Die Bündnisorganisationen im Kampf gegen Hunger

HungersnöteDie Bündnisorganisationen im Kampf gegen Hunger

Hungerkatastrophen vorbeugen

Um Hungerkatastrophen in von Dürre und Desertifikation (Wüstenbildung) bedrohten Regionen vorzubeugen, führen die Hilfsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft nachhaltige Maßnahmen zur Ernährungssicherung durch. Im Mittelpunkt steht dabei immer: Hilfe zur Selbsthilfe. In Entwicklungsländern sind viele Familien Kleinbauern und auf die eigenen Ernten angewiesen. Doch die traditionellen Landwirtschaftsmethoden sind ertragsarm und mit einem hohen Wasserverbrauch verbunden.

Um Hunger zu bekämpfen ist es besonders wichtig, nicht nur gegen Unterernährung, sondern auch gegen die weit verbreitete Mangelernährung vorzugehen. 

Nachhaltige Anbaumethoden

Um die Landwirtschaft zu diversifizieren, die Ernährung zu verbessern und Ernteausfälle zu vermeiden, engagieren sich viele unserer Hilfsorganisationen im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft. Malteser International legt beispielsweise in Indien landwirtschaftliche Gärten mit mehrfach nutzbaren Pflanzen für die Dorfgemeinschaften an. Die Früchte dienen als vitaminreiche Nahrungsergänzung und können verkauft werden. Die Blätter der Pflanzen dienen als Futter für Kleinvieh.

Help verteilt Dünger und dürreresistentes Saatgut von Getreide- oder Gemüsesorten mit einem hohen Eisen- und Eiweißanteil in Simbabwe. In Sambia hilft CARE den Empfängern von Sozialgeldern, diese so zu investieren, dass sie sich unter anderem durch Kleinviehzucht eine Existenzgrundlage aufbauen können. Denn Hühner und Ziegen können leicht gehalten werden und liefern Eier, Milch und Fleisch. Diese wichtigen Proteine fehlen sonst oftmals auf dem Speisezettel.

Die Wissensvermittlung spielt hierbei eine entscheidende Rolle. In ökologischen Gemeinschaftsgärten in Südafrika schult der Solidaritätsdienst International Dorfbewohner, um diesen zu zeigen, wie Erträge auch auf weniger fruchtbaren Böden durch Mischkulturen gesteigert werden können. Diese Praktiken kann jede Familie auch im Hausgartenbau umsetzen. In Dorfkomitees können sich die Menschen untereinander austauschen und unterstützen.

Getreidebanken und solarbetriebene Dörranlagen

Auf das Wetter kann der Bauer auf dem Land keinen Einfluss nehmen. In Zusammenhang mit dem stetig fortschreitenden Klimawandel kommt es immer häufiger zu Dürren und Überschwemmungen, die kleine Pflänzchen im Keim ersticken. Dann bleibt die Ernte aus. Während dieser Notzeiten werden Lebensmittel auf dem Markt so teuer, dass sich arme Familien keine Nahrung mehr kaufen können. Um besser vorbereitet zu sein, errichtet der Arbeiter-Samariter-Bund Getreide- und Futtermittelbanken im Niger. In diesen werden Vorräte eingelagert, um die Preise auch in der Trockenzeit zu stabilisieren und die Versorgung der Menschen und des Viehs in dieser Zeit zu garantieren. World Vision stellt Landwirten in Bangladesch solarbetriebene Dörranlagen zur Verfügung. So können Pilze, Obst und Gemüse getrocknet und über lange Zeit haltbar gemacht werden.

Bekämpfung der Desertifikation

Die fortschreitende Desertifikation (Wüstenbildung) und die immer länger währenden Dürrephasen vernichten die schon zuvor spärlichen Ernten in vielen Gebieten und zwingen die Menschen umzusiedeln. In den Wüstengebieten Kenias errichtet arche noVa daher Sanddämme in ausgetrockneten Flussbetten, um Niederschläge aufzufangen und so Trinkwasser für die Trockenzeit zu speichern. Dadurch wird nicht nur der Grundwasserspiegel langfristig gehoben, es wachsen auch wieder vermehrt Büsche und Bäume heran, die einen entscheidenden Beitrag gegen die Desertifikation leisten.

Diversifizierung der Wanderviehwirtschaft

Vor einer Herausforderung der anderen Art stehen Hilfsorganisationen in Ländern, in denen das Nomadentum verbreitet ist und daher kein Ackerbau betrieben wird. So in Äthiopien: Die Wanderviehwirtschaft ist dort eines der ältesten Landnutzungssysteme. Steigende Bevölkerungszahlen, der damit verbundenen Landverlust und immer häufiger auftretende Dürreperioden machen es für Nomaden immer schwerer, genügend Weideflächen für die Tiere zu finden und so ihre Familien zu ernähren. HelpAge hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, mit Hilfe dessen die Wanderviehwirtschaft durch die Erschließung kleinerer Märkte diversifiziert werden soll. In Schulungen bringen sie den älteren Menschen beispielsweise die Bienenzucht bei und wie Harze gesammelt und vermarktet werden können, um das Einkommen aufzustocken.

Beratung bei rechtlichen Fragen

Im Agrarland Malawi steigt die Nahrungsunsicherheit durch das Land Grabbing, aber auch durch Krankheit immer weiter an. Denn Aids ist die häufigste Todesursache in der Region. Die Kinder verlieren nicht nur ihre Eltern, sondern auch den Anspruch auf den Landbesitz der Familie, denn dieser wird meist ohne Ablösesumme an Investoren verpachtet. Habitat for Humanity klärt daher Dorfbewohner in Schulungen über ihre Wohnrechte und Landbesitzverhältnisse sowie zum Verfassen von rechtsgültigen Testamenten auf, um den Landverlust einzudämmen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die Katastrophenvorsorge:

Spenden-Stichwort: Katastrophenvorsorge
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
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