wir stehen Menschen zur Seite, die aufgrund ihres Alters oder von Behinderungen auf besondere Unterstützung angewiesen sind
  • Wir ermöglichen Familien psychosoziale Unterstützung
  • Wir unterstützen die Menschen im Jemen mit Bargeld, damit sie sich selbst mit dem Nötigsten versorgen können


Helfen Sie uns, den Menschen im Jemen zu helfen – jetzt mit Ihrer Spende!

Unser Bündnis leistet Nothilfe – trotz großer Hürden

Im Jemen zu helfen ist schwierig, doch die Hilfe kommt an. Salem Dschaffer Baobaid von Islamic Relief, einer Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft, beschreibt die „Erschöpfung und Angst“ in den Gesichtern seiner Nachbarn, die wegen der nächtlichen Luftangriffe nicht mehr schlafen. Trotzdem steht die Hilfsorganisation den Menschen weiter zur Seite und verteilt Lebensmittel und Medikamente.


Bildergalerie: Jemen - ein Land am Abgrund

Gemeinsam schneller helfen mit Medikamenten

Medikamente liefert ebenfalls action medeor: Allein in diesem Jahr wurden 43 Tonnen medizinischer Hilfsgüter auf den Weg gebracht. Bis Ende des Jahres kommen weitere 5,8 Tonnen hinzu.

"Enthalten sind Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfallerkrankungen, aber auch Wasserfiltersysteme zum Schutz vor Krankheiten durch verunreinigtes Wasser", sagt Dirk Angemeer, Leiter der Medikamentenhilfe von action medeor.

Vor Ort verteilt ADRA die Medikamente an Krankenhäuser. Die Hilfsorganisation ist die zweitgrößte im Jemen. Sie betreibt selbst ein Krankenhaus und unterstützt andere medizinische Einrichtungen.

Hilfe für den Jemen: "Wir dürfen nicht wegschauen"

Wegen des Kriegs besteht die Gefahr, dass in Krankenhäusern für die notwendige Versorgung der Menschen keine Medikamente mehr verfügbar sind. "Die Zusammenarbeit mit action medeor ist daher essentiell für den Erfolg unserer Arbeit vor Ort", so Nikolaus Kirchler, ADRA-Nothilfekoordinator für den Jemen.

Trotzdem ist weitere Hilfe in der aktuell schlimmsten humanitären Krise der Welt dringend notwendig. "Wir dürfen nicht wegschauen. Das würde den Tod vieler Menschen bedeuten", sagt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft. Möglich ist diese Hilfe nur dank Ihrer Spenden.

Jeder Beitrag zählt – danke, dass Sie helfen:

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden