von CARE
Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni warnt CARE Deutschland vor einer folgenschweren Unterfinanzierung der internationalen Flüchtlingshilfe. Laut Refugee Funding Tracker des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind derzeit nur acht Prozent der benötigten Mittel zur Unterstützung von Geflüchteten weltweit gedeckt.
Finanzierungssituation spitzt sich weiter zu
Dies ist insbesondere dramatisch, weil es sich hierbei um sogenannte hyperpriorisierte Zahlen handelt, die die Bedarfe aufgrund der globalen Finanzierungssituation ohnehin bereits drastisch zusammengestrichen haben. Unter dem Strich bedeutet das: Die Finanzierungssituation ist noch dramatischer als in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig kürzen weiterhin immer mehr Staaten ihre Budgets für humanitäre Hilfe deutlich.
“Humanitäre Hilfe ist kein Luxus”
“Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2022 wurden die Mittel für humanitäre Hilfe in Deutschland um 70 Prozent gekürzt. Die Folgen treffen nicht abstrakte Projekte, sondern Menschen in größter Not. Wenn die Gesundheitsversorgung in Flüchtlingscamps zusammenbricht, Gesundheitshelfer:innen fehlen und Medikamente nicht bezahlt werden können, wird eine Geburt zur Lebensgefahr für die geflohene Mutter und ihr Kind.
Aus dem Libanon berichten unsere Nothilfe-Teams, dass vertriebene Frauen in Schulen, Autos und überfüllten Notunterkünften Kinder zur Welt bringen - ohne Privatsphäre, ohne sauberes Wasser und ohne medizinische Betreuung. Dies macht deutlich: Humanitäre Hilfe ist kein 'Add-on' oder Luxus, sie rettet Leben.”
Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland
Vertreibungskrise Sudan: Ein Drittel der Bevölkerung auf der Flucht
Die Situation ist besonders in langfristigen und akut eskalierenden Flüchtlingskrisen dramatisch: Für die Unterstützung von Geflüchteten aus dem Sudan in den Nachbarländern stehen derzeit beispielsweise nur 13 Prozent der benötigten Gelder zur Verfügung.
Der seit 2023 andauernde Krieg im Sudan hat die derzeit größte Vertreibungskrise weltweit ausgelöst. Rund 11,5 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes oder über die Grenzen hinweg vertrieben. Mehr als 4,5 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer Ägypten, Tschad, Südsudan oder Libyen geflohen.
Mittelkürzungen verschärfen Not von Geflüchteten
Viele leben dort in überfüllten Aufnahmezentren, Flüchtlingscamps oder informellen Unterkünften und haben keinen ausreichenden Zugang zu Wasser, Nahrung und Medikamenten. Die unzureichende finanzielle Unterstützung droht, diese prekäre Situation weiter zu verschärfen.
“Täglich fliehen Zehntausende Menschen über Sudans Grenzen. Ich habe überfüllte Transitzentren gesehen, Familien, die im Freien schlafen, Kinder, die wegen Hunger und Erschöpfung kaum noch gehen können, und Mütter, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder versorgen sollen. Gleichzeitig müssen Hilfsorganisationen Programme kürzen und schwierige Entscheidungen treffen, weil die Finanzierung fehlt. Die Folgen: geschlossene Gesundheitsstationen, fehlende Mahlzeiten, Geburten im Freien ohne medizinisches Personal. Humanitäre Hilfe rettet Leben. Dies ist nur möglich, wenn die internationale Gemeinschaft diese Hilfe auch finanziert.”
Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfekommunikation
+++ Spendenaufruf +++
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Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge weltweit
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