Hunger und Cholera im JemenCholera im Jemen: Fragen und Antworten

12-07-2017

von Aktion Deutschland Hilft

Cholera im Jemen: Wie ist die aktuelle Lage?

Der Cholera-Ausbruch im Jemen gilt als der schlimmste, der jemals dokumentiert wurde. Innerhalb von nur zwei Monaten hat sich die Krankheit beinahe im ganzen Land ausgebreitet.

Bis zu 2.000 Menschen sind in dem Bürgerkriegsland bisher an der Krankheit gestorben. Hilfsorganisationen berichten von 360.000 Verdachtsfällen in nur drei Monaten. Bei 40 Prozent dieser Verdachtsfälle handelt es sich um Kinder unter 15 Jahren. Ein Viertel der vermeldeten Todesfälle sind Menschen über 60 Jahre.

Die anstehende Regenzeit könnte die Lage der Menschen im Jemen weiter verschlimmern und die Zahl der Cholera-Infizierten auf über 600.000 steigen lassen.

Hunger, Gewalt und Krankheiten: Die gesamte jemenitische Bevölkerung leidet unter diesen drei tödlichen Gefahren. Besonders gefährdet sind unterernährte Kinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Wieso breitete sich die Krankheit im Jemen so schnell aus?

Viele Menschen in dem seit 2014 gebeutelten Bürgerkriegsland haben kaum Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. Die Infrastruktur des Landes ist weitgehend zerstört.

Hinzu kommt, dass das Gesundheitssystem zusammengebrochen ist: Nur noch knapp die Hälfte der medizinischen Einrichtungen sind beschränkt funktionsfähig. Auf die Vielzahl der Cholera-Kranken und deren Bedürfnisse zu reagieren ist daher schwierig.

Was ist Cholera und wie überträgt sich die Krankheit?

Cholera ist eine schwere Infektionskrankheit, die starken Durchfall und Erbrechen verursacht. Für Kinder, Alte und Kranke und vor allem für unterernährte Menschen ist Cholera lebensbedrohlich.

Hervorgerufen wird Cholera durch ein Bakteriums namens Vibrio cholerae, das meist durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen wird. Verbreiten kann sich die Krankheit vor allem in Gebieten mit mangelnder Hygiene und schlechter Trinkwasserversorgung.

Unbehandelt verläuft die Infektion häufig tödlich. Denn durch den massiven, durch Durchfall verursachten Flüssigkeitsverlust kann der Körper austrocknen. Weitere Symptome können Muskelkrämpfe, schwacher Puls, niedriger Blutdruck sowie schneller Herzschlag sein. Das kann zu Nierenversagen, Bewusstseinsstörungen und Kreislaufversagen mit tödlichem Ausgang führen.

Wie kann erkankten Menschen geholfen werden?

Bereits beim Verdacht auf Cholera sollten die Betroffenen schnell mit einer rettenden Therapie beginnen und sich medizinisch betreuen lassen. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, ist sie meist therapierbar. Wichtig ist, den starken Flüssigkeits- und Salzverlust rechtzeitig auszugleichen. Erfolgt keine Therapie, enden bis zu 60 Prozent der Fälle tödlich.

Wie helfen die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft?

Die Bündnisorganisationen ADRA, CARE, Handicap International und Islamic Relief sind vor Ort und leisten abgestimmte Nothilfe, um gegen die Cholera-Epidemie vorzugehen:

  • Wir versorgen akut unterernährte Kinder, schwangere und stillende Frauen mit lebensrettender Notfallnahrung
  • Wir impfen Kleinkinder, die durch die Unterernährung besonders anfällig für Krankheiten sind
  • Wir helfen mit Medikamenten zur Behandlung von Cholera und erreichen kranke Menschen auch in schwer zugänglichen Regionen
  • Wir liefern und verteilen Vitaminpräparate und Elektrolyte, damit die von Cholera geschwächten Menschen wieder zu Kräften kommen
  • Wir errichten Notunterkünfte, in denen Menschen medizinisch versorgt werden

Helfen Sie uns, zu helfen –  jetzt mit Ihrer Spende!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden