von Aktion Deutschland Hilft/World Vision
Wir sind in einem Kinderzentrum in Dnipro im Osten der Ukraine, das von Arms of Mercy, einem lokalen Partner von Word Vision betrieben wird. Kinder und Betreuungspersonal treffen sich hier mehrmals die Woche zu Bildungs- und Therapiesitzungen.
“Die Kinder sind vom Krieg gezeichnet”
Im schwach beleuchteten Keller einer Schule erklingt leise Musik. Draußen schrillt der Ton einer anhaltenden Luftschutzsirene. Kinder sitzen über ihre Zeichnungen gebeugt, an den Wänden hängen fröhliche Poster. Die kleine Kindergruppe schreibt ihre stillen Wünsche auf.
Oleksandr Taraba, Projektkoordinator bei Arms of Mercy und Pastor in Dnipro, erlebt hier täglich, welche Auswirkungen der nun drei Jahre andauernde Krieg in der Ukraine auf die junge Generation hat.
“Die Kinder, die hierherkommen, sind tief vom Krieg gezeichnet. Viele wurden aus Frontgebieten vertrieben, manche haben bereits ihren Vater, Onkel oder einen anderen geliebten Menschen verloren. Anfangs sind sie sehr verschlossen. Jedes Geräusch lässt sie zusammenzucken. Es ist eine Herausforderung, ihr Vertrauen zu gewinnen.”
Wunsch nach Zuhause und Familie
"Ich wünsche mir eine Ukraine ohne Luftschutzsirenen, ohne Bomben, ohne Krieg. Ich möchte einfach bei meiner Familie sein", flüstert Katea, als wir sie nach ihren Wünschen fragen. Das 6-jährige Mädchen ist mit ihren Eltern aus Bachmut geflohen.
Auch für die 7-jährige Diana aus derselben Stadt fühlt sich Zuhause wie eine verschwommene Erinnerung an: “Alles, was ich mir wünsche, ist, nach Hause zu kommen. Für mich bedeutet Zuhause, mit meiner Familie zusammen zu sein – in meiner schönen Stadt Bachmut – und meine Freunde wiederzusehen, die ich schon so lange nicht mehr gesehen habe. Ich vermisse alles daran.”
Der 7-jährige Artem wünscht sich, dass sein Großvater aus dem Krieg zurückkommt: “Ich vermisse ihn so sehr”, erzählt er und zeigt uns sein selbstgezeichnetes Bild, auf dem man ein blaues Auto sieht, das ein Haus auf Rädern hinter sich herzieht.

Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen
Über 5,5 Millionen Kinder in der Ukraine sind dazu gezwungen, weiterhin unter der Bedrohung von Raketenangriffen und Luftalarmen zu leben – in einem Krieg, der ihnen alle Möglichkeit genommen hat, frei von Angst, Verlust und Trauer aufzuwachsen.
Laut einer aktuellen Studie leiden 43 Prozent der ukrainischen Kinder unter psychischen Belastungen wie Angst, Beklemmung und Reizbarkeit. Der Krieg hat fast 10 Millionen Ukrainer:innen, darunter 1,4 Millionen Kinder, einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen ausgesetzt.
Hilfe für die Seele
Insgesamt sechs Kinderzentren betreibt World Vision in der Ukraine mithilfe der Spenden von Aktion Deutschland Hilft – und erreicht damit über 1.200 Kinder. Wie auch hier in Dnipro versuchen die ausgebildeten Fachkräfte mit aller Kraft, den psychischen Folgen des Krieges für die Kinder etwas entgegenzusetzen.
Nach mehreren Wochen täglicher Therapie und Aktivitäten lassen sich erste Veränderungen im Verhalten der Kinder bemerken, berichtet uns Oleksandr Taraba.
“Sie beginnen, sich zu öffnen. Sie teilen, sie spielen, sie stellen Fragen. Eltern berichten von deutlichen Fortschritten. Es ist ein langsamer Wiederaufbau von Vertrauen, Verhalten und Wahrnehmung – geprägt durch ihre Traumata.”
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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