Trotz großem Risiko “der beste Job”: Syrischer Ingenieur freut sich helfen zu können
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Hilfe für Flüchtlinge Trotz großem Risiko “der beste Job”: Syrischer Ingenieur freut sich helfen zu können

15-09-2015

Ingenieur, Mitte 30, beruflich etabliert, spezialisiert auf das Automobilwesen,  sucht neue Herausforderung. So ein Stellengesuch würde in Deutschland viele Jobofferten bekommen. Eyad ist dieser Ingenieur. Aber statt bei einem großen Unternehmen anzuheuern - vielleicht sogar in Deutschland - hat sich er sich für eine besondere Herausforderung entschieden: Er arbeitet für World Vision im Kriegsland Syrien.

Eyads Arbeit rettet Leben

Seine Arbeit rettet Leben. Eyad kümmert sich um den Bau und die Wartung von Anlagen in syrischen Flüchtlingslagern. An Orten, wo es manchmal gar keine Infrastruktur gab, bis die Menschen zu Tausenden kamen und dort Schutz suchten. “Das Ingenieurswesen ist meine Leidenschaft. Und es ist toll, wenn man merkt, dass diese Leidenschaft den Menschen hilft. Ich habe schon viele Jobs in meinem Leben gemacht, aber der hier ist der beste, den ich in je gehabt habe.”

Der Mittdreißiger stammt aus der Region Aleppo und arbeitete zuletzt in Damaskus.  Jetzt engagiert er sich für World Vision, zusammen mit weiteren Ingenieuren, und verbessert die Wasser- und Sanitärversorgung in den syrischen Flüchtlingslagern. Ein abwechslungsreicher Job:  “Routine kommt nie auf. Manchmal repariere ich morgens irgendwo eine Pumpe und am Ende des Tages bin ich ganz woanders und installiere Toilettenanlagen oder grabe ein Bohrloch.”

Eyad leistet viel mehr als nur Ingenieursarbeiten

Auch Eyad wurde durch den Krieg aus seiner Heimatstadt vertrieben. Aber das hielt ihn nicht ab, anderen helfen zu wollen. Trotz der ständigen Gefahren für ihn und sein Team bei der Arbeit. Raketeneinschläge, Bombardierungen, bewaffnete Gruppierungen. Um nur einige zu nennen.
Eyad geht in seiner Arbeit über das, was Ingenieure normalerweise leisten, hinaus. Als vor kurzer Zeit Zivilisten in Scharen vor bewaffneten Gruppen aus ihren Dörfern flohen, koordinierte Eyad die Bemühungen verschiedener Hilfsorganisationen und der regionalen Behörden, die die Flüchtlinge unterstützen wollen. World Vision lieferte 50 große Zelte und tragbare Wasseraufbereitungsanlagen sowie Sets mit Hygieneartikeln, Bettzeug, Matratzen, Handtücher und Besen.

Dem Tod ist der schon einige Male nur knapp entkommen

Eyad ist ein bescheidener Mensch und er bildet sich nichts ein auf die außergewöhnlichen Umstände unter denen er arbeitet. Sie versuchen, Gefahren wie Raketenbeschuss und bewaffneten Gruppen aus dem Weg zu gehen, vermeiden an Zeiten und Orten zu arbeiten, an denen militärische Auseinandersetzungen wahrscheinlicher sind als sonst. Eyad ist dem Tod einige Male knapp entkommen:
“Einmal waren mein Team und ich außerhalb des Lagers Azaz unterwegs, nachdem wir ein Bohrloch gegraben hatten, und während wir auf der Straße fuhren, explodierte eine Rakete, von einem Flugzeug abgefeuert, keine 500 Meter neben uns. An dem Tag hatte ich echt Glück.” Auf die Frage, ob es Bombenunterstände gebe sagt er: “So einen Luxus haben wir hier nicht. Genau wie die Leute, die hier leben.”

Eyad arbeitet oft bis spät in die Nacht an der Lösung technischer Probleme. Oder er berät kostenlos das lokale Wasserkomitee im Lager. “Ich sehe das so: World Vision gibt mir die Chance, meinen Leuten zu helfen. Und das macht mir Hoffnung – zu sehen, dass überall aus der Welt Menschen uns unterstützen wollen.”

Eyad wünscht seinen Mitmenschen die Rückkehr in ein normales Leben

Seine größte Sorge ist es, wie man die Menschen in Syrien wieder in ein normales Leben zurückführen kann.

“Sie glauben gar nicht, wie weh es tut, die eigenen Leute in Zelten hausen zu sehen. Manche von ihnen hatten schöne Häuser, manche kamen in ihren eigenen Autos zum Flüchtlingslager. Viele kamen ohne irgendetwas, sie mussten alles zurück lassen. Das treibt mich an zu helfen. Ich fühle mich nicht wie ein Angestellter, denn ich weiß: es gibt noch Gutes in der Welt.”

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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