Kind steht im Jemen und hungert
© CARE/Dia Aref Aladimi

Jemen vor HungersnotCARE: Jemen vor Hungersnot, wenn nicht mehr Hilfe ankommt

10-04-2017

von CARE

Hungersnot unabwendbar

Über 17 Millionen Menschen im Jemen droht eine schwere Hungersnot, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. „Die Situation der Menschen ist katastrophal. Viele berichten, dass ihre Kinder kaum noch etwas zu trinken und zu essen haben. Wenn Krieg und Blockaden anhalten, ist eine Hungersnot unabwendbar“, mahnte heute CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel, der gerade aus dem Bürgerkriegsland zurückgekehrt ist, bei der Bundespressekonferenz in Berlin.

Je länger nicht gehandelt wird, desto gravierender die Auswirkungen

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sind von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, rund 462.000 Kinder leiden unter akuter Mangelernährung. Menschen brauchen dringend Lebensmittel, Wasser und sichere Unterkünfte. „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt mehr Gelder bereitstellen, um das Leben unzähliger Frauen, Männer und Kinder zu retten. Gemeinsam mit Konfliktparteien muss sofort an einer schnellen und nachhaltigen politischen Lösung des Konfliktes gearbeitet werden“, so Zentel. Knapp zwei Milliarden Euro werden benötigt um 12 Millionen Menschen im Jemen mit humanitärer Hilfe zu erreichen – davon sind bisher nur rund 6,6 Prozent finanziert. „Armut, Hunger und Vertreibung sind beispiellos. Je länger nicht gehandelt wird, desto gravierender werden die Auswirkungen für die Menschen im Jemen und letztlich auch die Stabilität des Landes und der gesamten Region sein.“

Akteure tragen Krieg auf Rücken der Zivilbevölkerung aus

CARE fordert die Konfliktparteien außerdem dazu auf, Blockaden von Transporten aufzuheben, damit Nahrungsmittel und lebenswichtige Importe Menschen in Not erreichen. Anhaltende Kriegshandlungen sowie kontinuierliche Angriffe auf zivile Infrastruktur erschweren den humanitären Zugang zur Bevölkerung. „Hilfstransporte müssen sich frei im Land bewegen können. Es muss ein Ende der Zerstörung von Zugangswegen geben, damit Hilfe die Menschen erreicht“, so Marten Mylius, CARE-Nothilfekoordinator im Nahen Osten. Bisher zeigten die politischen Akteure wenig Interesse an einer Lösung und tragen den Krieg weiterhin auf dem Rücken der Zivilbevölkerung aus, so die CARE-Vertreter. Die Behinderung der humanitären Hilfe müsse sofort aufhören und die finanzielle Unterstützung für Hilfsorganisationen erhöht werden. Nur so könne eine Hungersnot noch abgewendet werden.

Bündnisorganisation CARE ist vor Ort

Seit dem Ausbruch des Konfliktes hat CARE bereits über 1,3 Millionen Menschen mit dringend benötigter Nothilfe erreicht. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen verteilt CARE Nahrungsmittel und installiert neue Wassertanks, um vor allem für Frauen und Mädchen Wege zu verkürzen. Zusätzlich fördert CARE insbesondere Frauen und Mädchen mit Ausbildungsprogrammen.

Aktion Deutschland Hilft, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen,
nimmt Spenden für die Betroffenen im Jemen entgegen unter:

Spenden-Stichwort: Hunger Jemen
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX
Spenden-Hotline: 0900 55 10 20 30 (Festnetz kostenfrei, mobil höher)
oder online spenden