Im Tschad und im Sudan hat es seit Monaten nicht geregnet. Kinder sammeln trockenes Feuerholz.

Themen & HintergrundinfosDer Klimawandel und die Armut

30-03-2012

Den Klimawandel in Zusammenhang mit Armut sehen? Hat der Klimawandel nicht in erster Linie nur Auswirkungen auf die Umwelt? Richtig und falsch. Aufgrund des verstärkten Treibhauseffekts wird es auf der Erde wärmer. Infolgedessen kommt es in vielen Regionen der Erde immer häufiger zu Extremwetterereignissen. Eben diese klimawandelbedingten Dürren, Überschwemmungen und Starkniederschläge verstärken die Armut vieler Menschen weltweit. Für extreme Armut müssen somit zwar zunächst meist strukturelle Ursachen wie etwa mangelnde Demokratie und wirtschaftliche Abhängigkeiten ausgemacht werden, doch auch die klimawandelbedingten Extremwetterereignisse führen zur weiteren Potenzierung der Armut weltweit.

Um das zu verstehen, muss man sich zunächst bewusst machen, dass viele Menschen in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern – die Menschen also, die ohnehin schon am schwersten von extremer Armut betroffen sind – ihren Lebensunterhalt mit ursprünglicher Land- und Viehwirtschaft sichern. 70 Prozent der armen Menschen in Entwicklungsländern leben auf dem Land. Das eigene Feld und die eigenen Tiere sind oft die einzige Lebensgrundlage dieser Menschen. Mehr als anderswo sind diese Menschen von Wetterbedingungen abhängig, denn der Ertrag, den das Feld bringt, ernährt die ganze Familie.

Der Klimawandel und die Armut

Zu Ernteausfällen kommt es seit jeher immer wieder einmal, Dürren sind in der Menschheitsgeschichte nichts Neues und auch Überschwemmungen oder Starkniederschläge treten seit Jahrtausenden auf. Aber im Zuge des Klimawandels kommt es häufiger zu diesen Extremwetterereignissen, die immer wieder weite Gebiete zerstören – Felder und Weideflächen für das Vieh, die die Lebensgrundlage vieler Menschen in den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer sind. Bleibt die Ernte aus, weil weite Gebiete verdörren, ganze Landstriche überflutet oder die jungen Pflänzchen vom Starkregen zerstört wurden, woher dann die Nahrung nehmen um die Familie zu ernähren? Auch eventuelles Nebeneinkommen etwa durch Verkauf der landwirtschaftlichen Erträge auf dem Markt wird von klimawandelbedingten Wetterereignissen zunichte gemacht. Die betroffenen Menschen bleiben in Not und Armut zurück.

Der Klimawandel steht somit in direktem Zusammenhang mit Armut. Die Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, haben am schwersten mit den klimatischen Veränderungen zu kämpfen und zahlen oftmals den höchsten Preis. Doch auch der Umgang der betroffenen Menschen mit Umwelt und Ressourcen führt zusehends zur weiteren Zerstörung des Ökosystems. Der Boden wird meist aufgrund von akuter Not übernutzt. Abholzung und Überweidung führen zur Desertifikation weiter Gebiete und stellen die Menschen vor neue Schwierigkeiten.

Beim Klimawandel muss somit auch im Hinblick auf Armutsbekämpfung in vielerlei Hinsicht umgedacht werden. „Weil der Klimawandel die Armut verschlimmert und die Armut den Klimawandel verstärkt, müssen wir diesen Teufelskreis durchbrechen“. (Dr. Renée Ernst, Leiterin der UN-Millenniumskampagne bei der Auftaktveranstaltung des weltweiten Klima-Aktionstages 2010). Das Ökosystem muss besser geschützt werden. Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur nachhaltigeren Nutzung der Umwelt können im Kampf gegen die Armut einen entscheidenden Beitrag leisten.

Quelle: armut.de, UN Millenniumskampagne Deutschland

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