von Aktion Deutschland Hilft
Am 24. Juni 2026 haben zwei schwere Erdbeben Venezuela erschüttert, besonders der Norden des Landes ist betroffen. Tausende Menschen sind tot, verletzt oder werden vermisst. Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, um Verschüttete zu bergen und Überlebende zu versorgen.
Update (10.07.2026)
Prekäre Lage in Venezuela
Acht Tage nach den beiden schweren Erdbeben im Norden Venezuelas melden die Behörden fast 3.500 Tote, 16.740 Verletzte. 6.462 Menschen konnten laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA) gerettet werden. Zehntausende Menschen werden vermisst. Die Lage ist prekär.
Der Zugang zu den betroffenen Gebieten ist zum Teil eingeschränkt – unter anderem durch Regen und Unwetter und eine eingestürzte Brücke, die nach La Guaria führt.
Bündnisorganisationen helfen Menschen vor Ort
Mehrere Bündnisorganisationen sind seit den Erdbeben im Einsatz – vor allem in dem besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira. Zusammen mit ihren lokalen Partnern stellen sie sicher, dass die Hilfe schnell und gezielt dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Medizinische und psychosoziale Hilfe
Die medizinische Versorgung wird weiter ausgebaut. Die Johanniter haben ein Team mit 27 Einsatzkräften und 13 Tonnen medizinischer Ausstattung und Medikamenten nach Caracas entsandt. Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation sind zudem psychologische Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung für 2.000 Menschen geplant.
Auch die Malteser unterstützen mit mobilen medizinischen Einheiten die Versorgung besonders vulnerabler Menschen. Der Mangel an essenziellen Medikamenten bleibt eine große Herausforderung. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten ist derzeit stark eingeschränkt, die gesundheitliche Lage droht sich in der Region drastisch zu verschlechtern.
Wasser, Hygiene, Nahrungsmittel
Der Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneartikeln bleibt entscheidend, um den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu verhindern. In den überfüllten Unterkünften sind die Menschen besonders gefährdet: Enge Lebensbedingungen erhöhen das Risiko erheblich. Der ASB stellt drei SkyHydrant-Wasseraufbereitungsanlagen bereit und unterstützt Menschen mit Behinderungen durch Hilfsmittel, barrierefreie Informationen und psychosoziale Angebote.
AWO International verteilt gemeinsam mit dem venezolanischen Partner FUDEP 550 Hygienekits in Notunterkünften – ein wichtiger Schutz für die Gesundheit der Kinder, Frauen und Männer. Auch die Bündnisorganisation CARE versorgt Betroffene mit warmen Mahlzeiten, Wasser, Hygieneartikeln und psychosozialer Unterstützung. In Caracas und der Gemeinde Pericoco im Umland unterstützt Help mit Nahrungsmitteln und Hygieneprodukten.
Unterkünfte und Wiederaufbau
Mehrere Organisationen, darunter action medeor und Habitat for Humanity, arbeiten an Lösungen für sichere Unterbringung und langfristige Stabilisierung. Help stellt Werkzeug und Schutzausrüstung für Aufräumarbeiten bereit. Um beschädigte Häuser schnell wieder bewohnbar zu machen, bereitet Habitat for Humanity leichtere bis mittlere Reparaturen vor.
Bildergalerie: Unsere Hilfe für die Menschen in Venezuela
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Update (29.06.2026)
Die Tage danach: Zehntausende Menschen brauchen dringend Hilfe
In der Woche nach den schweren Erdbeben im Norden Venezuelas bleibt die Lage prekär. Inzwischen meldet die Regierung mehr als 1.400 Tote und über 3.200 Verletzte. Das Ausmaß wird nach und nach immer klarer und Expert:innen vermuten nach wie vor eine weitaus höhere Zahl von Betroffenen. Die Vereinten Nationen meldeten zuletzt 50.000 Vermisste im Land.
Mehrere Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind bereits im Einsatz oder bereiten ihren Einsatz vor – in Zusammenarbeit mit ihren venezolanischen Partnerorganisationen. Helfer:innen berichten von Zugangsschwierigkeiten, unter anderem wegen zerstörter Infrastruktur. Unzählige Nachbeben erschweren die Arbeiten zusätzlich.
Erdbeben Venezuela: Hilfe ist möglich!
Trotzdem ist Hilfe möglich und auch zu den betroffenen Menschen durchgekommen. Eine erste Medikamentenlieferung von action medeor ist in einem venezolanischen Krankenhaus angekommen. ADRA Venezuela hat 1.000 Hygienekits verteilt und unterstützt bei der Wasseraufbereitung. CARE hat über drei lokale Partner ebenfalls Nothilfe-Pakete verteilt, außerdem leisten die Helfer:innen psychosoziale Unterstützung.
Ebenso verteilt der venezolanische Partner von Help - Hilfe zur Selbsthilfe Pakete mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Werkzeugen für Aufräumarbeiten. World Vision leistete bereits Nothilfe für 300 Menschen in der besonders betroffenen Stadt La Guaira, weitere Nothilfemaßnahmen wie Nahrungsmittelverteilung starten.
Auch LandsAid ist über einen venezolanischen Partner aktiv; Helfer:innen verteilten Wasser und Hygiene-Artikel in La Guaira. Der Arbeiter-Samariter-Bund kümmert sich mit mobilen Filteranlagen, sogenannten SkyHydranten, um die Wasseraufbereitung.
Medizinische Nothilfe ist unterwegs
Ein medizinisches Team der Johanniter ist in Venezuela eingetroffen, um die Menschen zu versorgen. Malteser International hat ein Erkundungsteam ins Land geschickt und stellt ansonsten gemeinsam mit lokalen Partnern die medizinische Versorgung in den Fokus. Geplant ist die Versorgung von circa 7.000 besonders vulnerablen Menschen. Unter anderem werden dafür mobile Kliniken in der vom Erdbeben betroffenen Region mit Medikamenten unterstützt. Gerade im Hinblick auf das Gesundheitssystem im Land, das schon vor der Katastrophe angeschlagen war, sind die Menschen dringend auf medizinische Unterstützung angewiesen.
Weitere Bündnisorganisationen wie HelpAge, Kinderhilfswerk Global Care, Freunde der Erziehungskunst und AWO International bereiten derzeit ihren Einsatz gemeinsam mit lokalen Partnern vor. Auch die Teams von Handicap International sind in La Guaira und bereiten ihren Einsatz vor: Sie leisten unter anderem Hilfe mit Notfall-Reha für Schwerverletzte, Nahrungspaketen, Hygieneartikeln und psychologischer Unterstützung.
“Amputationen ohne Narkose”
Helfer:innen berichten von dramatischen Engpässen bei der Versorgung der Menschen:
“Der Mangel an Hilfsgütern und die fehlenden Mittel, um auf die Katastrophe zu reagieren, haben verheerende Folgen. Das medizinische Personal arbeitet mit bloßen Händen und ohne ausreichende Ausrüstung. Da die Betäubungsmittel aufgebraucht sind, müssen sogar Amputationen ohne Narkose durchgeführt werden.”
Adreina Jota vom Handicap-International-Notfallteam in La Guaira
Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer Spende die Arbeit unseres Bündnisses nach dem Erdbeben in Venezuela unterstützen!
(25.06.2026)
Schwere Erdbeben in Venezuela
Zwei schwere Erdbeben haben am Mittwochabend, 24. Juni 2026, den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert. Auch die Hauptstadt Caracas ist betroffen. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt, Expert:innen rechnen mit Tausenden Toten und Verletzten.
Erdbeben Venezuela: Tausende Tote befürchtet
Die beiden Beben trafen das Land gegen 18 Uhr Ortszeit innerhalb weniger Sekunden: Zunächst wurde laut der US-Geologiebehörde (USGS) ein Erdbeben der Stärke 7,2 registriert, nur 39 Sekunden später folgte ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,5. Die Epizentren lagen rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas. Aufgrund der geringen Tiefe des zweiten Bebens – nur etwa zehn Kilometer – waren die Erschütterungen besonders heftig und verursachten schwere Schäden.
Bislang sind bereits mindestens 164 Tote und 971 Verletzte bestätigt. Rettungskräfte arbeiten weiter daran, Verschüttete zu bergen. Angesichts der Stärke der Erschütterungen gehen die Expert:innen der USGS davon aus, dass die Zahl der Toten auf über 10.000 steigen könnte.
Bündnisorganisationen sondieren die Lage vor Ort
Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind vor Ort. Sie sondieren die Lage, ermitteln Hilfsbedarfe und bereiten erste Nothilfe-Maßnahmen vor. Die Bündnisorganisation World Vision stellt zunächst die Versorgung mit Trinkwasser, den Aufbau von Notunterkünften und die psychosoziale Hilfe für Kinder in den Fokus.
Maria Pernalete, Mitarbeiterin von World Vision in Venezuela, erlebte das Erdbeben in ihrem Haus in Caracas, das ebenfalls schwer beschädigt wurde: “Wir können jetzt nicht mehr ins Haus zurück. Es gab viele Nachbeben. Das wird eine sehr lange Nacht werden.”
Die Bündnisorganisation Malteser International stellt 250.000 Euro bereit, um schnelle Hilfe leisten zu können. action medeor plant als Soforthilfe 50.000 Euro für die medizinische Versorgung der Menschen im Erdbebengebiet ein. Die Bündnisorganisation ist bereits in Kontakt mit Partnern vor Ort, prüft die lokale Beschaffung von Hilfsgütern und bereitet Hilfslieferungen aus Deutschland vor.
Schwere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur
Wenige Stunden nach den Erdbeben zeichnet sich bereits große Zerstörung ab. In der Hauptstadt Caracas sowie in mehreren Bundesstaaten stürzten zahlreiche Gebäude ein. Wohnhäuser, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Der Zugverkehr wurde eingestellt; auch der internationale Flughafen Simón Bolívar ist betroffen, sodass er vorerst geschlossen werden musste.
Die venezolanische Regierung hat den Notstand ausgerufen und landesweit Einsatzkräfte mobilisiert. Gleichzeitig kündigte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez an, um Hilfe beim Wiederaufbau zu bitten.
Erdbeben verschärft humanitäre Lage
Die schwere Naturkatastrophe trifft ein Land, das schon zuvor mit erheblichen humanitären Herausforderungen konfrontiert war. Venezuela befindet sich seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise. Viele Menschen leben in Armut, die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischen Leistungen ist vielerorts eingeschränkt.
Zahlreiche Familien waren bereits vor den Erdbeben auf Unterstützung angewiesen. Das aktuelle Beben trifft somit auf eine ohnehin angespannte Lage: Gesundheitssysteme arbeiten an der Belastungsgrenze, und staatliche Kapazitäten sind begrenzt.
Schwerste Naturkatastrophe seit Jahrzehnten
Die Erdbeben zählen zu den stärksten, die Venezuela seit mehr als einem Jahrhundert getroffen haben. Dass zwei starke Erdstöße nahezu gleichzeitig auftraten, verstärkte die Zerstörung zusätzlich.
Millionen Menschen in weiten Teilen des Landes und darüber hinaus spürten die Erschütterungen. Sogar in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, die rund 1000 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt, waren die Auswirkungen bemerkbar.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.
Stichwort: Erdbeben Venezuela
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






