In Syrien stehen drei Flüchtlingskinder. Sie sind Betroeffene der Flüchtlingskrise in Syrien
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Hilfe für FlüchtlingeInterview: "Eine ganze Generation ohne Schulbildung"

05-04-2017

Eckhardt Flohr vom Hammer Forum über syrische Flüchtlinge in der Türkei

Dr. Eckhardt Flohr

Die Hilfsorganisation Hammer Forum engagiert sich seit 2012 in Syrien und arbeitet eng zusammen mit dem Ärztenetzwerk Aleppo City Medical Council (ACMC), damit dringend benötigte Medikamente die Not leidende Bevölkerung erreichen.

Ein Gespräch mit Vorstandsmitglied Dr. Eckhardt Flohr über die Zukunft des Landes und Perspektiven für syrische Flüchtlinge.

Wie beurteilen Sie aktuell die Lage der Menschen in Aleppo?

Insgesamt hat sich die Situation für die syrische Bevölkerung seit meinen ersten Kontakten 2013 ständig und drastisch verschlechtert, insbesondere seit dem militärischen Eingreifen Russlands. Trotz immer wieder neuer Anläufe ist in absehbarer Zukunft keine Verbesserung des Elends zu erwarten. Zu viele unvereinbare Gegensätze lokaler und ausländischer Interessenten prallen unversöhnlich aufein­ander. In Idlib sollen in diesem Winter zahlreiche Flüchtlinge erfroren sein, darunter viele Kinder.

Bei Ihren Besuchen in Flüchtlingslagern an der türkisch-­syrischen Grenze haben Sie viele junge Syrer kennengelernt, ­die wegen des Krieges seit Jahren nicht mehr regelmäßig zur Schule gehen. Wie schätzen Sie die Lage dieser Jugendlichen ein?


Inzwischen gibt es fast eine ganze Generation ohne Schulbildung. 2014, in noch „besseren“ Zeiten, konnte ich bei syrischen Flüchtlingskindern auf türkischer Seite der Grenzregion erleben, wie nachmittags beispielsweise Großeltern privaten Gruppenunterricht erteilten. Allerdings oft ohne Unterrichtsmaterial. Offizielle Schulen mit Lehrern, die über entsprechende sprachliche Kenntnisse verfügten, fehlten – und das bei über drei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei.

Erhalten überhaupt noch Flüchtlinge in der Türkei Unterricht?

Bei meinem letzten Besuch im September 2016 erfuhr ich, dass nur finanziell besser gestellte Kinder ausreichenden Unterricht erhalten – und das dürfte nur ein sehr geringer Anteil der Flüchtlingskinder sein.

Wo sehen Sie in Zukunft Chancen für das Hammer Forum, sich in Syrien zu engagieren?

Es gibt durchaus weitere Möglichkeiten für das Hammer Forum, sich in Syrien und für syrische Flüchtlinge zu engagieren. Derzeit prüfen wir, ob wir ein Präventionsprogramm zur Zahngesundheit in Schulen in der Region Idlib durchführen können.

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