von Aktion Deutschland Hilft
Die Chancen auf ein sicheres und gesundes Leben sind zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt. Das trifft vor allem Frauen und Mädchen: in jedem Alter, in den verschiedensten Lebensbereichen und auf allen Kontinenten. Krisen wie Naturkatastrophen, Kriege oder Pandemien verstärken diese Ungleichheiten. Laut Global Gender Gap Report 2025 sind weltweit erst 68,8% der Geschlechterlücke geschlossen.
Frauen in Krisen- und Katastrophengebieten
Bei Naturkatastrophen oder während eines Krieges zählen Frauen und Mädchen zu den am stärksten gefährdeten Gruppen. Ihr Risiko, das Leben oder die Lebensgrundlage zu verlieren, ist besonders hoch. Auch Frauen auf der Flucht sind großen Gefahren ausgesetzt. Aktuelle Konflikte wie in der Ukraine (seit 2022), Sudan und Gaza verschärfen sexualisierte Gewalt und Vertreibung massiv.
Alle Formen geschlechterspezifischer Gewalt nehmen in solchen Ausnahmesituationen zu. Frauen und Mädchen verlieren oft schützende Strukturen wie das Zuhause, den Arbeitsplatz oder den täglichen Schulbesuch. Ein paar Beispiele: Männer ziehen auf der Suche nach Arbeit häufiger an andere Orte. Kindererziehung, Pflege und Versorgung von Angehörigen bleibt dann den Frauen überlassen. In Dürreregionen sind es meist Mädchen, die für die Familie Wasser holen – und deshalb nicht mehr zur Schule gehen. Eine Studie hat zudem gezeigt, dass Frauen ihre eigenen Bedürfnisse häufiger zurückstellen, damit ihren Angehörigen mehr Nahrung bleibt.
Zahlen und Fakten zu...
- Im weltweiten Durchschnitt bekommt eine Frau 2,3 Kinder.
- Im Jahr 2023 starben schätzungsweise 260.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt – das entspricht einem mütterlichen Todesfall alle zwei Minuten. Das sind 2,8 Millionen pro Jahr. Die Gründe, etwa Komplikationen während der Geburt, sind meist vermeidbar.
- Insgesamt ist die Müttersterblichkeit zwischen 2000 und 2023 um 40 Prozent gesunken. Angesichts hoher Armutsraten und zahlreicher Konflikte entfielen im Jahr 2023 jedoch immer noch rund 70 Prozent der weltweiten Fälle von Müttersterblichkeit auf die Region Subsahara-Afrika. In den übrigen Regionen stagnierte der Fortschritt.
- Weltweit gibt es 650 Millionen Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden.
- 132 Millionen Mädchen weltweit gehen nicht zur Schule. Kinder, die in Kriegsgebieten leben, sind besonders oft betroffen.
- In 18 Ländern, darunter Bahrain, Iran und Sudan, haben Ehemänner das Recht, ihren Frauen das Arbeiten zu verbieten.
- Frauen werden weltweit schlechter bezahlt als Männer; das geschlechterspezifische Lohngefälle liegt bei 23 Prozent.
- Nur 65 Prozent der Frauen besitzen ein Bankkonto; hingegen 72 Prozent der Männer.
- Nur 13,5 % der UN-Staaten haben ein weibliches Staatsoberhaupt oder eine Regierungschefin.
- 27,2 % der Sitze in nationalen Parlamenten wird von Frauen besetzt.
- Frauen besetzen weltweit weniger als ein Drittel der Führungspositionen – obwohl sie fast die Hälfte der globalen Erwerbsbevölkerung ausmachen.
- Frauen mit Behinderungen sind häufiger Analphabetinnen und erreichen seltener höhere Positionen im Job als Männer mit Behinderungen.
- Fast jede dritte Frau weltweit hat schon körperliche und/oder sexuelle Gewalt innerhalb ihrer Partnerschaft erlebt. Weniger als 40 Prozent der Betroffenen suchen sich Hilfe.
- Täglich werden 137 Frauen von einem Familienmitglied getötet. Das ist mehr als die Hälfte aller getöteten Frauen weltweit. Allein in Deutschland starben im Jahr 2024 308 Frauen und Mädchen – davon 132 Frauen in Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt.
- Weltweit leben 230 Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen weiblicher Genitalbeschneidung.
SDGs: Mehr Gleichberechtigung für Frauen bis 2030
In den 17 Nachhaltigen Zielen der Vereinten Nationen (Agenda 2030) findet sich die Situation von Frauen und Mädchen an verschiedenen Stellen wieder. Ziel 5 zum Beispiel zielt auf die Selbstbestimmung beider Geschlechter hin.
Es gibt verschiedene internationale Aktionstage, die auf Rechte von Frauen und Mädchen aufmerksam machen:
- 6. Februar: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung
- 8. März: Weltfrauentag
- 19. Juni: Internationaler Tag für die Beseitigung sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten
- 1. August: Muslim Women's Rights Day
- 11. Oktober Weltmädchentag
- 25. November: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen
Bildergalerie: Zur Situation von Frauen weltweit
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Unser Bündnis unterstützt Frauen und Mädchen weltweit auf dem Weg in ein sicheres, gesundes und selbstbestimmtes Leben. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, zu helfen. Danke!
Quellen: UN Women, Global Gender Gap Report 2025 (Weltwirtschaftsforum), Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, World Bank Group, Weltgesundheitsorganisation, Bundeskriminalamt, UNICEF (Stand: März 2026)
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