LänderinformationLibyen

Libyen – ein Überblick

Libyen ist ein Küstenstaat im Norden Afrikas und fast fünfmal so groß wie Deutschland. Die Hauptbevölkerungsgruppen sind Berber und Araber. Sie machen mehr als 95 Prozent der Bevölkerung aus und bekennen sich zum Islam. Arabisch ist die offizielle Landessprache; außerdem sprechen die Menschen in Libyen Berberisch und Englisch.

Humanitäre Situation

Die libysche Zivilbevölkerung leidet unter den Folgen des andauernden Bürgerkriegs. Hunderttausende Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, haben keinen Zugang zu Trinkwasser, Nahrung, Gesundheitsversorgung oder Bildung.

Die Menschenrechtslage ist kritisch: Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden diskriminiert, Christen verfolgt und religiöse Versammlungen sind verboten. 

Politische Lage in Libyen

Der libysche Staat ist im Umbruch und kommt seit Jahren nicht zur Ruhe: Nach einer jahrzehntelangen Diktatur kam es im Februar 2011 erstmals zu gewaltsamen öffentlichen Protesten. Trotz ersten demokratischen Wahlen 2012 ist das Land gespalten. Es herrscht Bürgerkrieg zwischen politischen Gruppen, Rebellengruppen und Stämmen.

Seit dem Schließen der Balkanroute und dem EU-Abkommen mit der Türkei ist Libyen ein wichtiges Durchgangsland für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten auf dem Weg nach Südeuropa. An den Küsten riskieren täglich zahlreiche Flüchtlinge gefährliche Routen über das Mittelmeer.

Die Situation der Menschen vor Ort

Die libysche Bevölkerung lebt vor allem im Norden, da ein Großteil der restlichen Landesfläche Wüste ist. Und sie breitet sich weiter aus: Staub- und Sandstürme treiben die Desertifikation voran. Wasserquellen gibt es kaum.

Libyen ist reich an Erdöl und Erdgas und die Wirtschaft des Staates stark vom Abbau der Ressourcen abhängig. Doch als Folge des Bürgerkriegs sind große Teile der Infrastruktur zerstört, die Exporte sind eingebrochen.

Auch der Gesundheitssektor hat kriegsbedingte Probleme: Die Lage in Krankenhäusern ist unsicher, immer wieder kommt es zu Angriffen auf das Pflegepersonal. Und da Krankenhäuser und Apotheken schlecht vernetzt sind, verzögert sich oftmals die Behandlung verletzter Kinder, Frauen und Männer. Medikamente sind kaum vorhanden.

Quellen: CIA (The World Factbook), UNHCR, Bundeszentrale für Politische Bildung, Auswärtiges Amt (Stand: 07/2018)

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