Hunger im JemenGroße Schwärme und große Not im Nahen Osten

23-06-2021

von Help – Hilfe zur Selbsthilfe/Aktion Deutschland Hilft

Zahlreiche Heuschreckenschwärme sind über Äcker und Weideflächen im Nahen Osten hergefallen und haben gedroht, ganze Ernten zu vernichten. Dank der Anstrengungen von Help – Hilfe zur Selbsthilfe, einer Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft, konnte die drohende Lebensmittelkrise vorerst abgewendet werden.

Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt: Der Wind kann jederzeit neue Schwärme in die Region tragen. Help setzt sich dafür ein, die Katastrophe zu verhindern.

Die Heuschrecken sind Vorboten einer neuen Katastrophe


Für die Menschen in der von Krisen geplagten Region sind die Heuschrecken Vorboten einer neuen Katastrophe. In den letzten Jahren mussten viele Familien aufgrund der Konflikte innerhalb ihres Heimatlandes oder in die Nachbarländer fliehen.

In vielen Ländern des Nahen Ostens leben Menschen in größter Not und können sich kaum noch etwas zu essen leisten. In Syrien sind die Lebensmittelpreise seit Beginn des Konflikts um fast das Dreißigfache gestiegen, im Jemen leidet aktuell sogar jede:r Zweite Hunger.

Jemen: Plage verschärft Krisen vor Ort

Help engagiert sich seit vielen Jahren im Nahen Osten und unterstützt die Menschen dabei, ihr Leben aus eigener Kraft wiederaufzubauen. Nun drohen die Heuschreckenschwärme alle bisherigen Erfolge zunichte zu machen.

Wetterextreme infolge der Klimakrise schufen in den letzten Jahren ideale Brutbedingungen für Wüstenheuschrecken. Seitdem fallen riesige Schwärme über Ostafrika und Südasien her. Starke Winde haben einen Teil der Schwärme nun in den Nahen Osten getragen.

Jede Heuschrecke frisst die Menge ihres eigenen Gewichts – pro Tag

Jede Wüstenheuschrecke frisst täglich die Menge ihres eigenen Gewichts. Auf einen großen Schwarm hochgerechnet entspricht das der Ernährungsgrundlage für rund 35.000 Menschen. Aktuell sind es im Nahen Osten zwar noch verhältnismäßig wenig Tiere, doch Heuschrecken vermehren sich rasant: In drei Monaten kann sich eine Population verzwanzigfachen. Eine Hungerkatastrophe ist dann kaum noch aufzuhalten.

Die drohende Krise ist nur durch eine schnelle und effektive Bekämpfung der Schädlinge abzuwenden. Help unterstützt die Menschen im Nahen Osten dabei, die Schwärme unter Kontrolle zu bringen. Zunächst macht Help die Brutgebiete der Heuschrecken ausfindig und die Eier und frisch geschlüpften Nymphen unschädlich.

Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist im Nahen Osten im Einsatz

 

Im Anschluss werden die geschlechtsreifen Heuschrecken mit Pestiziden bekämpft. Durch spezielle Barrieren aus Pestizidnebel wird der Einsatz von Chemikalien auf ein notwendiges Minimum reduziert.

Um die drohende Lebensmittelkrise zu verhindern, ist der Einsatz von Pestiziden zurzeit zwingend notwendig. Andernfalls könnten sich die Heuschrecken rasant vermehren und die Lebensgrundlage der Menschen langfristig vernichten. Help setzt sich jedoch dafür ein, die Umweltbelastung auf ein Minimum zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Die Bedrohung ist groß, der Einsatz von Help auch.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden