Hilfe für FlüchtlingeSyrien: Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben

12-03-2019

von Aktion Deutschland Hilft

Nach acht Jahren Krieg, Zerstörung und Verfolgung brauchen fast 12 Millionen Menschen in Syrien dringend Hilfe, um zu überleben. Auch in Nachbarländern wie dem Libanon sind Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen.

Unser Bündnis steht den Menschen zur Seite - Kindern und Jugendlichen, Männern und Frauen, Alten und Jungen. Erst Ihre Spende macht das möglich. Schlaglichter unserer Hilfe stellen wir Ihnen auf dieser Seite vor!

Hilfe im Libanon: "Wir hatten keine Wahl: Fliehen oder Sterben"


Viele Flüchtlinge aus Syrien suchen im Libanon Zuflucht. Viele von ihnen haben Schreckliches erlebt. So auch die die 27-jährige Wlaa. Sie lebte mit ihrem Mann und ihren vier Kindern nahe der Stadt Damaskus.

Sie erinnert sich: "Angst und Verzweiflung bestimmten unser Leben. Wir blieben viel Zuhause und überlegten täglich, wie wir an Essen kommen sollen. An einem Tag schossen sie meinen Mann und meine Tochter nieder, die sich in seine Arme retten wollte".

Fliehen oder sterben – der Witwe blieb keine Wahl. 2015 rettete sie sich mit den drei noch lebenden Kindern in den Libanon.  Dort unterstützten sie ehrenamtliche Helfer vom Kinderhilfswerk Global-Care, einer Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft. "Wir sind gut versorgt und meine Kinder können wieder zur Schule gehen und spielen", freut sich Wlaa.

Perspektiven schaffen in Syrien: Jugendliche erlernen Tischlerhandwerk


Die Stadt Arbin in der Region Ost-Ghuta war vor dem Krieg berühmt für die Herstellung filigraner Möbel mit Perlmutt. Während des Krieges wurde sie zum Ziel zahlreicher Bomben. Seit einigen Monaten läuft der Wiederaufbau.

Unsere Bündnisorganisation die Johanniter startete dort ein Pilot-Projekt. Hand in Hand mit lokalen Partnern ermöglicht sie 25 Jugendlichen eine Berufsausbildung in einer Tischlerei. Nachdem sie eine von Bomben zerstörte Werkstatt repariert und neu ausgestattet hatten, fertigen die jungen Männer dort nun Türen, Fenster und Möbel an.

Für die Jugendlichen ist die Arbeit eine spätere Einkommensquelle. Und sie tragen aktiv zum Wiederaufbau ihrer Stadt bei. Viele Ladenbesitzer haben mit der Sanierung ihrer Geschäfte begonnen.  "Die Tischlerei schließt eine wichtige Lücke", erklärt Luisa Rueda, Büroleiterin der Johanniter in Jordanien.

Schutz in Jordanien: Heilung für unsichtbare Wunden


Der Krieg hat in Syrien tiefe Spuren hinterlassen. Weite Teile des Landes liegen in Trümmern, die Bilder von Zerstörung, Gewalt und Tod sind um die Welt gegangen. Nur wenig Beachtung haben die Wunden erhalten, die der Krieg in den Köpfen der Menschen hinterlassen hat.

"Für die Flüchtlinge ist die Situation sehr schwer", erklärt die Psychotherapeutin Dr. Ghalia in Jordanien, die sich mit ihrer Kollegin Iman Al-Ali (Foto) um traumatisierte Menschen kümmert. "Sie sind fern ihrer Heimat, haben alles in ihrem Leben verloren, ihren Besitz, ihre Angehörigen. Niemand kann ihnen Trost spenden. Sie brauchen zusätzliche Hilfe, um sich an die neue Situation anzupassen und ihre Stärke wiederzufinden."

Die Psychotherapeutin stammt aus Syrien und arbeitet seit über vier Jahren mit unserer Bündnisorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe zusammen. Gemeinsam helfen sie syrischen Flüchtlingen in Jordanien, das Erlebte zu verarbeiten.

Dr. Ghalia ist froh, so vielen Menschen zu helfen. "Wenn die Menschen zu mir kommen, Depressionen haben und dann ihr Leben wieder leben, bestärkt mich das auch persönlich."

Hilfe für ältere Menschen: "Hier fühle ich mich geschätzt"


Nach Angaben der jordanischen Regierung ist jeder Zehnte in dem Land ein Flüchtling aus Syrien. Etwa 500.000 Menschen sind über 60 Jahre alt.

Einer von ihnen ist Mahmoud Abdu Daoudous. Er berichtet: "Ich bin 76 Jahre alt und liebe mein Leben, auch wenn es nicht immer einfach war. Als die dramatischen Ereignisse in meiner Heimat Syrien ihren Lauf nahmen, flohen meine Familie und ich nach Jordanien.

Kurz darauf starb meine Frau. Ich habe versucht einen Job zu finden, denn ich wollte nicht Zuhause herumsitzen. In meinem Alter ist die Arbeitssuche aber nicht einfach."

Dann erfuhr Mahmoud Abdu Daoudous von HelpAge, einer weiteren Bündnisorganisation von Aktion Deutschland Hilft. Als freiwilliger Helfer steht er nun anderen Menschen zur Seite und organisiert beispielsweise Aktivitäten für die Gemeinde.

"Wenn ich das Lächeln der Menschen sehe, habe ich immer das Gefühl, etwas Gutes erreicht zu haben", sagt er zufrieden.

Fragen und Antworten zum Konflikt in Syrien und zu unserer Hilfe

Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen und Migranten?

Migration ist der lateinische Begriff für Wanderung. Migranten sind Menschen, die aus politischen, wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen an einen anderen Ort ziehen.

Es gibt freiwillige und notgedrungene Migration. Der Umzug in ein Nachbarland zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gilt als freiwillige Migration. Aufgrund einer Notsituation migriert, wer beispielsweise wegen einer politischen Einstellung verfolgt wird.

Ob sie Migranten aufnehmen oder nicht, können Staaten frei entscheiden. Zum Schutz von Flüchtlingen hingegen sind sie durch internationale Abkommen verpflichtet. Der Begriff Flüchtling wird auch für Binnenvertriebene, Umwelt-, Klima-  und Wirtschaftsflüchtlinge verwendet, obwohl diese im völkerrechtlichen Sinn nicht als Flüchtlinge gelten.

Welche Ursachen für Flucht gibt es?

Flucht hat viele Ursachen. Wenn Kriege ausbrechen oder Umweltkatastrophen alles zerstören, bleibt vielen Menschen keine andere Wahl. Auch Armut und Perspektivlosigkeit sowie Menschenrechtsverletzungen sind Fluchtursachen. In der Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen sie große Gefahren auf sich.

Flucht hat viele Ursachen. Wenn Kriege ausbrechen oder Umweltkatastrophen alles

zerstören, bleibt vielen Menschen keine andere Wahl. In der Hoffnung auf ein besseres

Leben nehmen sie große Gefahren auf sich. Manchmal ist Flucht ist die einzige Chance, um

zu überleben.

Wer gilt als Wirtschaftsflüchtling?

Wirtschaftsflüchtlinge lassen ihr Zuhause aufgrund von Armut und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit hinter sich. Sie wollen ihr Glück in einem anderen Land versuchen. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft wandern die Menschen meist in Industrienationen ab.

Schon immer haben Menschen ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Armut, Arbeits- und Obdachlosigkeit, Mangel an Nahrung und unzureichende Gesundheitssysteme – all das führt dazu, dass sich teils hochqualifizierte und leistungsfähige Mitglieder einer Gesellschaft im Ausland Arbeit suchen. Viele möchten so ihre Familien und Freunde in der Heimat unterstützen.

Im Gegensatz zu politischen Flüchtlingen im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention haben Wirtschaftsflüchtlinge in der Regel kein Recht auf Asyl oder Niederlassung. Staaten können frei entscheiden, ob sie diese Menschen aufnehmen.

Wer gilt als Binnenvertriebener?

Binnenvertriebene (IDPs – Internally Displaced Persons) überqueren bei ihrer Flucht nicht die Landesgrenzen. Sie suchen innerhalb ihres Heimatlandes Zuflucht.

Die Gründe dafür sind die gleichen wie bei Flüchtlingen, die in anderen Ländern Schutz suchen: bewaffnete Konflikte, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Naturkatastrophen.

Flüchtlinge sind mit der Überquerung einer Grenze durch internationale Abkommen geschützt. Das gilt nicht für Binnenflüchtlinge. Für ihre Sicherheit ist eigentlich der Heimatstaat zuständig. Doch oft kann oder will der Staat das nicht.

Wer gilt als Klimaflüchtling?

Überflutungen, Wirbelstürme oder Dürrekatastrophen: Die Folgen des Klimawandels zwingen viele Menschen zur Flucht.

Während Umweltflüchtlinge vor Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat fliehen, sind Klimaflüchtlinge direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der steigende Meeresspiegel ganze Dörfer zu überschwemmen droht.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass bis 2050 zwischen 150 und 200 Millionen Menschen vor klimatischen Veränderungen fliehen werden.

Wie so oft trifft es die Menschen am härtesten, die am wenigsten zur Krise beigetragen haben. Mit Dürren oder Überschwemmungen macht sich der Klimawandel vor allem in Entwicklungsländern bemerkbar. Dort leben viele Menschen von der Landwirtschaft. Sie sind direkt von der Natur und dem Wetter abhängig.

Warum sind manche Menschen staatenlos?

Rund 10 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Welt sind staatenlos. Das ist für die Betroffenen ein großes Problem. Staatenlose Menschen haben keinen Pass und keine Staatsbürgerschaft. Viele Grundrechte fallen für sie weg.

Staatenlos wird man zum Beispiel als Folge eines Krieges. Tausende Menschen aus Syrien etwa sind in den Libanon geflohen und haben durch die Wirren des Krieges keinen Pass und keine Papiere mehr. Auch ihre am Zufluchtsort geborenen Kinder haben nicht das Recht, zur Schule zu gehen oder von einem Arzt behandelt zu werden. Staatenlosigkeit droht außerdem, wenn sich ein Staat auflöst oder Gebiete abgetrennt werden.

Die größte Gruppe von Staatenlosen bilden die Rohingya aus Myanmar. Fast eine Million Menschen dieser muslimischen Minderheit leben in Flüchtlingslagern in Bangladesch.


Erst mit Ihrer Spende können wir Menschen in Not weltweit Hilfe leisten. Gemeinsam setzt sich unser Bündnis dafür ein, dass Humanitäre Hilfe in Syrien weiter möglich ist. Danke, dass Sie den Menschen in Syrien und in den Nachbarländern mit Ihrer Spende helfen!

 

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Flüchtlinge Syrien / Nahost:

Spenden-Stichwort: Flüchtlinge Syrien / Nahost
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
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