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Hilfseinsatz Flüchtlinge Kongo
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Flüchtlinge Kongo

Die Demokratische Republik Kongo war im Jahr 2008 Schauplatz einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Mit dem Aufflammen massiver Kämpfe im Ostkongo, insbesondere in der Provinz Nord-Kivu, flohen von Oktober bis Ende 2008 schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen innerhalb des Landes vor Gewalt und Hunger. Das Leid der Zivilbevölkerung erreichte Ausmaße, die die Öffentlichkeit an die Schrecken vergangener Konflikte in der Region erinnerten. In dieser dramatischen Lage leisteten die Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft den Kindern, Frauen und Männern vor Ort schnelle und lebensrettende Nothilfe.

Infografik: Flucht & Binnenvertriebene in Afrika

Infografik: Flucht in Afrika

Die wenigsten Menschen, die aus ihrer afrikanischen Heimat fliehen, machen sich auf den Weg nach Europa. Hunderttausende leben als Vertriebene im eigenen Land.

Menschen sind auf einem Schlauchboot im Mittelmeer und werden aus ihrer Seenot gerettet

Wer flieht, sieht keinen anderen Ausweg

Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres Heimatlandes oder in Nachbarländer. Einige nehmen noch gefährlichere Fluchtrouten auf sich. Erfahren Sie mehr!

Nah an der Heimat, fern vom Alltag: Geschichten über Flucht und Hoffnung

Geschichten von Menschen, die nahe ihrer Heimat Schutz suchen – und durch humanitäre Hilfe, Kultur und Gemeinschaft neue Stärke und Hoffnung finden.

Ein Leben in ständiger Angst

Die Lage der Geflüchteten war durch unbeschreibliches Leid geprägt. Berichte von Helfer:innen vor Ort zeichneten ein Bild des Grauens: Sexuelle Gewalt wurde systematisch als Kriegswaffe eingesetzt, Kinder wurden als Soldat:innen rekrutiert, und unzählige Familien verloren auf der Flucht ihre Angehörigen. Besonders gefährdet waren neben Frauen und Kindern auch ältere Menschen sowie diskriminierte Minderheiten.

Besonders Kinder litten unter den Folgen von Flucht und Gewalt. Viele waren unterernährt, erkrankten an Infektionen oder hatten keinen Zugang mehr zu Bildung. Für zahlreiche Familien bestand der Alltag aus Unsicherheit, Vertreibung und dem Kampf ums Überleben. Gleichzeitig belasteten die Erinnerungen an Gewalt und der Verlust von Angehörigen die psychische Gesundheit vieler Betroffener nachhaltig.

Soforthilfe durch die Bündnisorganisationen

Um der drohenden humanitären Katastrophe entgegenzuwirken, leisteten verschiedene Bündnisorganisationen koordinierte Nothilfe in den Krisengebieten:

  • World Vision versorgte rund 40.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser und richtete in Geflüchtetencamps geschützte Räume und Kinderschutzzentren („Child Friendly Spaces“) für traumatisierte Jungen und Mädchen ein. Spiele, kreative Aktivitäten und gemeinsame Lernangebote halfen den Kindern, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und ein Stück Normalität zurückzugewinnen. Zudem wurden Hilfspakete mit Decken, Planen und Hygieneartikeln verteilt.
  • Malteser International konzentrierte sich auf die psychosoziale Betreuung von Gewaltbetroffenen und führte großflächige Lebensmittelverteilungen durch. Die Malteser versorgten mehr als 48.000 Binnenvertriebene im Ostkongo mit Nahrungsmitteln.
  • CARE errichtete Latrinen und Waschstellen in den Camps und baute in Goma ein medizinisches Zentrum auf, um die hygienische Lage zu verbessern und Kranke zu versorgen.
  • Die Johanniter unterstützten Krankenhäuser, wie etwa in Kitchanga in der Provinz Nord-Kivu, mit Medikamenten, Betten und Nahrungsmitteln, um die medizinische Grundversorgung trotz des Konflikts aufrechtzuerhalten.
  • Handicap International leistete spezialisierte Hilfe für verletzte und behinderte Menschen durch physiotherapeutische Behandlungen und chirurgische Eingriffe in Kliniken und Camps.
  • ADRA errichtete rund 1.000 Notunterkünfte für die Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten.

Effektive Zusammenarbeit im Bündnis

Die Wirksamkeit des Einsatzes beruhte maßgeblich auf der engen Kooperation der lokalen Partnerorganisationen. So bündelten etwa action medeor, arche nova, die Johanniter und die Malteser ihre Ressourcen. action medeor stellte beispielsweise medizinische Notfall-Kits bereit, die jeweils die medizinische Versorgung von 10.000 Menschen für drei Monate sicherten und von den anderen Bündnisorganisationen und Partnern vor Ort eingesetzt wurden.

Anzeichen der Hoffnung

Trotz der anhaltenden Unsicherheit gab es Anfang 2009 erste Anzeichen der Hoffnung. In einigen Regionen kehrten vertriebene Familien in ihre Heimatorte zurück. Hilfsorganisationen berichteten von einer verhalten optimistischen Stimmung. Die Sicherheitslage blieb weiterhin fragil. Viele Menschen waren weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Herausforderungen und politische Forderungen

Die Entwicklungen der folgenden Jahre zeigten, dass die Krise nicht dauerhaft überwunden war. Zwar kehrten nach den Kämpfen von 2008/2009 vielerorts Menschen in ihre Heimatregionen zurück, doch bewaffnete Gruppen blieben im Osten der Demokratischen Republik Kongo aktiv. Gewalt, Vertreibungen und humanitäre Notlagen prägten die Region auch in den folgenden Jahren.

Die Arbeit der Helferinnen und Helfer fand unter extremen Sicherheitsrisiken statt. Zeitweise mussten Büros in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, evakuiert und Mitarbeitende aufgrund der vorrückenden Rebellen in Sicherheit gebracht werden.
 


Bildergalerie: Wie wir gemeinsam schneller helfen

Männer in einem Boot liefern Lebensmittel und Wasser an überschwemmte Haushalte in Bangladesch
Männer in einem Boot liefern Lebensmittel und Wasser an überschwemmte Haushalte in Bangladesch
© MWO/LandsAid
Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme: Naturkatastrophen können verheerende Schäden anrichten. Auch Hungersnöte und Kriege sind Ursachen für großes Leid. Aktion Deutschland Hilft leistet betroffenen Menschen Nothilfe. Gemeinsam, schnell und koordinert.
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Nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen untersucht ein Arzt ein Mädchen.
Nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen untersucht ein Arzt ein Mädchen.
© Johanniter/Paul Hahn
Direkt nach der Katastrophe starten Bündnisorganisationen mit ihren Partnern vor Ort die akute Nothilfe: mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Versorgung.
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Ein Helfer gibt einem Mann in Mosambik Hilfsgüter
Ein Helfer gibt einem Mann in Mosambik Hilfsgüter
© Aktion Deutschland Hilft/Beyer
Welche ist die sicherste Abkürzung? Und welches Gemeindemitglied braucht besondere Hilfe? Darüber wissen lokale Helfer:innen am besten Bescheid. Sie sind die Ersten am Einsatzort und machen rund 90 Prozent der Hilfskräfte weltweit aus. Ihr Wissen kann im Katastrophenfall Leben retten.
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Eingangstür des Bonner Büros von Aktion Deutschland Hilft
© Aktion Deutschland Hilft
Nachdem die Nachricht von der Katastrophe das Büro von Aktion Deutschland Hilft erreicht hat, planen die Organisationen des Bündnisses gemeinsam die Hilfe. Dabei lassen alle ihr Wissen einfließen, um die Hilfe schnellstmöglich auszuweiten.
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Ein Helfer im Libanon teilt Reis an Geflüchtete aus
© Help – Hilfe zur Selbsthilfe/Goodwill Caravan
Außerdem wendet sich Aktion Deutschland Hilft mit einem gemeinsamen Spendenaufruf an die Öffentlichkeit. Bündnisorganisationen und ihre lokalen Partner weiten die Hilfe aus. Wenn nötig, brechen Expert:innen und Medienteams ins Katastrophengebiet auf.
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Hilfslieferungen erreichen Menschen in Simbabwe
© Aktion Deutschland Hilft
Essen, Matratzen, Kleidung und Seife: Die meisten notwendigen Güter beschaffen die Hilfskräfte auf lokalen Märkten. Das stärkt die Wirtschaft des von der Krise betroffenen Landes.
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Eine Frau mit ihrem Kind erhält nach dem Erdbeben in Myanmar eine Hilfslieferung von World Vision
© World Vision
Was im Katastrophengebiet fehlt, beschaffen die Bündnisorganisationen in Deutschland: Per Hilfstransport werden überlebenswichtige Güter wie Medikamente ausgeflogen.
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Helferinnen in Syrien prüfen bei einem Kind den Grad der Unterernährung mit einem Hungermaßband
© Help - Hilfe zur Selbsthilfe
So lange, wie es notwendig ist, versorgen Helfer:innen die betroffenen Familien mit sauberem Trinkwasser, Lebensmitteln und weiteren Hilfsgütern.
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Frauen und Kinder flüchten mit ihrem Hab und Gut aus dem Sudan
© World Vision/Jon Warren
Oft verlieren Menschen bei großen Katastrophen ihre gesamte Lebensgrundlage. Oder sie haben kein Zuhause mehr, weil sie fliehen mussten. Unser Bündnis unterstützt sie mit Notunterkünften.
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Ein Junge und zwei Mädchen aus der Ukraine formen ein Herz mit ihren Händen
© arche noVa
Mit mobilen Kliniken erreichen Helfer:innen auch Familien in abgelegenen Gebieten. Außerdem errichten sie Child Friendly Spaces – also Orte, an denen sich auch die Kleinsten in Sicherheit fühlen.
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Nach dem Taifun Haiyan 2014 bauen Helfer neue Häuser auf
© Aktion Deutschland Hilft/Zanettini
Wenn das größte Leid gelindert ist, beginnt der Wiederaufbau. Auch das geschieht Hand in Hand mit lokalen Helfer:innen. Das Aktionsbüro in Bonn koordiniert die bündnisübergreifenden Hilfsmaßnahmen.
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In Haiti üben Schüler:innen das richtige Verhalten bei einer Naturkatastrophe
Wir können Katastrophen nicht verhindern. Doch mit Katastrophenvorsorge helfen wir Menschen, sich besser darauf vorzubereiten. Solche Hilfsprojekte gibt es weltweit. Gemeinsam sind wir schneller als die Katastrophe!
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Rückblickend zeigt der Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo, wie lebensnotwendig schnelle und koordinierte Hilfe ist. Dank der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender konnten die Bündnisorganisationen inmitten von Krieg und Vertreibung Lichtblicke schaffen und Tausenden Menschen das Überleben ermöglichen.

Vielen Dank, dass Sie die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo unterstützen.

 

+++ Spendenaufruf +++

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