Ebola KongoEbola: Notstand in der DR Kongo

18-07-2019

von Aktion Deutschland Hilft

Seit mehr als einem Jahr greift in der Demokratischen Republik Kongo das Ebola-Virus um sich. 1.600 Menschen kamen bisher ums Leben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun den Gesundheitsnotstand erklärt. Es bestehe allerdings keine internationale Bedrohung, sagte der Vorsitzende des Expertenausschusses, Robert Steffen.

Ebola im Kongo: Mehr als 1.600 Tote

Die Lage im Kongo ist dramatisch: In den östlichen Provinzen Nord-Kivu und Ituri haben sich seit Juli 2018 mehr als 2.500 Menschen mit dem Virus infiziert. Mit 1.600 Toten ist es die Epidemie mit den meisten Opfern nach dem schweren Ausbruch in Westafrika 2014. Damals starben mehr als 11.300 Menschen durch die Infektion.

Was waren die schlimmsten Seuchen der Geschichte?

  • AIDS
    AIDS ist eine schwere Immunschwächekrankheit und gilt als unheilbar. Die meisten Infizierten weltweit leben in Afrika. Bis heute hat die Krankheit rund 39 Millionen Menschenleben gefordert.
  • Cholera
    Cholera wird vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser oder infizierte Nahrung verbreitet. Sie sorgt für lebensbedrohlichen Durchfall und Erbrechen. Die großen Cholera-Epidemien haben weltweit zu fast einer Million Toten geführt.
  • Typhus
    Wie Cholera verschwanden Typhus-Epidemien in Europa mit dem Bau von Kanalisationen Ende des 19. Jahrhunderts. Seit der Trennung von Abwasser und Trinkwasser ist die Krankheit seltener geworden. In vielen Entwicklungsländern gibt es Typhus aber noch immer. Jährlich erkranken rund 30 Millionen Menschen. Medikamente helfen, doch unbehandelt kann Typhus tödlich sein.
  • Pest
    Der "Schwarze Tod" hat in Europa einst mehr Tote gefordert als jede andere Krankheit. Von 1347 bis 1352 starb rund ein Drittel der Europäer. Es gab lange keine Pest-Epidemie mehr, doch ausrotten ließ sich die Krankheit nicht. In Ländern wie Madagaskar gibt es sie bis heute.
  • Pocken
    In Europa wütete die Pocken-Epidemie vor allem im 18. Jahrhundert, weltweit forderte die Krankheit rund 10 Millionen Tote. Seit den 80er Jahren gelten die Erreger der Pocken dank Impfungen als ausgerottet.
  • Spanische Grippe
    Die spanische Grippe zählt zu den schlimmsten Epidemien weltweit. Anfang des 20. Jahrhunderts breitete sie sich weltweit aus und tötete rund 50 Millionen Menschen. Im Gegensatz zur normalen Influenza, die meist nur für Kinder, Kranke und ältere Menschen lebensbedrohlich werden kann, starben durch den aggressiven Erreger auch viele junge Menschen.

Welche sind die gefährlichsten Seuchen weltweit?

  • Ebola
    Ebolaviren stammen aus den Regenwäldern in Südostasien und Afrika. Die Ebola-Epidemie, die 2014 in mehreren Ländern in Westafrika ausbrach und Anfang 2016 für beendet erklärt wurde, forderte zehntausende Tote.
  • Malaria
    Jedes Jahr erkranken mehr als 200 Millionen Menschen an Malaria, etwa eine halbe Million sterben daran. Der Erreger wird in tropischen und subtropischen Gebieten, besonders in Afrika, von Mücken übertragen. Den besten Schutz bieten Moskitonetze.
  • Denguefieber
    Denguefieber kommt in tropischen und subtropischen Gebieten vor; besonders betroffen sind Länder in Süd- und Zentralamerika sowie Südostasien und Indien. Die WHO schätzt, dass sich jährlich 50 bis 100 Millionen Menschen infizieren.
  • Syphilis
    Syphilis war in Deutschland vor allem im 18. Jahrhundert stark verbreitet, doch noch immer gibt es jährlich mehrere tausend Neuerkrankungen. Bei schlechter oder fehlender Behandlung zerstört Syphilis das Nervensystem und kann zum Tod führen.
  • Tuberkulose
    Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, gehört zu den tödlichsten Infektionskrankheiten. Der Erreger gelangt durch die Atemwege in den Körper und greift die Lunge an. Eine effektive Impfung gibt es nicht. Während die Krankheit in Europa vor allem im 19. Jahrhundert verbreitet war, tritt sie heute vor allem in Asien und Afrika auf.

Wann wird ein Virus zur Seuche?

Nicht jedes Virus kann eine globale Seuche auslösen. Nur hoch ansteckende und schwer behandelbare Krankheiten haben das Potenzial dazu. Das geschieht besonders schnell, wenn Menschen stark geschwächt sind und es an lebenswichtigen Gütern wie Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten fehlt.

Naturkatastrophen verstärken die Gefahr: bei Fluten und Stürmen verbreitet sich unreines Wasser und Parasiten können sich rasch vermehren; bei Dürren müssen die Menschen mit wenig Wasser auskommen; bei Hungersnöten können entkräftete Menschen der Krankheit wenig entgegensetzen.

Wie verbreiten sich Seuchen?

Wie stark Seuchen sich ausbreiten und wie lange sie wüten, ist sehr unterschiedlich. Mangelhafter Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygieneartikeln begünstigen ihre Ausbreitung. Außerdem können sich Krankheiten im Zeitalter der Globalisierung schneller über Grenzen hinweg ausbreiten.

Viele Länder - vor allem Industriestaaten - sind auf Seuchen vorbereit. Stabile Gesundheitssysteme sind wichtig, um Epidemien in Entwicklungsländern wirkungsvoller zu bekämpfen und ihren Ausbruch zu verhindern.

Was ist der Unterschied zwischen Pandemie, Epidemie und Endemie?

Was ist der Unterschied zwischen Pandemie, Epidemie und Endemie?

Bei einer Pandemie breitet sich eine Krankheit länder- und kontinentübergreifend aus. Anders als eine Epidemie, ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt.

Bei der Epidemie häufen sich Krankheitsfälle innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, etwa innerhalb eines Landes oder mehrerer Staaten. Die Krankheit breitet sich noch nicht auf benachbarte Kontinente aus.

Endemie nennt man das gehäufte Auftreten einer Krankheit in einer begrenzten Region, etwa einer Insel.

Wie können Seuchen verhindert werden?

Die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft kümmern sich in Notsituationen um sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen, Hygieneartikel und Hygieneschulungen. Das verhindert, dass sich Krankheiten wie Cholera und Ruhr ausbreiten und Seuchen entstehen.

In Behandlungszentren versorgen Helfer die Kranken und Schwachen, damit sich niemand ansteckt. Außerdem impfen wir Kleinkinder gegen schwere Krankheiten. Impfungen gegen Kinderlähmung oder Masern haben bereits unzählige Menschenleben gerettet.

Was bedeutet der Notstand?

Der nun ausgerufene Notstand bedeutet, dass in dem Land verstärkt Maßnahmen ergriffen werden, um die Krankheit einzudämmen und sie besser zu bekämpfen. Das benötigte Geld dafür ist schneller verfügbar. Außerdem sollen mehr medizinische Hilfskräfte ausgebildet werden.

Ausweitung von Ebola droht der WHO zufolge nicht

Von Reisewarnungen oder Grenzschließungen sieht die WHO ab. Der Ebola-Virus hat sich bei dem aktuellen Ausbruch kaum über die Grenzen des Kongos hinweg verbreitet. Nur in Uganda waren im Juni drei Ebola-Fälle registriert worden. Eine weitere Ausweitung der Krankheit droht der WHO zufolge derzeit nicht.

So hilft unser Bündnis

Organisationen unseres Bündnisses helfen den Menschen vor Ort – gemeinsam, schnell und koordiniert.

  • Wir verteilen Notfallkits mit Medikamenten
  • Wir errichten Isolierstationen für betroffene Menschen
  • Wir stellen Schutzanzüge bereit
  • Wir beraten Krankenhäuser in den gefährdeten Regionen
  • Wir klären Menschen über die Krankheit auf – das verhindert, dass sich das Virus weiter ausbreitet
  • Wir sorgen für sauberes Wasser und mehr Hygiene

Im Kongo sind viele Familien dringend auf Hilfe angewiesen – auch im Kampf gegen Hunger und Armut. Wie unsere Bündnisorganisationen im ganzen Land helfen, erfahren Sie hier!

Danke, dass Sie diese Hilfe mit Ihrer Spende möglich machen!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Betroffenen des Ebola-Ausbruchs im Kongo:

Spenden-Stichwort: Ebola Kongo
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden