Eine Familie im Flüchtlingscamp: Viele Menschen aus Subsahara-Afrika versuchen, über Libyen nach Europa zu gelangen.

LänderinformationLibyen

Libyen – ein Überblick

Libyen ist ein Küstenstaat im Norden Afrikas und ist fast fünfmal so groß wie Deutschland. Die Hauptbevölkerungsgruppen sind Berber und Araber. Sie machen mehr als 95 Prozent der Bevölkerung aus und bekennen sich zum Islam. Arabisch ist die offizielle Landessprache; außerdem sprechen die Menschen in Libyen Berberisch und Englisch.

Humanitäre Situation

Nach dem Arabischen Frühling stieg die Arbeitslosigkeit in Libyen; sie wird auf 30 Prozent geschätzt. Die Menschenrechtslage ist kritisch: Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden diskriminiert, Christen verfolgt und verschleppt und religiöse Versammlungen sind verboten. 

Libyen ist Ziel und Durchgangsstaat für Frauen und Männer aus Subsahara-Afrika. Viele Menschen suchen als Landarbeiter, im Bau und in häuslicher Arbeit neue Einkommensquellen auf ihrem Weg nach Europa. Zahlreiche Flüchtlinge riskieren in seeuntüchtigen Booten die Überfahrt nach Europa.

Politische Lage

Der libysche Staat ist im Umbruch. Nach dem Beginn öffentlicher Proteste 2011 und einem Bürgerkrieg kommt das Land nicht zur Ruhe. Seit 2014 kämpfen Milizen gegen die Streitkräfte Libyens. Derzeit leben etwa 33.000 Flüchtlinge in Libyen, darunter viele Palästinenser. Zudem sind etwa 435.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Die Situation vor Ort

Ein Großteil der Landesfläche ist Wüste. Und sie breitet sich weiter aus: Staub- und Sandstürme treiben die Desertifikation voran und es gibt kaum Wasserquellen. Libyens Wirtschaft ist stark abhängig von Erdöl und Erdgas.

Das eigentlich reiche Land leidet unter den wirtschaftlichen Folgen der Kämpfe, große Teile der Infrastruktur sind zerstört und die Exporte sind eingebrochen. Auch der Gesundheitssektor hat kriegsbedingte Probleme: Die Lage in Krankenhäusern ist unsicher, immer wieder kommt es zu Angriffen auf das Pflegepersonal. Und da Krankenhäuser und Apotheken schlecht vernetzt sind, verzögert sich oftmals die Behandlung verletzter Menschen. Medikamente sind kaum vorhanden.

Quellen: CIA The World Factbook, WHO, UNHCR

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!