Im Libanon fährt der Klinikbus um Flüchtlingen zu helfen.
©Malteser / Oumayma Farah

Hilfe für FlüchtlingeMit dem Klinikbus unterwegs im Libanon

24-03-2016

von Malteser International

Seit September 2014 betreibt Malteser International in der Provinz Akkar zusammen mit seiner lokalen Partnerorganisation, der libanesischen Assoziation des Malteserordens, eine mobile Gesundheitsstation, um die medizinische Grundversorgung in entlegenen Dörfern im Libanon sicherzustellen. Denn der Großteil der hier lebenden syrischen Flüchtlinge und der libanesischen  Bewohner könnte sich im Krankheitsfall keine medizinische Behandlung leisten. Dank des Klinikbusses haben sowohl syrische Flüchtlinge als auch bedürftige Libanesen Zugang zu kostenloser medizinischer Behandlung und Medikamenten.

In guten Händen

Unter den wartenden Patienten treffen wir den 46 Jahre alten Mohamad mit seiner Frau und seinen Kindern. Das jüngste ist gerade mal einen Monat, das älteste 16 Jahre alt. „Vor drei Jahren und vier Monaten sind wir aus unserer Heimatstadt Homs hierher in den Libanon geflohen“, erzählt er. Nur drei seiner sechs Kinder können hier die Schule besuchen. „Das Leben im Libanon ist teuer für eine achtköpfige Familie“, betont er. Umso dankbarer ist er für die kostenlose medizinische Behandlung im Klinikbus der Malteser: „Ich komme regelmäßig hierher mit meiner Familie, denn meine Kinder sind oft krank“, so Mohamad. „Hier habe ich das Gefühl, dass meine Familie in guten Händen ist. Das Team ist immer freundlich und gut gelaunt.“

Im Libanon steht eine Familie mit Mann, Frau und Baby. Es ist eine Flüchtlingsfamilie.
© Malteser Libanon/Farah


Die einzige Hoffnung


Auch Aicha, Mutter von sechs Kindern, könnte sich ohne das Angebot der Malteser einen Arztbesuch nicht leisten. Sie ist vor einem Jahr und acht Monaten in den Libanon geflohen. Seitdem hat sie von ihrem Mann und ihrem Bruder, die beide noch in Syrien sind, nichts mehr gehört. „Ich bin heute mit meiner elfjährigen Tochter hier“, erzählt sie. „Während des Krieges in unserer Heimat wurde sie am Auge verletzt und musste operiert werden. Nun braucht sie wieder ihre Medikamente.“ Diese bekommt sie vom Malteser -Team kostenlos. „Die Malteser sind meine einzige Hoffnung. Ansonsten müsste ich mir das Geld für die Medikamente leihen, ohne zu wissen, wann ich es jemals zurückzahlen kann.“ Wann immer es eine Möglichkeit gibt, hilft Aicha auf den Feldern, um für sich und ihre Kinder den Lebensunterhalt verdienen und ihre Miete zahlen zu können.

Selten in der Region

Die 48 Jahre alte Samira muss ebenfalls alleine für das Überleben ihrer Familie in der Fremde sorgen. „Mein Mann ist 60 Jahre alt und kann nicht mehr arbeiten“, erklärt sie. Samira hat sieben Kinder, zwei Jungen und fünf Mädchen. Einer der Jungen starb im Bürgerkrieg in Syrien, der zweite konnte das Land bisher nicht verlassen. Ihre älteste Tochter ist bereits verheiratet und lebt bei ihrem Mann. „Wir sind vor zwei Jahren in den Libanon geflohen. Meine jüngste Tochter leidet unter einer körperlichen Behinderung und braucht eine spezielle Behandlung“, erzählt Samira. „Die Klinik der Malteser ist eine große Hilfe für uns, weil meine Tochter hier kostenlos behandelt wird“, fährt sie fort. „Ich vertraue den Ärzten. Denn die Untersuchungen und Behandlungen hier sind wirklich gut. So etwas findet man hier in der Region selten, schon gar nicht für Flüchtlinge wie uns.“

Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Anwohner im Zedernstaat

Seit Beginn der Kampfhandlungen in Syrien sind fast 1,2 Millionen Syrer in den Libanon geflohen. Zusammen mit syrischen Migranten und palästinensischen Flüchtlingen machen sie ein Drittel der Bevölkerung des Libanon aus. Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge im Libanon verschlechtern sich von Tag zu Tag. Aber auch viele Libanesen leiden inzwischen unter großer Not und Arbeitslosigkeit. Neben dem Betrieb der mobilen Gesundheitsstation unterstützt Malteser International auch mehrere Gesundheitszentren mit Medikamenten und medizinischer Ausstattung und verteilten Hilfsgüter an syrische Flüchtlinge und bedürftige Libanesen, um deren Grundversorgung zu verbessern.

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