Rohingya Myanmar/BangladeschMonsun könnte Rohingya-Flüchtlingscamps schwer treffen

27-03-2018

von Aktion Deutschland Hilft & HelpAge

Im April beginnt in Bangladesch die Monsunzeit. Der starke Regen könnte erneut dramatische Folgen für die Menschen in den Flüchtlingscamps haben. Mehr als 720.000 vertriebene Rohingya aus Myanmar, ehemals Birma, haben dort seit August 2017 Zuflucht gesucht. Da es die Flüchtlingscamps vor einem Jahr noch nicht gab, können die Auswirkungen des Monsuns bisher nur geschätzt werden.

Monsun: Flüchtlingscamps könnten im Schlamm versinken

Hilfsorganisationen sorgen sich zunehmend um die Zukunft der Menschen in den Camps. Lutz Hethey, Geschäftsführer unseres Bündnismitglieds HelpAge, sagt: "Eine Plastikbehausung reiht sich an die nächste, jeweils nur notdürftig mit Bambus zusammengehalten. Beim nächsten Monsun droht die Gefahr, dass die Lager im Schlamm versinken."


Auch das gemeinnützige "Assessment Capacities Project" (ACAPS) warnt: Der heftige Regen könnte die Unterkünfte überschwemmen, sanitäre Anlagen zerstören und Wasserquellen verschmutzen. Erdrutsche hätten verheerende Folgen, da viele Hütten an Hängen gebaut sind: Tausende Kinder, Frauen und Männer würden obdachlos werden – und das mitten in der Regenzeit.

Humanitäre Hilfe für Rohingya wird schwerer

Der heftige Regen könnte Zufahrtsstraßen unpassierbar machen und lebenswichtige Gesundheitsstationen zerstören. Die humanitäre Situation würde sich deutlich verschlechtern, während es gleichzeitig für Helfer schwerer wird. Denn wenn Wege abgeschnitten sind, können Rettungswagen und LKWs mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Medikamenten die hilfsbedürftigen Menschen in den Camps nicht mehr erreichen. 


Dabei berichtet Lutz Hethey, dass es schon jetzt kaum sauberes Trinkwasser und keine funktionierende Müllentsorgung gibt. Krankheiten wie Cholera breiten sich vermehrt und schnell aus. Ein Problem, das verunreinigte Wasserquellen und zerstörte Sanitäranlagen während der Monsunzeit verschärfen würden.

Flüchtlinge und Monsun fordern Bangladesch heraus

Hinzu kommt: Viele Flüchtlingscamps sind überfüllt. Mit hunderttausenden Rohingya war das extrem arme Nachbarland Bangladesch "völlig überfordert", sagt Lutz Hethey. In der Grenzregion Ukhiya beispielsweise lebten bislang 200.000 Menschen. In nur sechs Monaten vervierfachte sich dort die Bevölkerung, weil so viele Flüchtlinge Schutz suchten.

Mögliche Folge von Überschwemmungen sind laut ACAPS erneute Fluchtbewegungen innerhalb der riesigen Camps und in andere Regionen des Landes. Die UNO verkündete vergangenes Wochenende, dass 2018 fast 800 Millionen Euro für Nothilfe benötigt werden.

Hintergrund: Monsunzeit in Bangladesch

Mit dem Monsun setzen in Teilen Asiens jedes Jahr heftiger Regen und starker Wind ein. Er bestimmt vor allem in Südostasien das Wetter. In Bangladesch beginnt der Vormonsun im April. Die Hauptsaison der Regenzeit dauert von Juni bis September, aber auch im Herbst ist starker Regen möglich. Im April und Mai gilt es in der Region als wahrscheinlich, dass sich Zyklone bilden.


In Südasien sorgte der Monsun im Herbst 2017 für schwere Überschwemmungen. Mehr als 40 Millionen Menschen waren in Bangladesch, Indien und Nepal betroffen, zahlreiche Menschen verloren ihr Zuhause oder ihre Lebensgrundlage.

So hilft unser Bündnis den Menschen in Bangladesch:

  • Wir versorgen neu angekommene Flüchtlinge mit Medikamenten
  • Wir sichern den Zugang zu Nahrung und verteilen Hygienepakete, damit Krankheiten sich nicht ausbreiten
  • Wir verteilen Decken, Planen und Zelte und sichern den Menschen Notunterkünfte
  • Wir unterstützen die geflüchteten Frauen, Männer und Kinder in Not mit psychosozialer Betreuung
  • Wir achten darauf, dass die Hilfe bei den besonders Schutzbedürftigen - Kinder, Frauen und ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung - ankommt

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Nothilfe in Myanmar und Bangladesch:

Spenden-Stichwort: Rohingya Myanmar Bangladesch
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden