von arche nova
Vier Jahre nach Beginn der großflächigen Eskalation des Krieges ist die humanitäre Lage in der Ukraine weiterhin dramatisch. Millionen Menschen sind nach wie vor auf Unterstützung angewiesen, während sich Art und Ausmaß des humanitären Bedarfs im Verlauf des anhaltenden Krieges deutlich verändert haben. Die Hilfsorganisation arche nova ist seit dem ersten Tag im Kriegsgebiet aktiv und unterstützt derzeit vor allem soziale Einrichtungen und besonders betroffene Menschen.
Fröhliche Momente inmitten der Zerstörung
Wenn die Kinder der Kindertagesstätte Kazka in Hostomel im Morgenkreis sitzen, läuft fröhliche Musik. Es ist hell, warm und gemütlich. Dass sie mitten im Krieg aufwachsen, rückt in dieser sorglosen Umgebung für kurze Zeit in den Hintergrund. Doch der Schein trügt: Russische Angriffe haben den Kindergarten in der Vergangenheit schwer beschädigt, Dach, Wände und viele Möbel wurden zerstört. Häufige Stromausfälle erschwerten außerdem lange Zeit die Versorgung.
Solaranlage sichert Stromversorgung
Mittlerweile bekommen die Kinder von den Stromausfällen nichts mehr mit. Zu verdanken ist das der großen Solaranlage mit Speicher, die die Dresdner Hilfsorganisation arche nova in Zusammenarbeit mit Greenpeace auf dem Dach der Einrichtung installiert hat. Fünf Stunden lang kann sie die gesamte Stromversorgung übernehmen – in den Spiel- und Lernräumen, aber auch in der Küche.
“Während der Stromausfälle merken wir nichts, weil wir ein eigenes Energieversorgungssystem haben, das uns fünf Stunden lang mit Strom versorgen kann. Die Aktivitäten in den Gruppen können ungestört weitergehen, wir können ganz normal arbeiten, auch wenn der Strom länger ausfällt. Das Licht bleibt an, alle Geräte funktionieren.”
Yuliia Komarenko, Leiterin der Kindertagesstätte in Hostomel
Schutzraum bietet Wärme
Auch der Schutzraum der Kindertagesstätte wird über die Anlage mit Energie versorgt. Fällt der Strom aus, bleibt es dort bis zu sieben Stunden lang hell und warm. In den Abendstunden und über Nacht ist der Schutzraum für die Bevölkerung Hostomels geöffnet – ein Angebot, das zu dieser Jahreszeit viele Familien dankbar annehmen, um ein paar Stunden im Warmen zu verbringen.

Veränderte Hilfsbedarfe: Infrastruktur im Fokus
Die Situation in sozialen Einrichtungen wie dieser zeigt deutlich, wie sehr sich der Hilfsbedarf in der Ukraine seit 2022 gewandelt hat. Anfangs fehlte es vor allem an Kleidung, Decken, Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Mittlerweile sind die durch den Krieg bedingten Ausfälle der Infrastruktur eine der größten Sorgen der Bevölkerung.
arche nova hat die humanitäre Arbeit an die veränderte Lage angepasst und unterstützt soziale Einrichtungen und kommunale Versorger dabei, die Wasser-, Strom- und Heizungsversorgung sicherzustellen.
„In den Einrichtungen, die wir unterstützen, kommen Menschen zusammen. Sie suchen dort Sicherheit, Wärme und Momente der Unbeschwertheit. Indem wir ihre Grundbedürfnisse sichern, können wir ihnen eine große Sorge nehmen.“
Abdurasul Kayumov, Länderreferent Ukraine bei arche nova
Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht
Zuversicht und Stabilität benötigen auch die mehr als 3,7 Millionen Binnenvertriebenen in der Ukraine. Die Gemeinden, die sie aufnehmen und Sammelunterkünfte bereitstellen, stehen vor großen Herausforderungen. Vielerorts fehlt es an finanziellen Mitteln, um Binnengeflüchtete mit dem Nötigsten versorgen zu können. 2026 möchte sich arche nova deshalb mit einem neuen Projekt dafür einsetzen, dass die Schutzsuchenden in den Unterkünften ein menschenwürdiges Leben führen können. Dafür ist die Organisation dringend auf Spenden angewiesen.
„Je länger der Krieg andauert, desto schwieriger wird es, die dringend benötigte Unterstützung zu sichern. Der Bedarf bleibt enorm, doch die verfügbaren Mittel halten nicht Schritt. Gleichzeitig nehmen wir eine wachsende Spendenmüdigkeit wahr – dabei ist es für die Menschen in der Ukraine überlebenswichtig, dass wir jetzt nicht wegsehen.“
Anna-Luise Sonnenberg, Leitung Kommunikation & Fundraising bei arche nova
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen aus der Ukraine.
Stichwort: Nothilfe Ukraine
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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