Sars-CoV-2/COVID 19Corona weltweit: Ärztetaxis und kontaktlose Hilfsgüterverteilungen

01-04-2020

von Aktion Deutschland Hilft

Ausgangssperren, Kontaktverbote, Abstandhalten und richtiges Händewaschen: Es sind diese Regelungen und die damit einhergehenden Herausforderungen, die gerade unseren Alltag bestimmen und uns damit mit der ganzen Welt verbinden. So fragen sich auch humanitäre Helferinnen und Helfer weltweit, wie ihre Arbeit und die Hilfe jetzt weitergehen kann: Wie kann unsere Hilfe bei Menschen in Not trotz Einschränkung der Bewegungsfreiheit ankommen?

Coronavirus: Helfer finden Lösungen, um ihre Arbeit fortzusetzen

Wie können wir die Menschen in unseren Hilfsprojekten jetzt bestmöglich vor der zusätzlichen Bedrohung durch das Virus schützen? Wie können wir mit unseren Strukturen zur Bekämpfung der Epidemie beitragen? Hilfsorganisationen im Bündnis Aktion Deutschland Hilft setzen bereits viele Lösungen um, mit denen sie Herausforderungen durch Ausgangssperren und Kontaktverbote überwinden.  

"Die Helferinnen und Helfer in unserem Bündnis berichten, dass die Auswirkungen der Beschränkungen auf die humanitäre Hilfe von Land zu Land sehr unterschiedlich sind", sagt Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von Aktion Deutschland Hilft.

"Während zum Beispiel in einigen Ländern, die sich gerade am Höhepunkt der Epidemie befinden, vorläufig gar keine klassischen Hilfsmaßnahmen möglich sind, geht die Hilfe in anderen Ländern ungehindert weiter und kann sogar für eine bestmögliche Vorbereitung auf eine drohende Ausbreitung des Virus erweitert werden. Aber wo wir auch hinschauen, finden Helferinnen und Helfer viele Lösungen, um ihre Arbeit fortzusetzen und sogar um präventive Maßnahmen zu ergänzen", berichtet Roßbach.

Aufklärung über COVID-19 durch Megafone, Poster, Radio oder SMS

Ob über Internet oder TV: Seit Wochen klären uns die Medien auf allen Kanälen über Hintergründe zum Coronavirus, die Risiken, Ansteckung und Schutzmöglichkeiten auf. Auch in anderen Ländern der Welt ist diese Aufklärung wohl eine der wichtigsten Maßnahmen, um dieser Krise zu begegnen.

Aber nicht überall auf der Welt hat jeder ein Mobiltelefon, Internet oder auch einen Fernseher. Mit Megafonen, Posteraktionen, SMS-Kampagnen und Radiospots klären Helferinnen und Helfer vieler Bündnisorganisationen wie ADRA, Malteser International oder SODI in anderen Ländern die Bevölkerung auf und wollen damit auch Fake News entgegenwirken, die oft zu Verunsicherung und Angst führen.

1 zu 1-Verteilung von Hilfsgütern für Flüchtlinge in Syrien

Vermieden werden auch große Menschenansammlungen. So versammeln sich die Bewohner in Flüchtlingscamps bei der Verteilung von Hilfsgütern eigentlich an zentralen Orten, an denen Hilfsorganisationen die Ausgaben durchführen. Im syrischen Idlib hat die die Organisation arche noVa jetzt sogenannte "1 zu 1-Verteilungen" gestartet: Helferinnen und Helfer gehen von Haushalt zu Haushalt und verteilen Seife, Wasser sowie Hygiene- und Schutzmaterial.

Bis vor kurzem hat die Bündnisorganisation ADRA ältere und schwächere Menschen in der Ukraine regelmäßig mit Bussen abgeholt und zum Beispiel auf den Markt zum Einkaufen gebracht. Auch der osteuropäische Staat ist inzwischen von Bewegungseinschränkungen betroffen: Risikogruppen sollen das Haus jetzt nicht mehr verlassen. Sozialtransporte finden somit aktuell nicht statt. Die freistehenden Kleinbusse nutzt ADRA nun aber, um Ärzte zu transportieren oder älteren Menschen ihre Einkäufe direkt nach Hause zu liefern.

Jetzt am Telefon: Beratungen für junge Mütter und gefährdete Frauen

Viele Hilfsorganisationen leisten weltweit wichtige Beratungsarbeit: Psychosoziale Behandlungen oder Beratungen von jungen Müttern oder Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, stellen einen wichtigen Bestandteil der humanitären Hilfe dar. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen können diese Maßnahmen aktuell nicht mehr wie gewohnt persönlich stattfinden. Hilfsorganisationen wie CARE führen viele Beratungen daher jetzt telefonisch durch.

Immer mehr afrikanische, asiatische und arabische Länder verhängen drastische Maßnahmen gegen die Pandemie. "Menschen in den Hilfsprojekten unserer Bündnisorganisationen können auf unsere Hilfe bauen. Die Organisationen werden auch weiter an alternativen Lösungen arbeiten, um trotz Beschränkung für die Menschen da zu sein", so Roßbach.

Hören Sie hier einen Audiobeitrag über die Corona-Nothilfe von Aktion Deutschland Hilft:

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um in weltweiten Hilfsprojekten des Bündnisses die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausweiten zu können:

Spenden-Stichwort: Corona-Nothilfe weltweit
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden