von Aktion Deutschland Hilft
Im Jahr 2025 waren weltweit schätzungsweise 266 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Das heißt: Der Hunger, an dem sie leiden, ist lebensbedrohlich. Besonders hoch sind die absoluten Zahlen in Nigeria, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Jemen und in Afghanistan.
Gaza und Sudan: Ernährungslage spitzt sich zu
Akut von einem Hungertod bedroht waren im Jahr 2025 rund 1,4 Millionen Menschen in sechs Ländern beziehungsweise Regionen: in Gaza, im Sudan, Südsudan, Jemen, in Haiti und Mali. Die überwiegende Mehrheit lebte im Sudan und in Gaza.
Im Vergleich zu 2024 ist die Zahl der chronisch unterernährten Menschen weltweit insgesamt leicht gesunken bzw. weitgehend stabil geblieben. Gleichzeitig bestehen deutliche regionale Unterschiede: In Teilen Afrikas südlich der Sahara sowie in Westasien bleibt die Ernährungslage angespannt und hat sich teilweise weiter verschlechtert. Teilweise Fortschritte oder Stabilisierung sind in anderen Regionen wie Teilen Süd- und Südostasiens sowie Lateinamerikas zu beobachten.
Fast zwei Millionen Menschen stehen vor dem Hungertod
Die 266 Millionen Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen waren, trifft der Hunger unterschiedlich stark. Denn es gibt fünf Stufen von Hunger. Auch wird unterschieden zwischen Krise, Notfall und Katastrophe:
- Krise: Ab Phase 3 gilt der Ernährungszustand der Menschen als lebensbedrohlich.
- Notfall: Wenn mindestens 15 Prozent der Bevölkerung eines Landes von Hunger betroffen sind, ist Stufe 4 erreicht. Man spricht dann von einem humanitären Notfall. Im Jahr 2025 fielen mehr als 39 Millionen Menschen hierunter.
- Katastrophe: 1,4 Millionen Menschen fielen 2025 in Stufe 5. Das bedeutet, sie sind akut von einem Hungertod bedroht. Man spricht von einer Hungerkatastrophe.
Klimakrise, Kriege, Armut: Die Ursachen für Hungersnöte sind vielfältig und bedingen sich gegenseitig. Besonders häufig sind Menschen betroffen, die in Ländern oder Regionen leben, in den Kriege herrschen. Auch geflüchtete oder vertriebene Menschen leiden häufig Hunger.
Zahlen & Fakten zu Hunger weltweit
- 2025 waren 1,4 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht.
- Ein Großteil der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, lebt in Konflikt- oder Kriegsgebieten, da bewaffnete Konflikte einer der wichtigsten Treiber von Hungerkrisen sind.
- In 23 Ländern litten im Jahr 2025 etwa 35,5 Millionen Kinder unter akuter Mangelernährung.
- Im Jahr 2022 wurden 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit verschwendet – etwa ein Fünftel der Lebensmittel, die den Verbraucher:innen zur Verfügung stehen.
- Weltweit werden täglich Lebensmittel verschwendet, die etwa einer Milliarde Mahlzeiten entsprechen. Das entspricht rechnerisch rund 1,3 Mahlzeiten pro Tag für jede von Hunger betroffene Person.
Der Magen macht sich bemerkbar und die Konzentration sinkt allmählich – mit Hunger meinen viele Menschen das Gefühl, das entsteht, wenn sie einige Stunden keine Nahrung zu sich genommen haben.
Doch ab wann wird Hunger zu einem ernstzunehmenden Problem? Wann spricht man von Unter-, wann von Mangelernährung? Und was ist eigentlich versteckter Hunger? Einen Überblick über die wichtigsten Definitionen finden Sie hier.
Während die meisten Menschen im sogenannten Globalen Norden beim Verspüren von Hungergefühlen einfach in den Kühlschrank greifen können, begleitet Hunger viele Menschen in Ländern wie Sudan, Nigeria oder Bangladesch durch den Alltag. Naturkatastrophen, Armut sowie Krisen und Konflikte führen dazu, dass es in verschiedenen Regionen der Welt strukturellen Hunger gibt.
Hunger ist nicht gleich Hunger. Um das Ausmaß innerhalb einer Bevölkerung feststellen zu können, wird eine fünfstufige Skala – die sogenannte IPC-Skala (Integrated Food Security Phase Classification) – verwendet, die von mehreren UN-Organisationen entwickelt wurde. Erfahren Sie hier mehr!
Quelle: Vereinte Nationen
Mangel- und Unterernährung schaden dem Körper und macht ihn anfälliger für Infektionskrankheiten. Im schlimmsten Fall führt Hungerleiden zum Tod.
Menschen, die von Hunger betroffen sind, haben häufig auch mit wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu kämpfen. Wird das Geld knapp, müssen viele an Existenzgrundlagen wie Bildung sparen oder Teile ihres Besitzes verkaufen – um sich kurzfristig Nahrung leisten zu können. Die Folge: Diese Menschen geraten noch weiter in eine Spirale aus Armut, die sich wiederum auf die soziale Teilhabe auswirkt.
Hier erfahren Sie mehr über den Teufelskreis der Armut.
Laut UN Food Waste Index Report 2025 landen weltweit mehr als eine Milliarde Tonnen Nahrungsmittel in der Tonne – weitere gehen während der Produktion, Ernte oder Lagerung verloren. Damit könnte jede von Hunger betroffene Person auf der Welt 1,3 Mahlzeiten pro Tag erhalten.
Fest steht: Um Ernährungskrisen wirksam entgegenzutreten und stabile Ernährungssysteme sicherzustellen, müssen diese wertvollen Ressourcen besser geschützt werden.
Ein gutes Beispiel für die Eindämmung der Lebensmittelverschwendung, ist die Arbeit der Tafel. Sie verteilt Nahrungsmittel, die nicht mehr verkauft werden, an Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Und die Hilfe kommt an: Pro Jahr erreichen die Lebensmittel rund 1,5 Millionen Personen in Deutschland.
Weltweit sind 64 Millionen mehr Frauen als Männer von einer mittelschweren oder schweren Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Geschlechtsspezifische Unterschiede variieren je nach Region: Am größten ist die Lücke in Lateinamerika und der Karibik, gefolgt von Zentral- und Südasien.
Nicht selten sind Frauen und Mädchen die ersten in der Familie, die auf Nahrungsmittel verzichten, wenn sie knapp werden. Auch in der Produktion von Nahrung werden Frauen benachteiligt. Obwohl die Landwirtschaft auf ihre Fürsorge und unbezahlte Arbeit angewiesen ist, befindet sich ein großer Teil des Landesbesitzes, und damit ebenso die Entscheidungsbefugnis, in Männerhand.
Das heißt auch, dass viel Wissen ungenutzt bleibt, denn Schätzungen zeigen: Hätten Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Produktionsmitteln, könnten die Erträge der landwirtschaftlichen Betriebe um 20 bis 30 Prozent wachsen.
Quellen: UN Women, FAO (Stand: 2024)
Auf der ganzen Welt sind Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, häufiger von Ernährungsunsicherheit betroffen. Das liegt unter anderem an den oftmals begrenzten Einkommensmöglichkeiten sowie an der ausbaufähigen Verkehrs- und Lagerinfrastruktur, wodurch der Handel erschwert wird. Menschen in urbanen und stadtnahen Gebieten sind seltener betroffen.
Bedeutet das also, mehr Städte gleich weniger Hunger?
- Aufgrund der zunehmenden Urbanisierung sind die Regionen stärker miteinander verbunden, wodurch mehr Arbeitsplätze entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette entstehen.
- Aber: Es besteht auch das Risiko, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe in stadtnahen Gebieten ihr Land an das Wachstum der Stäte verlieren könnten.
- Und: Mit der Urbanisierung werden die Bewohner:innen von ländlichen Gebieten immer mehr von Einkommen und Lebensmittelpreisen abhängig, da sie künftig einen größeren Teil der Nahrung durch Einkauf erwerben müssen.
Quelle: FAO
Von schwankenden Rohstoffpreisen, über den steigenden Nahrungsmittelbedarf bis hin zur Verschärfung von Wetterextremen durch den Klimawandel – die Ursachen von Hunger sind komplex und es gibt viel zu tun. Ein paar Beispiele:
- Unsere Bündnisorganisationen machen es vor und setzen auf landwirtschaftliche Innovationen wie den Einsatz von dürreresistentem Saatgut oder Methoden wie Hydroponik, ein wassersparendes System zur Aufzucht und Kultivierung von Pflanzen. Erfahren Sie mehr über die weltweite Hilfe!
- Wichtige Bausteine der globalen Agrarwende sind die gezielte Förderung fairer Handelspraktiken, gerechter Preispolitiken sowie die Regulierung von Rohstoffspekulationen.
- Ihr Beitrag zählt: Unter dem Motto “Gemeinsam gegen den Hunger der Welt” gab es in den letzten Jahren rund um die Weihnachtszeit eine gemeinsame Spendenaktion vom WDR und Aktion Deutschland Hilft. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Hilfsprojekte auf der ganzen Welt, die humanitäre Hilfe gegen die Nahrungsmittelkrise leisten.
Danke an alle, die helfen!
Quelle: Vereinte Nationen
Kriege und Krisen lassen Zahl der Hungernden steigen
Einige Jahre ging die Zahl der Hungernden in vielen Teilen der Welt zurück, auch in Ländern des sogenannten Globalen Südens. Vor allem in Asien sanken die Zahlen lange. Durch langanhaltende Konflikte, die Folgen der Klimakrise und Wirtschaftsschocks hat sich der Trend jedoch abgeschwächt.
Der Krieg in der Ukraine führte insbesondere in den Jahren 2022 und 2023 gemeinsam mit den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie und extremen Wetterereignissen zu deutlichen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie. In den Folgejahren haben sich zusätzlich weitere Krisen, insbesondere im Nahen Osten, auf Energie-, Transport- und Düngemittelpreise ausgewirkt und damit die globalen Lebensmittelmärkte weiter unter Druck gesetzt.
Diese Entwicklungen haben die Ernährungssicherheit in vielen einkommensschwachen Ländern zusätzlich belastet. Besonders in Afrika südlich der Sahara ist die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen weiterhin hoch und die Region bleibt am stärksten betroffen.
Quellen: FAO, IFAD, IPC, Statistisches Bundesamt, Vereinte Nationen, World Food Programme (Stand April 2026)
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
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