Sars-CoV-2/COVID-19Interview: Gemeinsam durch die Pandemie

06-10-2020

Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von Aktion Deutschland Hilft, spricht im Interview über die Bedeutung von humanitärer Hilfe und Katastrophenvorsorge in Zeiten der Corona-Pandemie sowie die damit verbundenen Herausforderungen.


Frau Roßbach, was ist Ihnen zur Zeit wichtig?

Menschlichkeit und Solidarität. Sie müssen die Pfeiler eines jeden gesellschaftlichen Systems sein. Solidarität verdienen Kinder, Frauen und Männer, die auf Unterstützung angewiesen sind, in Deutschland und weltweit. Und Menschlichkeit zeigen die Tausenden Spenderinnen und Spender, die die Nothilfe unseres Bündnisses Aktion Deutschland Hilft ermöglichen. Humanitäre Hilfe rettet Leben und Katastrophenvorsorge gibt Hoffnung – und das unabhängig davon, auf welchen Themen der Fokus von Öffentlichkeit und Medien gerade liegt. Die Helferinnen und Helfer unserer Bündnisorganisationen unterstützen Menschen nach Erdbeben oder Wirbelstürmen, in Kriegsgebieten oder auf der Flucht. Mit Projekten zur Katastrophenvorsorge helfen wir Familien außerdem, auf Naturkatastrophen oder die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet zu sein. Auch während der Pandemie leisten wir Nothilfe in Deutschland und vielen weiteren Ländern.

Aktion Deutschland Hilft gibt es seit fast 20 Jahren. Die Corona-Pandemie ist eine von vielen Katastrophen, bei denen die Bündnisorganisationen gemeinsame Hilfseinsätze gestartet und Menschen in Not geholfen haben...

Die Tsunamikatastrophe in Südasien 2004, die seit Jahren andauernde Not der Menschen in Syrien und im Jemen sowie Flüchtlingskrisen und Hungersnöte – man kann wohl sagen, dass unser Bündnis "katastrophenerprobt" ist. Wir wissen, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten zusammenzuarbeiten. Wir kennen und schätzen die Stärken voneinander. Dieser über Jahre gewachsene Zusammenhalt hilft uns seit Beginn der Pandemie, schnell und koordiniert Hilfe zu leisten.

Wenn Sie auf die vergangenen Monate zurückblicken: Welche drei Worte sind für Sie mit Blick auf die Pandemie bezeichnend?

Eine "Herausforderung" war und ist die humanitäre Hilfe inmitten der Pandemie. Das betrifft die Koordinierung der gemeinsamen Corona-Nothilfe unseres Bündnisses sowie die Umsetzung der Hilfe durch die Hilfsorganisationen und Partner weltweit. Insbesondere in Ländern, in denen die gesundheitliche Infrastruktur weniger gut ausgebaut ist, sind die Herausforderungen im medizinischen Bereich enorm. Hinzukommen Grenzschließungen und Ausgangssperren, die es nicht einfach machen, Menschen zu erreichen, die humanitäre Unterstützung brauchen. Hilfsprojekte müssen kurzfristig angepasst werden und ein besonderes Augenmerk ist darauf zu legen, dass auch Menschen mit Behinderung oder durch Alter und Krankheit Geschwächte Hilfe erhalten.

Wie lauten das zweite und dritte Wort?

Dann "Zusammenhalt": Zahlreiche Spenderinnen und Spender haben Aktion Deutschland Hilft unterstützt und so dazu beigetragen, Menschen in Deutschland und weltweit beizustehen, Existenzen zu sichern und Leben zu retten. Jede Spende hilft! Und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass langfristig 250 Millionen Menschen aufgrund der Pandemie Hilfe benötigen. Die Corona-Pandemie zeigt jeden Tag, was wir schaffen können, wenn wir zusammenhalten. Das bringt mich zu "Neubeginn". Ich bin mir sicher: Die Corona-Pandemie bringt auch Chancen für die humanitäre Hilfe und Katastrophenvorsorge.

Was könnten diese Chancen sein?

Wie in alltäglichen Lebensbereichen haben auch Hilfsorganisationen verstärkt auf digitale Lösungen gesetzt. Diese mussten sehr schnell gefunden werden. Beispiele sind Hotlines gegen Einsamkeit, Schulunterricht via Radio und Internet und mobile Physiotherapie. Auch die Bedeutung von Partnern, Behörden und Helfern – Frauen sowie Männern – vor Ort wird aufgrund bestehender Reisebeschränkungen zunehmen. Das ist wichtig, um die Bevölkerung vor Ort zu stärken. Und nicht zuletzt: Die Erfahrungen dieser Pandemie stärken uns mit Blick auf zukünftige Katastrophen. Es ist eine Chance, Hilfsprojekte zur Katastrophenvorsorge fortzuentwickeln und nicht zuletzt in der medizinischen Hilfe dazuzulernen.


Bildergalerie: Corona-Nothilfe in Deutschland & weltweit


Aktion Deutschland Hilft, Bündnis von 23 humanitären Hilfsorganisationen, leistet weltweit Nothilfe und Katastrophenvorsorge. Helfen Sie uns zu helfen jetzt mit Ihrer Spende!

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden, um in weltweiten Hilfsprojekten des Bündnisses die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausweiten zu können:

Spenden-Stichwort: Corona-Nothilfe weltweit
Spendenkonto: IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden