Katastrophen ereignen sich plötzlich und bringen Leid über viele Menschen. Das Bündnis hilft diesen Menschen schnell und koordiniert.

Wir über unsGeschichte des Bündnisses: „Die Zeit war einfach reif“

Die Chalton Street 43 in London und die Rue des Maraîchers 8 in Genf spielen in der Geschichte von Aktion Deutschland Hilft eine wichtige Rolle. An der Chalton Street hat das Disasters Emergency Committee (DEC) seinen Sitz, während das Büro der Schweizer Glückskette in Genf beheimatet ist. Die beiden Hilfsbündnisse haben sich in ihren Ländern schon lange etabliert – und waren Vorbilder für das Pendant in Deutschland.

Manuela Roßbach von CARE, Heribert Röhrig vom Arbeiter-Samariter-Bund und Bert Hinterkeuser von der Arbeiterwohlfahrt machten sich im Jahr 2000 auf den Weg nach London und Genf, um sich von den britischen und schweizerischen Kollegen die Konzepte der beiden Bündnisse erläutern zu lassen. Das erfreuliche Ergebnis: Am 6. März 2001 wurde mit der Gründung von Aktion Deutschland Hilft das Fundament für gemeinsam abgestimmte Hilfe im Katastrophenfall gelegt.

Die Idee: ein gemeinsamer Spendenaufruf

„Die Zeit war einfach reif für ein solches Bündnis in Deutschland“, sagt Heribert Röhrig. Ziel war, dass große und kleine Hilfsorganisationen gemeinsam um Spenden bitten und die eingehenden Spenden entsprechend der Kapazität zur Hilfeleistung vor Ort unter den beteiligten Organisationen aufgeteilt werden. Denn kleinere Organisationen hatten zuvor bei einem hohen Spendenaufkommen Schwierigkeiten, die Gelder umzusetzen, während große Organisationen viele Projekte nicht realisieren konnten. Bei einem gemeinsamen Spendenaufruf kann jede Bündnisorganisation die Hilfe leisten, die sie zu leisten imstande ist – und erhält anteilig genau dafür die notwendigen finanziellen Mittel. Seither ist Aktion Deutschland Hilft selbst zum Vorbild geworden - für ähnliche Bündnisse in ganz Europa.


Das Bündnis bewährt sich

Seit der Gründung wurde das Bündnis durch mehrere Großkatastrophen auf die Probe gestellt:

  • Im Jahr 2004 verursachte ein Seebeben vor Indonesien einen verheerenden Tsunami, der die Küstengebiete von elf Ländern rund um den Indischen Ozean überspülte und mehr als 230.000 Menschen das Leben kostete. Mehr als 1,7 Millionen Menschen werden obdachlos.
  • Im Mai 2008 verlieren in Myanmar durch die von Zyklon Nargis ausgelösten schweren Überschwemmungen 140.000 Menschen ihr Leben.
  • Am 12. Januar 2010 verwüstet ein Erdbeben Haiti, über 220.000 Menschen finden den Tod. Die Überlebenden verlieren ihr gesamtes Hab und Gut.
  • Am 11. März 2011 folgt in Japan einem Erdbeben der Stärke 9,0 ein verheerender Tsunami, durch den das Atomkraftwerk Fukushima schwer beschädigt wird.
  • Im Juni 2013 überfluten sintflutartige Regenfälle weite Teile Deutschlands, Österreichs und Tschechiens. Tausende verlieren ihr Zuhause an die Fluten.
  • Im November 2013 hinterlässt Taifun Haiyan, der schwerste je gemessene Taifun, auf den Philippinen eine Schneise der Verwüstung, mehr als 6.000 Menschen verlieren ihr Leben. Ganze Dörfer sind dem Erdboden gleichgemacht, die Ernten vernichtet.
  • Aufgrund der Kriege in Syrien seit 2012 und im Irak seit 2014 sind mehr als 30 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, ein Ende der Konflikte ist nicht abzusehen. Die folgende Flüchtlingskrise, die durch Kriege und Armut in Afrika weiter verstärkt wird, stellt Hilfsorganisationen vor nie dagewesene Herausforderungen: Mehr als 65 Millionen Menschen sind im Jahr 2015 auf der Flucht und benötigen dringend Hilfe.


Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft helfen den Menschen nach Katastrophen durch schnelle Nothilfe. Sie evakuieren Bewohner, sichern Gefahrenbereiche, bergen Tote und Verletzte und leisten medizinische Nothilfe. Sie räumen die Straßen von Schlamm und Trümmern und bringen dringend benötigte Hilfsgüter wie Lebensmittel und Trinkwasser in die Katastrophenregionen. Sie errichten Zeltstädte und mobile Gesundheitsstationen für die Menschen, die alles verloren haben, verteilen Haushaltsgegenstände und leisten Winterhilfe.

Um Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen, ist ein Schwerpunkt der Arbeit die Katastrophenvorsorge. Daher bringen die Organisationen Werkzeuge für die Reparatur beschädigter Gebäude in die Krisenregionen und helfen beim katastrophensicheren Wiederaufbau. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Cash-for-Work, die Prävention von Hungersnöten und vermeidbaren Krankheiten sowie die Behandlung traumatisierter Menschen stehen im Zentrum der Hilfe.

Seit der Gründung mit neun Mitgliedern ist das Bündnis stetig gewachsen. Aktuell sind 23 Hilfsorganisationen bei Aktion Deutschland Hilft.

Aufnahmejahre der paritätischen Bündnisorganisationen

Bündnisorganisationen DPWV Aufnahmejahr
arche noVa e.V. 2001
BRB BV Rettungshunde e.V. 2001
Freunde der Erzk. R. Steiners e.V. 2011
Hammer Forum e.V. 2001
Handicap International e.V. 2007
HelpAge Deutschland e.V. 2012
Kinderhilfsw. Stiftung Global Care 2001
LandsAid e.V. 2011
SODI e.V. 2001
Terra Tech e.V. 2001

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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