Hunger im JemenBerufliche Perspektiven für Menschen im Jemen

21-06-2021

von LandsAid/Aktion Deutschland Hilft

Sechs Jahre Krieg haben im Jemen vieles zerstört – auch die Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit im Land steigt Jahr für Jahr. Besonders die junge Bevölkerung ist davon betroffen. Geschätzt jeder vierte unter 24 Jahren hat heute im Jemen keine Arbeit. Jeder zweite hat keine feste Anstellung und arbeitet laut statistischen Angaben "selbstständig".

Arbeitslosigkeit im Jemen: Vor allem junge Menschen leiden

Junge Universitätsabsolventinnen und -absolventen erlernen nachträglich handwerkliche Berufe, weil es in dieser Branche noch bezahlte Stellen gibt. Die jungen Menschen unter den Binnenvertriebenen im Land leiden unter der angespannten Arbeitsmarktsituation am meisten. Sie bekommen noch seltener eine Anstellung oder gar die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen. Armut und die Abhängigkeit von Lebensmittelhilfe – kann das die Zukunft einer nachkommenden Generation sein?

Die Bündnisorganisation LandsAid will daran etwas ändern und setzte gemeinsam mit ihrem lokalen Partner Human Needs Development ein umfassendes Berufsbildungsprojekt um, das jungen Geflüchteten einen besseren Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten verschafft.

LandsAid schafft Zukunftsperspektiven

Im ersten Durchlauf boten die Helferinnen und Helfer 300 jungen Menschen in der Hauptstadt Sanaa Berufsbildungskurse an. Sechs Berufsfelder standen zu Auswahl, die derzeit allesamt auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind: Schneiderei, Handyreparatur, Wartung von Solaranlagen, Kunsthandwerk, Elektroinstallation und Tischlerei.


Der Schwerpunkt der Kurse lag dabei stets auf praktischen Kompetenzen. Absolventinnen und Absolventen eines Handyreparaturkurses beispielsweise waren in der Lage, selbstständig die Ursache von Problemen mit der Soft- und Hardware eines Smartphones zu identifizieren und zu beheben.

In den drei Monate andauernden Kursen wurden die jungen Menschen auch in übergreifenden Themen wie das Management eines Kleinunternehmens, Kommunikation oder Arbeitssicherheit unterrichtet. Darüber hinaus gab es für die Teilnehmenden Coachings zu Aufgaben wie Jobsuche, Bewerbung oder Entwicklung eines eigenen kleinen Unternehmens.

Zugang zum Arbeitsmarkt verbessern

Um auch strukturelle Veränderungen anzustoßen, wurden regelmäßige Treffen organisiert, bei denen lokale Akteurinnen und Akteure wie Arbeitsvermittlungen, Mikrofinanzinstitute oder Unternehmensverbände miteinander vernetzt wurden, um eigenständig dafür zu sorgen, dass junge Menschen eine wirtschaftliche Perspektive sowie einen besseren Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen.

Auf diese Weise wurden bestehende Kommunikationskanäle gestärkt und die Berufsbildungsstruktur im Land verbessert – auf lokaler und überregionaler Ebene.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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