von Aktion Deutschland Hilft/CARE
Immer wieder aufflammende Gewalt, Extremwetter und rasant steigende Preise: Viele Menschen im Südsudan leben unter schwierigen Bedingungen. In Frauenzentren bilden Ayom und Nyabol sich fort und lernen neue Fähigkeiten – und wie sie einen Weg aus der Armut finden können.
Das Einkommen reichte kaum zum Überleben
Ayom lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einer kleinen Stadt im Norden des Südsudans. Bis vor kurzem kaufte und verkaufte die 28-Jährige noch Kleidung auf einem Markt, um die Familie über die Runden zu bringen.
“Ich ernähre meine Familie, da mein Mann keine Arbeit findet. Wir haben keine andere Einkommensquelle”, sagt sie. Das Geld, das die Mutter dabei verdiente, reichte kaum zum Überleben – geschweige denn für medizinische Behandlung oder die Schulausbildung ihrer Kinder.
Neben immer wieder eskalierenden Konflikten verschärft vor allem der Klimawandel die humanitäre Lage im Südsudan. In den vergangenen Jahren wechselten sich häufig Dürren und heftige Überschwemmungen ab. Viele Landwirt:innen verloren ihre Ernten und ihr Vieh.
Ein weiteres Problem ist die Wirtschaft. Ein Großteil des Staatshaushaltes wird durch den Verkauf von Öl finanziert. Für den Transport muss jedoch der benachbarte Sudan durchquert werden. Aufgrund des dort herrschenden Krieges sind die Ölexporte drastisch eingebrochen und haben die Wirtschaft geschwächt.
Die Landeswährung, das Südsudanesische Pfund, hat inzwischen drastisch an Wert verloren. Gleichzeitig sind die Lebensmittelpreise stark gestiegen. Viele Familien können sich normale Grundnahrungsmittel kaum noch leisten.
Eine Chance für die Zukunft
Dann erhielt Ayom durch unsere Bündnisorganisation CARE die Chance, sich weiterzubilden. In einem Frauenzentrum von Coalition for Humanity, einer südsudanesischen Partnerorganisation von CARE, absolviert sie ein Training für Schneiderinnen.
“Ich bin hierhergekommen, um neue Fertigkeiten zu erlernen”, erklärt Ayom und blickt auf den gemusterten Stoff auf ihrem Schoß. Seit drei Monaten lernt sie, Kleidung selbst herzustellen – und merkt, dass sie im Umgang mit der Nähmaschine immer geschickter wird. Schon jetzt macht sich der Kurs bezahlt: Inzwischen verdient die Näherin in guten Wochen das Achtfache ihres früheren Einkommens.

Der wichtigste Gewinn: Bildung für ihre Kinder
Ayom war sofort klar, wofür sie ihr erstes Einkommen verwenden wollte. “Mit dem Geld schickte ich meine neunjährige Tochter zur Schule. Sie war so glücklich und aufgeregt, als sie zum ersten Mal ihre Schuluniform anzog”, sagt sie und ihr Gesicht leuchtet auf.
Die junge Mutter spart weiterhin jeden zusätzlichen Geldschein. Das Ziel: Auch ihre sechsjährige Tochter soll bald zur Schule gehen können.
Ein eigenes kleines Unternehmen
In einem anderen Frauenzentrum, das von CARE betrieben wird, knetet Nyabol Teig mit weiß bemehlten Händen. Es duftet nach dem frisch gebackenen Brot, das die 24-Jährige mit ihrer Frauengruppe in der Gemeinde verkaufen wird. “Bevor ich hierher kam, wusste ich nicht, wie man backt”, sagt Nyabol, während sie den Teig zu kleinen Brötchen formt. “Ich freue mich, dass ich neue Fähigkeiten erlernt habe.”
Inzwischen ist Nyabol noch einen Schritt weiter: Die junge Frau hat ihr eigenes kleines Unternehmen gegründet. Seitdem hat sie ein höheres Einkommen und kann genug Essen für sich und ihre Kinder kaufen.

Die Frauen unterstützen sich gegenseitig
Die Gruppenmitglieder sind einander eine große Stütze – finanziell und mental. Das gemeinsam eingenommene Geld wird sorgfältig in einer verschlossenen Metallkiste aufbewahrt. Es dient ihnen als Sicherheitsnetz, um Kredite für ihre Geschäfte oder medizinische Behandlungen aufnehmen zu können.
Während die Frauen routiniert Brote aus dem Ofen holen und in kleine Plastiktüten verpacken, tauschen sie sich auch über ihre Ersparnisse, ihre Zukunft und ihre ehrgeizigen Pläne aus.
Den Lebensunterhalt selbst bestreiten
“Es ist wichtig für uns Frauen, dass wir arbeiten können, denn früher waren wir Hausfrauen. Wir haben das Haus nicht verlassen. Jetzt handeln wir gemeinsam”, sagt Nyabol. “Das gibt uns Gewissheit, dass auch Frauen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können und gibt uns allen das Selbstvertrauen, das wir brauchen, um uns in der Gesellschaft zu behaupten.”
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