Hungerkatastrophe JemenNothilfeprojekt für die Bevölkerung im Jemen

19-12-2016

von Islamic Relief

Lebensmittelpakete und medizinische Versorgung für die notleidenden Menschen

Islamic Relief Deutschland hat im Dezember 2016 ein fünfmonatiges Nothilfeprojekt zur Verbesserung der Ernährungs- und gesundheitlichen Situation der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung in Taiz und Aden gestartet. Finanziert wird dieses Projekt von unserem Bündnispartner Aktion Deutschland Hilft. Familien mit Kindern unter fünf Jahren und Binnenflüchtlinge - das heißt insgesamt 6.580 Begünstigte in den Bezirken Taiz und Aden – erhalten Lebensmittelpakete, die einen Monat ausreichen. Zudem ist geplant, dass 2.267 Flüchtlinge mit chronischen Erkrankungen von den Verteilungen der medizinischen Hilfsgüter an zwei Gesundheitseinrichtungen in Aden profitieren.

Prekäre Sicherheitslage bedroht tausende von Familien

Der Jemen-Konflikt eskalierte durch den Ausbruch des innerarabischen Koalitionskrieges im März 2015. Das Land war bereits in einer kritischen Phase, die durch kontinuierliche politische Auseinandersetzungen, bewaffnete Konflikte, interne Verdrängung und Nahrungsmittelunsicherheit gekennzeichnet ist. Es wird geschätzt, dass ca. 21,2 Millionen Menschen, oder 80% der Bevölkerung Jemens, in irgendeiner Form humanitäre Unterstützung benötigen. 2.7 Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.

Die Sicherheitslage im Bezirk Taiz ist äusserst prekär. Tausende Familien sind auch hier wegen der Kämpfe aus Taiz geflohen, um Zuflucht in relativ sicheren Gegenden zu suchen, wobei die meisten Binnenflüchtlingsfamilien bei Verwandten untergekommen sind. Die anhaltenden Luftangriffe und Bodenoperationen führten zu großen Verlusten. Nach Schätzungen von internationalen NGOs gab es 1.600 Tote und 16.280 Verletzte. Nur 10 von 36 Krankenhäusern und 26 von 92 Gesundheitszentren sind noch in Betrieb. Funktionierende Gesundheitseinrichtungen arbeiten mit minimaler Kapazität aufgrund der sehr begrenzten Ressourcen.

Katastrophale Auswirkungen auf das Gesundheitssystem

Der Bezirk Aden ist auch stark vom Krieg betroffen. Die Auswirkungen des Krieges sind für den Gesundheitssektor katastrophal, denn mittlerweile gibt es keine ausreichenden medizinischen Hilfsgüter und Personal mehr. Die Finanzkrise hat durch ihre Auswirkungen auf das Gesundheitsministerium und das Bankensystem Jemens eine noch nie dagewesene Krise in Jemens Gesundheitssektor ausgelöst.

Derzeit wird geschätzt, dass rund 14,1 Millionen Menschen medizinische Versorgung benötigen, die von immer weniger Dienstleistern zur Verfügung gestellt werden kann, da die meisten Gesundheitseinrichtungen unterversorgt und überlastet sind. Es gibt einen chronischen Mangel an medizinischen Versorgungsmaterialien einschließlich für die Bewältigung von Massenanfällen von Verletzten, wie sie in Konfliktsituationen möglich sind. Außerdem fehlen wichtige Medikamente für die Behandlung chronisch Kranker.

Viele Millionen Kinder sind unterernährt

Hinzukommt, dass im Jemen derzeit 14.4 Million von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen sind, darunter 3 Millionen unterernährte Kinder unter 5 Jahren. Deshalb hat das Projekt von Islamic Relief zum einen die medizinische Versorgung der gefährdeten Bevölkerung und chronisch Kranker in den Bezirken Taiz und Aden durch die Bereitstellung von Medikamenten und die Versorgung von zwei Hauptkrankenhäusern zum Ziel. Zum anderen wird in Aden Nahrungsmittelhilfe durch die Bereitstellung von Lebensmittelpaketen für die vom Krieg betroffenen Gemeinden, Binnenflüchtlinge und Gastgebergemeinden in Taiz und Aden geleistet.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden