von Aktion Deutschland Hilft/action medeor
In der Ukraine kämpft Liudmyla nicht nur mit dem Verlust ihres Mannes, sondern auch um ihre eigene Gesundheit. In der Sozialapotheke in Odessa bekommt sie lebenswichtige Medikamente – und findet Menschen, die ihr beistehen.
Nach 54 Jahren verliert Liudmyla ihren Mann
Liudmyla und ihr Mann Mykola waren 54 Jahre lang unzertrennlich. “Er war mein Ehemann, mein bester Freund, ein toller Vater und Großvater. In all den Jahren habe ich nie ein böses Wort von ihm gehört”, sagt die 70-Jährige aus Odessa.
Heute lebt sie allein – ihr Mann starb dieses Jahr an Herzversagen. Beide waren herzkrank, beide brauchten dasselbe Medikament.
“Wir teilten die Freude des Herzmedikaments”, erzählt sie. Ihr Präparat Dabigatran kostet rund 31 Euro monatlich – eine Summe, die für das Ehepaar mit weniger als 100 Euro Rente unerschwinglich war.

Die Medikamentenvorräte reichen nicht für alle
In der Sozialapotheke von Your City, unterstützt von der Bündnisorganisation action medeor, erhielten sie die dringend benötigten Tabletten kostenfrei. Doch die Vorräte reichten nicht für alle.
“Das Medikament ist vergleichsweise teuer, deswegen konnte die Sozialapotheke es für eine Weile nur begrenzt ausgeben. Mein Mann Mykola gehörte glücklicherweise zu den Begünstigten. Wir haben es uns geteilt, in der Hoffnung, es würde für uns beide reichen”, sagt Liudmyla.
Abschied von Mykola
Als sich Mykolas Zustand verschlechterte, wich Liudmyla nicht von seiner Seite. "Ich bin nicht mehr aus dem Haus gegangen, selbst wenn Raketenalarm war. Ich blieb an seinem Bett."
Nach Wochen ohne Besserung kam Mykola ins Krankenhaus auf die Intensivstation. “Ich konnte ihn noch einmal kurz sehen, als er wieder bei Bewusstsein war. Kurz danach starb er – sein Herz war stehengeblieben.”
Hilfe von der Sozialapotheke
Nach Mykolas Tod kehrte Liudmyla in die Sozialapotheke zurück: “Ich habe gefragt, ob ich das Medikament, das eigentlich für ihn bestimmt war, bekommen darf. Und sie haben es mir gegeben. Dafür war ich sehr dankbar.”
Jeden Tag besucht sie das Grab ihres Mannes. “Ich kann immer noch nicht glauben, dass er nicht mehr da ist.” Heute bekommt Liudmyla weiter medizinische Hilfe und auch psychologische Unterstützung von Your City.
“Das Team ist so warmherzig. Sie hören sich alles an und tun, was sie können", sagt die Witwe.

Ein Ort der Hoffnung
Die Arbeit der Sozialapotheke ist für viele Menschen in Odessa überlebenswichtig. Doch die Medikamente reichen nicht für alle. Regelmäßig müssen lokale Mitarbeitende entscheiden, wem sie helfen können.
Ihre Unterstützung vor Ort ist auf Spenden angewiesen. action medeor und Your City setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Menschenwie Liudmyla Zugang zu Medikamenten, medizinischer Versorgung und psychologischer Hilfe erhalten.
Für Liudmyla bedeutet die Sozialapotheke weit mehr als kostenfreie Medizin – sie ist ein Ort der Hoffnung im Alltag des Krieges: “Vielen helfen nicht nur die Medikamente, sondern auch, dass da jemand ist und ein paar nette Worte sagt. Gerade passiert so viel Grausames um uns herum. Ich bin froh, dass es einen Ort wie diesen gibt.”
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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