CARE: EU-Beschlüsse zur Flüchtlingskrise erstes wichtiges Signal, aber unzureichend

Hilfe für Flüchtlinge CARE: EU-Beschlüsse zur Flüchtlingskrise erstes wichtiges Signal, aber unzureichend

26-10-2015

von CARE Deutschland-Luxemburg

Die gestrigen EU-Beschlüsse, die kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 100.000 Migranten und Flüchtlinge im Balkan vorsehen, werden von der Hilfsorganisation CARE als erster Schritt zur Linderung des Leids begrüßt. Allerdings sind diese Pläne angesichts des nicht abreißenden Stroms an Menschen, die in Europa Schutz und Sicherheit suchen, weiter unzureichend.

„Im September wurde die Welt von dem Bild eines ertrunkenen Jungen an einem türkischen Strand aufgerüttelt und mit den unmenschlichen Gefahren konfrontiert, denen sich Menschen auf der Flucht in Sicherheit nach Europa aussetzen müssen“, erinnert CARE-Balkankoordinator Felix Wolff. „Wir können nur hoffen, dass es nicht zu ähnlichen Tragödien wie vor Kälte und Erschöpfung sterbenden Flüchtlingen mitten in Europa kommt. Die Europäische Union kann und muss mehr tun, um dies zu verhindern.“

„Die kommenden Monate und Jahre werden wesentlich mehr Solidarität und Abstimmung fordern“


CARE fordert von der Europäischen Union drei dringende Maßnahmen: Die Bereitstellung von sicheren und planbaren Zugangswegen für Asylsuchende, legale und zügige Möglichkeiten, Asyl zu beantragen sowie eine dringend notwendige Aufstockung der humanitären Hilfe sowohl in den Herkunftsländern der Flüchtlinge als auch jetzt für den Balkan.

Die Beschlüsse des gestrigen Treffens in Brüssel, an dem neben einigen EU-Staaten auch die vom Flüchtlingsstrom derzeit besonders betroffenen Staaten des Balkans teilnahmen, sind ein wichtiger erster Schritt in Richtung verstärkte Koordination und Informationsfluss. Aber sie reichen bei weitem nicht aus, um eine angemessene Aufnahme, Unterstützung und Registrierung von Asylsuchenden innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten. CARE mahnt, dass in den kommenden Monaten wesentlich mehr Solidarität und gemeinsame Planung innerhalb der EU und mit den Nachbarstaaten notwendig sein werden, um das menschliche Leid zu mindern, das sich derzeit auf den Fluchtwegen zeigt, sowie eine zügige und gerechte Verteilung der Asylsuchenden zu garantieren.

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