Frauen im Flüchtlingscamp
© CARE/Sven Torfinn

Hilfe für FlüchtlingeHado trägt Wasser - und Verantwortung

03-08-2017

von CARE

Hado Abdi Gedi stößt auf viel Gegenwind in ihrer Gemeinde. Manchmal wird sie sogar beschimpft. Der Grund: Hado arbeitet. Und zwar in einem Job, der eigentlich von Männern dominiert wird. Sie ist eine von drei weiblichen Wasserbeauftragten in Dadaab, dem ehemals größten Flüchtlingscamp der Welt in Kenia.

Wasserholen ist Frauensache. Hado kennt das. Denn auch sie übernahm diese Aufgabe, bevor sie 1997 aus Somalia nach Dadaab flüchten musste. In Dadaab erhält ihre Familie wie alle anderen Bewohner täglich mehrere Kanister Wasser. Doch inzwischen ist Hado nicht mehr zuständig für das Schleppen von Wasserkanistern, sie ist Teil einer Männerdomäne. Doch dass Frauen Verantwortung für ganze Wasseranlagen übernehmen, ist neu.

Hado trägt Wasser - und Verantwortung

Die 28-Jährige ist nicht nur für die Sicherheit eines Wassertanks zuständig, sie kümmert sich auch darum, dass Frauen zweimal pro Tag sauberes Wasser in ihre gelben Kanister abfüllen können. "Ich bin stolz darauf, zu arbeiten. Es ist wichtig für mich, Verantwortung zu tragen – nicht nur für meine Familie, sondern auch für meine Landsleute", erzählt die junge Frau mit einem Lächeln auf den Lippen.

Hado Abdi Gedi beim Wasserholen
© CARE/Sven Torfinn

Hado kümmert sich um ein Wasserversorgungssystem, das mehr als 160.000 Flüchtlinge – etwa die Hälfte der Bewohner von Dadaab – mit sauberem Wasser versorgt.

Etwa 1.600 Flüchtlinge wie Hado unterstützen CARE, eine der Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft, bei der Wartung des Wassersystems, bei Essensverteilungen und Hygieneschulungen im Camp. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet CARE nicht nur für, sondern vor allem mit Flüchtlingen in Dadaab.

Frauen und Mädchen fördern und stärken

Unter den Flüchtlingen, die ehrenamtlich für CARE tätig sind, befinden sich immer mehr Frauen. "Eines unserer Hauptanliegen ist die Förderung und Stärkung von Frauen und Mädchen", sagt Nixon Otieno, Programmleiter in Dadaab. Hado etwa ging nie zur Schule und dennoch hat sie eine Arbeit gefunden.

Der andauernde Bürgerkrieg und die Folgen der schweren Dürre in Somalia zwangen Hado und tausende weitere Familien, aus ihrem Heimatland zu flüchten. In Dadaab angekommen, heiratete sie und bekam kurz darauf Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Funktion als Familienoberhaupt. "Nachdem mein Mann starb, brauchten wir dringend Geld, um zu überleben", erklärt Hado. Deshalb wandte sie sich an CARE. "Zunächst nahm ich an einer Fortbildung als Hygienehelferin teil, anschließend arbeitete ich für eines der CARE-Wasserkomitees, bis ich mich für die Bewachung der Wassertanks bewarb."

Sie musste sich erst beweisen

Zu Beginn ihres Jobs musste sie um Anerkennung kämpfen. "Männer kamen zu mir und beschwerten sich", erinnert sich Hado. Aber mittlerweile hat die Gemeinde akzeptiert, dass sie sich als Frau um das Wassersystem kümmert. "Mittlerweile glauben alle an meine Fähigkeiten – sogar die Männer."

Mit der Aufwandsentschädigung, die Hado von CARE erhält, kauft sie hauptsächlich Schulmaterialien für ihre Kinder. Die sollen in Zukunft die Chance haben, sich selbst zu versorgen – ohne auf Essensrationen von Hilfsorganisationen angewiesen zu sein.

Hado wünscht sich, dass Frauen höheres Ansehen in der somalischen Gesellschaft erreichen. "Manchmal müssen wir die Männer herausfordern. Verantwortung zu übernehmen, hat mich selbstbewusster gemacht. Ich hoffe, dass mehr Frauen die Gelegenheit bekommen, ihr Leben in die Hand zu nehmen", sagt Hado.

Infografik zum Weltwassertag 2017  
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