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Flüchtlinge SyrienDie Hölle des Krieges

21-12-2012

Syrische Flüchtlinge blicken in eine völlig ungewisse Zukunft

CHARISMA prangte Mitte November in bunten Lettern auf dem Cover des „Spiegel“. Das Nachrichtenmagazin widmete der Kunst, andere Menschen in den Bann zu ziehen, acht Seiten. Im wahrsten Sinne des Wortes charismatisch ist auch der Help-Mitarbeiter Eberhard Wissinger. Wie andere Nothelfer hat er ein sicheres Gespür für den Bedarf der Menschen in Not, aber er geht noch einen Schritt weiter: Er hilft mitten im syrischen Kriegsgebiet.

Eberhard Wissinger

Eberhard Wissinger ist sprachgewandt – aber auch humorvoll und kenntnisreich, leidenschaftlich und mitfühlend. Der 72-jährige Nothelfer hat viel zu erzählen, er war für Help in unzähligen Krisenregionen im Einsatz. Der Mann hat Erfahrung, ganz klar, sein derzeitiger Arbeitsplatz lässt trotzdem staunen: Damaskus. Man muss nicht mit ihm tauschen wollen, um dennoch zu verstehen, warum Eberhard Wissinger diese Aufgabe an diesem gefährlichen Ort auf sich nimmt. „Es macht mir Freude“ , sagt er und meint die Freude daran, Menschen in ihrer unmittelbarsten Not helfen zu können.

Wissinger pendelt von Damaskus regelmäßig nach Amman oder eben nach Beirut, um sich dort mit seiner wichtigsten Mitarbeiterin zu besprechen: Maha Telfah. Gemeinsam koordinieren sie die Wasserversorgung für rund 20.000 Inlandsflüchtlinge in den Industriestädten Al Dumayr und Adra al Oumaliya, nordöstlich von Damaskus. Rechtzeitig zum Wintereinbruch haben sie 2000 weitere Familien mit Decken, Laken und Plastikmatten versorgt. Und das unter extremen Umständen: „Die Explosionen von den Panzergranaten und den Bomben sowie das Feuer von schweren Maschinengewehren hört man den ganzen Tag“, sagt Eberhard Wissinger. „Wenn es in die Abendstunden geht und man schlafen möchte, dann knallt das nach wie vor. Jede Minute einmal. Da entsteht dann im Kopf die bittere Wahrheit, die dahinter steckt: Jeder Knall kostet Menschenleben. Das macht die Arbeit extrem schwer.“

Straßenkämpfe in Aleppo

„Wesensverändert und mit schweren Kopfverletzungen“

Damaskus, Homs, Aleppo – in den großen Städten Syriens ist die Lage vergleichbar. Tod und Zerstörung, überall. Die Menschen fliehen in alle Himmelsrichtungen: Ob Richtung Norden (Türkei), Westen (Libanon), Süden (Jordanien) oder Osten (Irak) – 458.000 Flüchtlinge harren seit Monaten in den Nachbarländern aus. Die Erzählungen aus ihrer umkämpften Heimat ähneln sich. Häufig hört man von Foltergefängnissen, aus denen Angehörige „wesensverändert und mit schweren Kopfverletzungen“ entlassen wurden – „wir wären lieber tot als in einem syrischen Gefängnis“, sagen dann die Menschen. Immer wieder beschreiben die Familien, wie sie sich mit Nahrungsmitteln eingedeckt hätten, um 10 oder 15 Tage in ihren Häusern auszuharren. Als das Bombardement aber nicht weniger wurde, hätten sie beschlossen, zu fliehen, zunächst nach Damaskus – „weil wir die Hoffnung hatten, dass es dort friedlicher ist“. In Damaskus wurde es aber nicht friedlicher, im Gegenteil.

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