von Aktion Deutschland Hilft
Zwei schwere Erdbeben haben am Mittwochabend, 24.06.2026, den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert. Auch die Hauptstadt Caracas ist betroffen. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt, Expert:innen rechnen mit Tausenden Toten und Verletzten.
Erdbeben Venezuela: Tausende Tote befürchtet
Die beiden Beben trafen das Land gegen 18 Uhr Ortszeit innerhalb weniger Sekunden: Zunächst wurde laut der US-Geologiebehörde (USGS) ein Erdbeben der Stärke 7,2 registriert, nur 39 Sekunden später folgte ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,5. Die Epizentren lagen rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas. Aufgrund der geringen Tiefe des zweiten Bebens – nur etwa zehn Kilometer – waren die Erschütterungen besonders heftig und verursachten schwere Schäden.
Bislang sind bereits mehr als 30 Tote und 700 Verletzte bestätigt. Rettungskräfte arbeiten weiter daran, Verschüttete zu bergen. Angesichts der Stärke der Erschütterungen gehen die Expert:innen der USGS davon aus, dass die Zahl der Toten auf über 10.000 steigen könnte.
Bündnisorganisationen sondieren die Lage vor Ort
Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind vor Ort. Sie sondieren die Lage, ermitteln Hilfsbedarfe und bereiten erste Nothilfe-Maßnahmen vor. Die Bündnisorganisation World Vision stellt zunächst die Versorgung mit Trinkwasser, den Aufbau von Notunterkünften und die psychosoziale Hilfe für Kinder in den Fokus.
Maria Pernalete, Mitarbeiterin von World Vision in Venezuela, erlebte das Erdbeben in ihrem Haus in Caracas, das ebenfalls schwer beschädigt wurde: “Wir können jetzt nicht mehr ins Haus zurück. Es gab viele Nachbeben. Das wird eine sehr lange Nacht werden.”
Die Bündnisorganisation Malteser International stellt 250.000 Euro bereit, um schnelle Hilfe leisten zu können. action medeor plant als Soforthilfe 50.000 Euro für die medizinische Versorgungen der Menschen im Erdbebengebiet ein. Die Bündnisorganisation ist bereits in Kontakt mit Partnern vor Ort, prüft die lokale Beschaffung von Hilfsgütern und bereitet Hilfslieferungen aus Deutschland vor.
Schwere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur
Wenige Stunden nach dem Erdbeben zeichnet sich bereits große Zerstörung ab. In der Hauptstadt Caracas sowie in mehreren Bundesstaaten stürzten zahlreiche Gebäude ein. Wohnhäuser, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Der Zugverkehr wurde eingestellt; auch der internationale Flughafen Simón Bolívar ist betroffen, sodass er vorerst geschlossen werden musste.
Die venezolanische Regierung hat den Notstand ausgerufen und landesweit Einsatzkräfte mobilisiert. Gleichzeitig kündigte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez an, um Hilfe beim Wiederaufbau zu bitten.
Erdbeben verschärft humanitäre Lage
Die schwere Naturkatastrophe trifft ein Land, das schon zuvor mit erheblichen humanitären Herausforderungen konfrontiert war. Venezuela befindet sich seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise. Viele Menschen leben in Armut, die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischen Leistungen ist vielerorts eingeschränkt.
Zahlreiche Familien waren bereits vor dem Erdbeben auf Unterstützung angewiesen. Das aktuelle Beben trifft somit auf eine ohnehin angespannte Lage: Gesundheitssysteme arbeiten an der Belastungsgrenze, und staatliche Kapazitäten sind begrenzt.
Schwerste Naturkatastrophe seit Jahrzehnten
Die Erdbeben zählen zu den stärksten, die Venezuela seit mehr als einem Jahrhundert getroffen haben. Dass zwei starke Erdstöße nahezu gleichzeitig auftraten, verstärkte die Zerstörung zusätzlich.
Millionen Menschen in weiten Teilen des Landes und darüber hinaus spürten die Erschütterungen. Sogar in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, die rund 1000 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt, waren die Auswirkungen bemerkbar.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die vom Erdbeben betroffenen Menschen.
Stichwort: Erdbeben Venezuela
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






