Flüchtlinge Syrien3 Jahre Syrien-Krise: „Wir dürfen hier die Augen nicht verschließen!“

11-03-2014

Schirmherr von Aktion Deutschland Hilft, Prof. Dr. Horst Köhler, fordert Deutschland zu mehr Verantwortung auf

Auch drei Jahre nach Beginn des Konfliktes in Syrien spitzt sich die humanitäre Lage der Menschen innerhalb Syriens und in den Nachbarländern weiterhin dramatisch zu „Das Leid, das sich in Syrien vor den Augen der Weltbevölkerung abspielt, ist unermesslich. Dabei ist wichtig zu wissen: Jede Hilfe wird gebraucht, gerade auch für die vielen Flüchtlinge in den benachbarten Staaten. Ich kann nur eindrücklich dafür werben, dass wir hier nicht die Augen verschließen“, appelliert Horst Köhler, Bundespräsident a.D. und Schirmherr von Aktion Deutschland Hilft, an die deutsche Politik und Öffentlichkeit. Mehr als 100.000 Menschen wurden getötet und fast jeder zweite Syrer benötigt humanitäre Hilfe. Laut den Vereinten Nationen gibt es mehr als 6,5 Millionen Binnenflüchtlinge innerhalb Syriens - die Hälfte davon Kinder. Die Zahl der Flüchtlinge in den syrischen Nachbarländern hat sich allein im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt: Drei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien scheint eine Entspannung dieser Lage nicht in Sicht, und auch Gelder, um den vielen Betroffenen zu helfen, reichen nicht aus. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind gerade einmal 12 Prozent des Finanzierungsbedarfs zur Bewältigung der Krise für das Jahr 2014 gesichert.

Die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind nach wie vor im Einsatz, um die Not der betroffenen Menschen zu lindern. Beispielsweise stattet der Arbeiter-Samariter-Bund im Süden Libanons die Neuankömmlinge des nicht abreißenden Flüchtlingsstroms mit einem Grundbedarf an Matratzen, Decken, Kochgeschirr sowie Hygieneartikeln aus. Drei Jahre gewaltsame Auseinandersetzungen bedeutet für die vielen Kinder und Jugendlichen in Syrien auch drei Jahre kein geregelter Schulbetrieb, keine Bildung. Deshalb stellt arche noVa zehn Schulen in Syrien Schulmaterialien zur Verfügung, versorgt 35.000 Schülerinnen und Schüler mit warmer Kleidung und sorgt für die Beheizung von Klassenräumen.

Es scheint schwer, das Ausmaß der Katastrophe mit seinen immer neuen Zahlenrekorden zu fassen. Dennoch oder gerade deshalb ist die Hilfe wichtig. Im Hinblick auf die Möglichkeiten der Bundesregierung auch über finanzielle Hilfe hinaus die Betroffenen zu unterstützen fordert der Bundespräsident a.D. Köhler, dass Deutschland mehr Verantwortung für die syrischen Flüchtlinge – auch innerhalb Deutschlands - übernehmen sollte: „Ich bedauere die Zaghaftigkeit, mit der hier vorgegangen wird. Wie können wir unseren Kindern und Enkelkindern Werte vermitteln, Tugenden wie Solidarität, Nächstenliebe und Menschlichkeit, wenn wir hier nicht endlich eine mutigere, eine menschlichere Flüchtlingspolitik machen?“

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
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