Sars-CoV-2/COVID-19Corona am Amazonas: Hilfe per Schiff

von World Vision/Aktion Deutschland Hilft

Lourdes braucht Hilfe – und das möglichst schnell. Eine Wunde an ihrem Fuß droht, sich zu entzünden. Die 49-Jährige hat Diabetes und benötigt Medikamente. Doch die nächste Klinik ist mehr als zwei Stunden entfernt und Transportmittel gibt es nicht.

Corona in Brasilien: Medizinische Hilfe fernab der Zivilisation

Lourdes lebt in einer kleinen Gemeinde am Ufer des Rio Solimões, einem Abschnitt des Amazonas in Brasilien. Die Menschen hier leben fernab von guter medizinischer Versorgung. Die 29-Jährige Célia aus dem Nachbardorf sagt: "Wenn jemand aus unserer Familie krank wird, müssen wir zum Krankenhaus von Anamã laufen, um Hilfe zu bekommen." Gerade während der Corona-Pandemie kann das dramatisch sein.

Unsere Bündnisorganisation World Vision lässt die Menschen am Amazonas nicht im Stich. Die Hilfe kommt per Schiff: An Bord sind Helfer, Ärzte und Pfleger. Patienten wie Lourdes, für die der Weg zur Anlegestelle zu weit ist, werden von Medizinern wie Rogelio Alejandro Peraza Sosa zu Hause besucht.


Bildergalerie: So leistet World Vision am Amazonas Corona-Nothilfe


An Bord des Solidaritätsschiffs ist außerdem ein Zahnarzt im Einsatz. Und Mitarbeiter von World Vision versorgen die Familien mit Nahrungsmitteln und Hygienesets. Darin enthalten sind Handdesinfektionsmittel, Flüssigseife und Masken.

Auch Aufklärung ist wichtig: "Wir sprechen mit den Menschen über COVID-19: wie es übertragen wird, wie man es am besten behandelt, wie man eine Ansteckung verhindert. Wir erklären, wie wichtig Social Distancing ist", sagt Maria Lucinete Trindade Bezerra, die Koordinatorin von World Vision Brasilien im Bundesstaat Amazonas.

Aufklärung über COVID-19 und die Rechte von Frauen & Kindern

Der Arzt Rogelio Alejandro Peraza Sosa ergänzt: "Wir sprechen in den Familien auch über häusliche Gewalt und die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Frauen." Laut dem 31-Jährigen hat Gewalt in Familien seit Beginn der Pandemie auch in der Amazonas-Region stark zugenommen

Das Coronavirus habe auch die entlegenen Dörfer erreicht. Einige Menschen hätten von grippeähnlichen Symptomen und Geschmacksverlust berichtet. Doch getestet habe man bisher nur wenige.

Hintergrund: Corona-Krise in Brasilien

Die Menschen in Brasilien sind von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen.
Mit mehr als 3,6 Millionen bestätigten Infektionen ist es nach den USA das am zweitstärksten betroffene Land weltweit. Mehr als 100.000 Einwohner des südamerikanischen Landes sind an COVID-19 gestorben.

World Vision arbeitet seit Anfang der 90er Jahre in der Amazonas-Region und warnt: Besonders die schwächsten und ärmsten Menschen, die in den Favelas und an Flussufern leben, die Migranten und Flüchtlinge sind bedroht.

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