ElbeflutElbeflut

25-07-2010
Elbeflut

Für Aktion Deutschland Hilft war es die erste große Bewährungsprobe, sozusagen die Feuertaufe. Doch um Feuer ging es nicht, sondern um Wasser. Um sehr viel Wasser. Nach schier endlosen Regenfällen schwollen im Sommer 2002 die Elbe und ihre Nebenflüsse binnen Stunden auf das Mehrfache ihrer normalen Größe an. Gewaltige Wassermassen bahnten sich ihren Weg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg bis nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. 21 Menschen kamen in den Fluten ums Leben. Zehntausende verloren alles, was sie hatten.

Gemeinsam appellierten die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft an die Bundesbürger, für die Flutopfer im Osten des Landes zu spenden. 868.645,36 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Finanziert wurde mit diesem Geld die Arbeit jener Helferinnen und Helfer, die Tag und Nacht gegen die Folgen der Wassermassen ankämpften: vom Schleppen der Sandsäcke und Beseitigen der Schlammmassen, über die medizinische Betreuung der Flutopfer, die Verpflegung der Evakuierten bis hin zur Rettung von Menschenleben.

ADRA stellte in Dresden, Grimma und Wittenberg 200 Raumtrockner und 35 Heizgeräte für private Haushalte, Kindergärten sowie Seniorenheime bereit. Die Johanniter sanierten Kindertagesstätten sowie einen vollkommen zerstörten Jugendclub und gemeinsam mit dem Bündnispartner Help kümmerte man sich um sozial oder körperlich benachteiligte Menschen in Prettin und half ihnen beim Wiederaufbau der Gebäude. Darüber hinaus unterstützte ein Team von insgesamt zehn Bosniern – Angehörige des bosnischen Zivilschutzes und Mitarbeiter des Help-Büros in Sarajevo – die Bevölkerung in der sachsen-anhaltinischen Kleinstadt bei den Aufräumarbeiten. Help-Mitarbeiter Rifet Perla zeigte sich angesichts des Ausmaßes der Katastrophe erschüttert: „Das übertrifft meine schlimmsten Befürchtungen. Doch ich bin froh, ein Teil des Teams zu sein, das den Deutschen helfen kann – denn ohne die Hilfsbereitschaft der Deutschen wäre der Wiederaufbau von Bosnien-Herzegowina noch nicht so weit vorangeschritten.“

Während sich die Malteser unter anderem dem Wiederaufbau eines großen Gemeinschaftshauses widmeten, sanierte der Arbeiter-Samariter-Bund eine Ausbildungsstätte für Langzeitarbeitslose und Behinderte, um die Fortführung von Qualifizierungsmaßnahmen zu sichern. Auch Flutopfer im Ausland erhielten Unterstützung. So renovierte der ASB in der tschechischen Stadt Kralupy die teilzerstörte Beratungsstelle für drogenabhängige Jugendliche. Das Projekt erfolgte gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt. Diese förderte außerdem die Wiederinstandsetzung einer Behinderteneinrichtung in Pirna.

Die baulichen Schäden waren jedoch längst nicht alles, viele Menschen in den Flutgebieten zeigten sich traumatisiert. Ältere Menschen fühlten sich in die Nachkriegszeit zurückversetzt, kleine Kinder zeigten sich verängstigt. Der Dresdner Bündnispartner arche noVa richtete aus diesem Grund im Müglitztal eine psychosoziale Beratungsstelle ein. Doch es bleibt nicht bei der Beratungsstelle, schnell kommt es zu einer Vernetzung mit anderen Akteuren
im Bereich der Nachsorge. Die Landratsämter, das Regierungspräsidium Dresden, Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Initiativen arbeiten eng zusammen, um den Betroffenen eine möglichst optimale Betreuung und Beratung bei all ihren Problemen zukommen zu lassen. Später brachte arche noVa unter dem Titel „Die Jahrhundertflut“ ein Buch heraus, das die in der psychosozialen Beratungsstelle gesammelten Erfahrungen aufarbeitet.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
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