Im türkisch-syrischen Grenzgebiet spitzt sich die Flüchtlingslage weiter zu. Malteser International baut die medizinische Hilfe für Vertriebene aus.
© Malteser International/Mustafa Soltam

Hilfe für FlüchtlingeMalteser bauen medizinische Hilfe für Vertriebene aus

03-06-2016

von Malteser International

Die extrem schlechte Sicherheitslage innerhalb Syriens und der gezielte Beschuss von Gesundheitseinrichtung erschweren die Arbeit im türkisch-syrischen Grenzgebiet über alle Maßen und setzten besonders die in Aleppo und der Region Azaz verbliebenen medizinischen Helfer einem ständigen Risiko aus. Dennoch baut Malteser International gemeinsam mit seiner syrischen Partnerorganisation seine medizinische Hilfe für die Binnenflüchtlinge und Anwohner in der Region Aleppo in Nordsyrien weiter aus.

Nachdem im Februar tausende Menschen vor den Kampfhandlungen um die Stadt Aleppo ins türkische Grenzgebiet geflohen waren, hat die Zahl der Menschen, welche die medizinische Hilfe in den bestehenden Einrichtungen in Anspruch nehmen, noch einmal dramatisch zugenommen. Schätzungen zufolge leben in der Region Aleppo rund 1,25 Millionen Vertriebene, die Hälfte davon sind Kinder unter 16 Jahren. Entlang der türkisch-syrischen Grenze suchen rund 135.000 Menschen Schutz. 50.000 kamen alleine im Januar und Februar dieses Jahres in die Region.

Mobile Kliniken und Ausbau eines Feldkrankenhauses

„Die Grenze zwischen Syrien und der Türkei ist in beide Richtungen geschlossen. Die Menschen müssen sich darauf einrichten, erst einmal in den Camps auf der syrischen Seite der Grenze bleiben zu müssen“, berichtet Janine Lietmeyer, Ländergruppenleiterin für die Region Nahost bei Malteser International. Um zumindest eine medizinische Grundversorgung für die Vertriebenen und die Anwohner zu gewährleisten, haben wir gemeinsam mit unserer syrischen Partnerorganisation unsere Hilfe in der Region ausgeweitet.

Mit der raschen Verlegung von zwei mobilen Klinik-Containern in die neu entstandenen Camps entlang der türkisch-syrischen Grenze im Februar und der Beschaffung dringend benötigter zusätzlicher Medikamente konnte die medizinische Grundversorgung zeitnah sichergestellt werden. Geplant ist außerdem der Ausbau der sekundären Gesundheitsversorgung in dem Feldkrankenhaus, das wir seit 2014 mit aufgebaut haben. Um den steigenden Patientenzahlen gerecht zu werden, sind die Erweiterung der bestehenden Struktur auf fünf Operationssäle und eine vergrößerte Entbindungsstation mit zwei Kreißsälen sowie Räumen für die stationäre (Intensiv-)betreuung von 40 Patienten geplant.

Der frei werdende Container kann wieder seinem ursprünglichen Zweck dienen und wird als mobile Notfallklinik für chirurgische Eingriffe in eingesetzt. Die zwei mobilen Basisgesundheitsstationen werden weiterhin in den Gebieten mit dem größten Bedarf zum Einsatz kommen. „Diese mobilen Lösungen sind insbesondere in einem Kriegsgebiet mit sich permanent verschiebenden Frontverläufen wichtig, um die Hilfe zu den flüchtenden Menschen zu bringen“, so Lietmeyer. In insgesamt vier Basisgesundheitsstationen behandeln die Ärzte unserer Partnerorganisation vor allem übertragbare Krankheiten und Kriegsverletzungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Mutter-Kind-Gesundheit.

Ausreichende Blutkonserven dank zentraler Blutbanken

Gemeinsam mit unserem syrischen Partner kümmern wir uns auch um den weiteren Auf- und Ausbau von zwei zentralen Blutbanken, die die Gesundheitseinrichtungen in einer Region mit rund 1,5 Millionen Menschen mit sicheren Blutprodukten für lebensrettende medizinische Eingriffe versorgen sollen. „Blutkonserven für Transfusionen sind in Syrien äußerst knapp, werden aber für Operationen dringend benötigt“, so Lietmeyer. „Neben den zentralen Blutbanken betreibt unser Partner Sammelstellen für die Blutabnahme, Verarbeitung und Lagerung. Wir stellen hierfür die notwendige Ausrüstung bereit, kümmern uns um die sichere Weiterverarbeitung  und qualifizierte Nutzung der Blutspenden.“

Hilfe ohne Grenzen

Auch in den Nachbarländern bauen wir unsere laufenden Hilfsmaßnahmen zur Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge, Vertriebenen und Anwohner weiter aus. In der Türkei werden wir auf dem Gelände unseres Rehabilitationskrankenhauses in Kilis zukünftig auch eine Basisgesundheitsstation betreiben, während im Libanon die mobile medizinische Versorgung ausgeweitet werden soll. Im Nordirak sind von den den Maltesern neben dem Betrieb von Gesundheitsstationen in Flüchtlingslagern und dem Einsatz mobiler Kliniken auch die Reparatur und der Wiederaufbau weiterer Gesundheitszentren geplant.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für Menschen auf der Flucht 

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