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Kamerun – ein Überblick

Die Republik Kamerun liegt in Zentralafrika. Das Leben der Menschen ist bis heute von der britisch-französischen Teilung zu Kolonialzeiten geprägt. Unter anderem sind Englisch und Französisch beides die Amtssprachen des Kameruns. Es gibt verschiedene ethnische Gruppen und die bedeutendste Religion ist mit 70 Prozent das Christentum.

Humanitäre Situation

Unruhen, Spannungen und bewaffnete Gewalt zwischen nicht-staatlichen Gruppen und Sicherheitskräften haben die humanitäre Lage seit 2016 verschlechtert. Betroffen sind vor allem die Menschen im Nordwesten des Kameruns.

Mit der Zweisprachigkeit, unterschiedlichen Schul- und Gerichtssystemen und einer Separatistenbewegung hat die 40-jährige Teilung Spuren hinterlassen. Ein großes Problem stellt im Kamerun auch die Ungleichheit zwischen Mann und Frau dar. Zwar ist ein Großteil der Frauen erwerbstätig und es arbeiten sogar mehr Frauen als in anderen afrikanischen Ländern in der Verwaltung oder Schulen. Sie sind jedoch kaum in Entscheidungspositionen tätig, sondern meist in der Landwirtschaft.

Bei familiären Angelegenheiten haben in der Regel Männer das Sagen. Fast 40 Prozent der Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Inzwischen gibt es einige gemeinnützige Organisationen, die sich mit Themen wie früher Verheiratung, frühen Schwangerschaften und Müttersterblichkeit auseinandersetzen.

Politische Lage

Der Kamerun war einst deutsche Kolonie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land geteilt; ein kleines Gebiet wurde von den Briten und der Großteil von den Franzosen verwaltet. Erst nach der Unabhängigkeit (1960 und 1961) vereinigten sich die Regionen.

Zwar existiert heute ein Mehrparteiensystem, doch in der Realität dominiert die Partei des regierenden Präsidenten das politische Geschehen des Landes. Das Rechtssystem ist von Widersprüchlichkeiten geprägt; es gibt sowohl eine traditionelle als auch moderne Rechtsprechung.

Im Kamerun leben hunderttausende Flüchtlinge aus den Nachbarländern Zentralafrikanische Republik und Nigeria. Hinzukommen hunderttausende Binnenflüchtlinge.

Die Situation vor Ort

Die Grenzgebiete zum Tschad, zur Zentralafrikanischen Republik und zu Nigeria gelten als besonders gefährlich. Angriffe von terroristischen Gruppen haben dort bereits viele Kinder, Frauen und Männer das Leben gekostet.  

Viele Kinder können aufgrund des Konflikts keine Schule mehr besuchen; die Landwirtschaft ist in der umkämpften Region beeinträchtig und die Ernährungssituation immer wieder kritisch. Während manche Regionen ein Wirtschaftswachstum verzeichnen, leben woanders immer mehr Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Viele junge Menschen suchen in afrikanischen Ländern wie Gabun, Nigeria oder Südafrika eine bessere Zukunft.

Quellen: UNHCR, CIA (The World Factbook), LIPortal, AA, Reliefweb

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