In Indonesien werden zur Versorgung der Menschen Wasserspeicher und Brunnen gebaut. Eine Frau läuft mit ihrem Kind zur Wasserstelle.

Frauen im Fokus „War on women“ – Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem

25-11-2013

Die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft setzen sich für Frauen und Mädchen in der Demokratischen Republik Kongo ein.

35 Prozent der Frauen weltweit werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von sexueller Gewalt. Gewalttätige Übergriffe durch den Ehemann oder Partner haben ungefähr 30 Prozent der Frauen in einer Beziehung schon einmal erlebt. Mit dem jährlich am 25. November abgehaltenen Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen wollen die Vereinten Nationen auf dieses fortwährend aktuelle Thema aufmerksam machen.

Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem, auch nicht in Deutschland. In manchen Ländern allerdings nimmt sie ein überbordendes, grausames Ausmaß an - etwa in Indien, das kürzlich mit Schlagzeilen über brutale Vergewaltigungen an jungen Frauen weltweit Aufsehen erregte. In Pakistan sind Säureattacken, Zwangshochzeiten oder Steinigungen keine Seltenheit. Und nicht zuletzt in der Demokratischen Republik Kongo. Dort findet – um es mit den Worten der UN-Sonderberichterstatterin Yakin Ertürk zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ zu sagen – ein regelrechter „war on women“, ein Krieg gegen Frauen statt.

Die Demokratische Republik Kongo ist ein vielfach gebeuteltes Land. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit herrscht dort seit fast zwei Jahrzehnten ein schlimmer Krieg gegen die Zivilbevölkerung, dem seit 1998 nach Schätzungen über 5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Wie so oft in Bürgerkriegssituationen und rechtlosen Räumen sind es die Frauen und Mädchen, die der allgegenwärtigen Gewalt hilflos ausgeliefert sind: Jährlich werden dort mehr als 400.000 Frauen vergewaltigt, eine Studie von Trust Law verlieh dem Kongo den Titel des zweitgefährlichsten Landes für Frauen weltweit – nach Afghanistan. Vergewaltigung dient dort als Kriegswaffe der verschiedenen Milizen, die sich vor allem im Osten des Landes bekämpfen. Auch die Regierungssoldaten bilden da keine Ausnahme. Vergewaltigungen werden gezielt eingesetzt, um Macht zu demonstrieren und die Frauen und Mädchen, besonders wenn sie vermeintlich einer anderen Ethnie angehören, zu erniedrigen und körperlich sowie seelisch zu zerstören.

Das Ausmaß der Gewalt übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Die Problematik ist dabei überaus verworren, denn die Täter der bestialischen Gräueltaten sind oder waren oft selbst Opfer von Gewalt. Und Opfer werden wiederum zu Tätern. Die jungen Milizsoldaten haben häufig nie etwas anderes kennengelernt als Erniedrigung und körperliche Strafen. Perspektivlosigkeit, militärischer Drill und emotionale Verwahrlosung kommen hinzu. Trotzdem: Angesichts der Brutalität, mit der gegen die eigenen Landsleute, besonders Frauen und Kinder, vorgegangen wird, müssen alle Erklärungsversuche scheitern.

Die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft setzen sich seit Jahrzehnten für die Frauen im Kongo ein. Malteser International beispielsweise betreibt in Süd-Kivu im Osten des Landes ein groß angelegtes Gesundheitsprogramm mit Schwerpunkt auf der psychosozialen und medizinischen Betreuung für die Opfer sexueller Gewalt sowie für Traumaopfer. Dabei arbeiten sie eng mit lokalen Frauengruppen zusammen. Die Projekte beinhalten verschiedene Komponenten wie die Schulung von Multiplikatorinnen, Sensibilisierung der Gemeinden zum Beispiel durch Durchsagen in lokalen Radiosendern im Kampf gegen sexuelle Gewalt und direkte medizinische und psychologische Hilfe für die Opfer. Diese werden durch die Zusammenarbeit mit lokalen Vermittlerinnen identifiziert und ermutigt, entsprechende Hilfe in Anspruch zu nehmen. In ausgewählten Gesundheitszentren bekommen Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, außerdem die Möglichkeit einer PEP-Behandlung (Post Exposure Prophilaxis), um das Risiko einer möglichen HIV-Infektion zu verringern. Die Organisation World Vision ist ebenfalls seit Jahren im Osten des Kongos in Nord-Kivu aktiv und betreibt dort das Programm „Rebound". Dabei handelt es sich um ein Projekt für ehemalige Kindersoldaten, unter denen auch viele Mädchen sind, die als Sexsklavinnen in Dschungelcamps verschleppt, misshandelt und körperlich ausgebeutet wurden. Im Rahmen des Projekts erfahren die Kinder Schutz, psychosoziale Betreuung und werden so nach und nach resozialisiert. Auch CARE ist bereits seit 2002 in den Regionen Nord-Kivu und Maniema sowie in der Hauptstadt Kinshasa aktiv und betreibt unter anderem Projekte zur Beratung und Betreuung von Vergewaltigungsopfern. 

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