GesundheitTuberkulose (TB)

von Aktion Deutschland Hilft

Tuberkulose ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Sie ist heute vor allem in Teilen Afrikas und Asiens verbreitet. Erfahren Sie mehr über Erreger, Symptome und Behandlung!

Tuberkulose – was ist das? 

Die Infektionskrankheit Tuberkulose (Abkürzung: TB oder TBC) ist auch als Schwindsucht bekannt. Verursacher sind Erreger des Stammes Mycobacterium tuberculosis, zu dem mehrere Bakterien gehören. Die Krankheit befällt meist die Lunge, kann aber jeden Teil des Körpers treffen. Mit dem Bakterium infiziert zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Krankheit auch ausbricht.

Wie wird Tuberkulose übertragen?

Menschen können einander mit Tuberkulose anstecken. Der Erreger Mycobacterium tuberculosis wird in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen, was zum Beispiel beim Husten oder Sprechen geschieht. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome, beträgt sechs bis acht Wochen.

Die Krankheit ist nicht hochansteckend. Ob andere Menschen infiziert werden, hängt unter anderem davon ab, wie eng der Kontakt zu einem Infizierten war.

Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?

Das Immunsystem eines gesunden Menschen kann die Krankheit abwehren. Menschen mit geschwächten Abwehrkräften, Untergewicht, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit jedoch sind stark gefährdet. Gefährlich ist die Kombination mit dem HI-Virus bzw. Aids, da die Krankheiten einander verstärken.

Mangelnde Hygiene oder eine schlechte Wohnsituation, etwa bei obdachlosen Menschen, können eine Erkrankung begünstigen. Bei Menschen, die sich in Risikogebieten für Tuberkulose aufgehalten haben oder näheren Kontakt zu Infizierten hatten, steigt die Gefahr einer Ansteckung.

Was passiert bei Tuberkulose im Körper?

Die TB-Bakterien befallen vorwiegend die Lunge (auch Lungentuberkulose genannt) und führen dort zu Entzündungen. Seltener breitet sich die Krankheit über Lymph- oder Blutbahnen auf andere Organe wie die Nieren, das Gehirn oder den Darm aus. Es kann zu lebensbedrohlichen Schäden kommen; ein Beispiel ist tuberkulöse Meningitis (Hirnhautentzündung).

Welche Symptome hat man bei Tuberkulose?

Die Krankheit äußert sich zunächst mit Husten, Nachtschweiß und erhöhter Temperatur. Später können das Fieber steigen und der Husten stärker, auch blutig werden. Tuberkulose kann auch symptomfrei verlaufen.

Behandlung: Welche Medikamente helfen gegen Tuberkulose?

Tuberkulose kann mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden. Bleibt TB unbehandelt, kann sie zu bleibenden Organschäden oder zum Tod führen. Die Behandlung kann Wochen oder Monate dauern und ist für Menschen in ärmeren Weltregionen oft schwer zu finanzieren.

Soll man sich gegen TB impfen lassen?

Eine effektive Impfung gegen Tuberkulose gibt es nicht und wird vom Robert-Koch-Institut seit 1998 nicht mehr empfohlen. Grund ist auch, dass die Infektionskrankheit in Deutschland kaum auftritt.

In Ländern, in denen es viele Tuberkulose-Fälle gibt, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Impfen weiterhin. Bei Reisen in Risikogebiete hingegen ist es nicht nötig. Stattdessen können Rückkehrer einen Tuberkulintest machen. 

Ist Tuberkulose tödlich?

Bleibt Tuberkulose unbehandelt, kann die Krankheit tödlich sein. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Das gilt vor allem im Falle einer HIV-Infektion bzw. Aids, da sich die Krankheiten verstärken.

Zahlen & Fakten: Tuberkulose in Deutschland und weltweit

Tuberkulose ist neben HIV/Aids und Malaria eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten.

  • Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung (2 Milliarden Menschen) soll mit TB infiziert sein. Doch die Krankheit bricht bei den wenigsten aus. Nur fünf bis zehn Prozent der Betroffenen brauchen medizinische Hilfe.
  • Weltweit erkranken jedes Jahr mehr als 9 Millionen Menschen an der Krankheit, etwa 1,4 Millionen sterben daran.
  • 85 Prozent der Erkrankten leben in Afrika, Südostasien und der westlichen Pazifikregion. Die Todeszahl ist vor allem im südlichen Afrika hoch.
  • In Europa tritt die Krankheit heute vor allem in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion auf. In Westeuropa ging die Zahl der Tuberkulose-Fälle während der vergangenen Jahrzehnte zurück.
  • In Deutschland ist Tuberkulose selten, es gibt circa fünf Patienten jährlich.

Geschichte: Die Krankheit früher und heute

"Weißer Tod", "Weiße Pest" oder "Bleiches Sterben": Tuberkulose gilt als eine der ältesten Krankheiten der Menschheit. Das sollen unter anderem 3.000 Jahre alte Dokumente aus China belegen.

Tuberkulose war eine der großen Seuchen und gehörte im 19. Jahrhundert zu den Haupttodesursachen. Zu dieser Zeit wurden zahlreiche Lungenheilstätten (auch "Höhenkliniken") für Tuberkulosekranke gegründet. In Deutschland wurde die Volkskrankheit früher auch "Schwindsucht" genannt. 

Der Erreger Mycobacterium tuberculosis


Dank wirksamer Medikamente sowie gestiegener Hygiene- und Ernährungsstandards in Industrienationen hat man die Krankheit heute unter Kontrolle. Ein gesundes Immunsystem schafft es meist, die Krankheit abzuwehren. Sorge bereiten Medizinern jedoch neue, gegen die existierenden Tuberkulose-Medikamente resistente Erreger.

Robert Koch und der Welttuberkulosetag

Seit 1996 ist der 24. März der Welttuberkulosetag. An diesem Tag im Jahr 1882 verkündete der Mediziner Robert Koch die Entdeckung der Tuberkulose-Erreger, stäbchenförmiger Bakterien. 1905 erhielt er dafür den Nobelpreis für Medizin.

Quelle: Robert Koch Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Apotheken Umschau

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die weltweite Nothilfe

Spenden-Stichwort: Nothilfe weltweit
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
jetzt online spenden!