von Aktion Deutschland Hilft
Fünf Jahre nach dem Machtwechsel in Afghanistan am 15. August 2021 wird die humanitäre Lage für Millionen Menschen immer dramatischer. “Vielfache Krisen überlappen und verstärken sich, sodass sich in Afghanistan 2026 eine der größten und komplexesten humanitären Katastrophen weltweit abspielt”, warnt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin des Bonner Nothilfe - Bündnisses Aktion Deutschland Hilft.
Komplexe humanitäre Krise
Die Krise ist mehrdimensional: Zur ohnehin stark angespannten wirtschaftlichen Lage kommen anhaltende Dürrephasen in mehreren Provinzen sowie heftige Überschwemmungen, die im Juli in der Provinz Nuristan Verwüstungen angerichtet und Häuser und Infrastruktur zerstört haben. Die Hungerkrise spitzt sich immer weiter zu und trifft nach Angaben des Welternährungsprogramms mittlerweile mehr als 14 Millionen Menschen.
Auch die grundlegende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist nicht gesichert. Die Zahl der Fälle von Kinderlähmung nimmt zu. Viele Familien leiden zudem nach wie vor an den Folgen der schweren Erdbeben und Überschwemmungen des Vorjahres. Die Krise wird verschärft durch die Rückführung Millionen Geflüchteter aus dem Iran und Pakistan. Der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan führt auch zu Tausenden Binnenvertriebenen im eigenen Land. Sie alle brauchen Nahrung, Unterkünfte, Schutz und medizinische Hilfe – das erhöht zusätzlich den Druck auf die fragilen staatlichen Versorgungssysteme.
Mittelkürzungen mit drastischen Folgen
Hinzu kommen die drastischen Mittelkürzungen durch institutionelle Geber, die massive und konkrete Auswirkungen haben:
“Es gibt weniger Medizin, weniger Gesundheitsfachkräfte, weniger Ernährungshilfe, weniger Krankenversorgung und nur noch reduzierte Angebote für mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung. CARE musste allein 2026 schon 30 Kliniken schließen.”
Karl-Otto Zentel, Generalsekretär der Bündnisorganisation CARE Deutschland
Die Folgen dieser multiplen Problemlagen sind verheerend: Armut, Hunger, Krankheiten und Perspektivlosigkeit breiten sich aus, und die Frauen in Afghanistan sind in besonderer Weise betroffen.
Bündnisorganisationen: Medizinische Hilfe und Ernährungssicherung
Viele Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft sind seit Jahren in Afghanistan aktiv. So versorgt Malteser International gemeinsam mit einem lokalen Partner in sechs Gesundheitsstationen in der Provinz Balkh rund 1.800 bis 2.000 Patient:innen pro Tag. Dabei steigt die Zahl derer, die akut medizinische Hilfe benötigen.
World Vision bekämpft Mangelernährung, besonders bei Kleinkindern, schwangeren Frauen und Müttern. Vorsorge und Behandlung werden durch zielgerichtete Ausstattung von Kliniken und mobilen Gesundheitsteams sowie Ernährungsberatung bei Hausbesuchen unterstützt. Mit Dorfgemeinschaften arbeitet die Kinderhilfsorganisation auch daran, die Landwirtschaft krisenfester zu machen. Bei der Nothilfe im Erdbebengebiet Kunar steht aktuell die Instandsetzung der Wasserversorgung im Vordergrund.
CARE fördert Bildung, Ernährungssicherung und die wirtschaftliche Absicherung von Frauen. Help – Hilfe zur Selbsthilfe verteilt Hilfsgüter und Bargeld und unterstützt Kleinbauern und -bäuer:innen in der Provinz Badghis dabei, ihre landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Ziel ist, dass sie ihre Familien selbst ernähren.
Das Medikamentenhilfswerk action medeor organisiert für Patient:innen Untersuchungen, Behandlungen, Medikamente, Impfungen, Schwangerschafts-Vorsorge und -Nachsorge, Ernährungsscreenings und Ernährungsberatung. “Diese überlebenswichtigen Hilfen können unsere Bündnisorganisationen nur mit ausreichender Finanzierung leisten”, betont Maria Rüther.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet dringend um Spenden für die Nothilfe weltweit
Stichwort: Nothilfe weltweit
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