von LandsAid
Ein Jahr nach den schweren Erdbeben in Myanmar zeigt sich: Der Wiederaufbau wirkt – dort, wo Hilfe gezielt ansetzt und Menschen aktiv einbezogen werden. Die Hilfsorganisation LandsAid e. V. unterstützt gemeinsam mit Projekt Burma e. V. und der lokalen Partnerorganisation Building Better Societies (BBS) den Wiederaufbau in der besonders betroffenen Inle‐See‐Region. Im Fokus stehen nachhaltige Einkommensmöglichkeiten und eine verlässliche Versorgung mit sauberem Trinkwasser.
Vom Schock zur Perspektive
Das Erdbeben vom 28. März 2025 mit einer Stärke von 7,7 zerstörte innerhalb weniger Sekunden ganze Existenzen. Besonders in der Region rund um den Inle‐See brachen zentrale Wirtschaftszweige weg: Webereien verloren ihre Produktionsgrundlagen, landwirtschaftliche Betriebe ihre Ernten und Geräte, kleine Unternehmen ihre Märkte. Für viele Familien bedeutete das den vollständigen Verlust ihrer Lebensgrundlage.
Hier setzt das Projekt an: Statt kurzfristiger Hilfe steht die nachhaltige Wiederherstellung wirtschaftlicher Strukturen im Mittelpunkt. Insgesamt sollen 22 kleine und mittlere Unternehmen sowie landwirtschaftliche Betriebe beim Wiederaufbau unterstützt werden. Ergänzend erhalten besonders betroffene Familien gezielte Starthilfen, um eigene Einkommensquellen aufzubauen.
Hilfe, die trägt und weiterwirkt
Die finanzielle Unterstützung ist bewusst an klare Strukturen gebunden: Alle Begünstigten nehmen an Schulungen zu Geschäftsplanung und Finanzmanagement teil und entwickeln eigene Businesspläne. Erst dann
erhalten sie gezielte Zuschüsse.
Die Ergebnisse zeigen, wie wirksam dieser Ansatz ist:
„Eine Weberin konnte eine neue Weberei aufbauen, ein Landwirt investierte in Saatgut und erzielt bereits erste Erträge, andere gründeten kleine Betriebe – von Druckservices bis hin zur Lebensmittelverarbeitung.“
Carola Gerhardinger, LandsAid
Aus einmaliger Unterstützung entstehen so langfristige Perspektiven.
Sauberes Wasser als Schlüssel zur Stabilität
Parallel dazu verbessert das Projekt die Trinkwasserversorgung in vier besonders betroffenen Dörfern. Solarbetriebene Wasserfiltersysteme bereiten bis zu 500 Liter sauberes Wasser pro Stunde auf, rund 4.000 Menschen profitieren davon. Gleichzeitig wird die Wasserversorgung so aufgebaut, dass sie dauerhaft funktioniert: Von der Verteilung über die Qualitätskontrolle bis hin zur Wartung übernehmen die Gemeinden schrittweise selbst Verantwortung.
Ein zentraler Erfolgsfaktor: Wasserkomitees organisieren Betrieb und Wartung, finanziert durch kleine Nutzerbeiträge. Die Gebäude für die Anlagen errichten die Gemeinden eigenständig. So wird nicht nur der akute Bedarf gedeckt, sondern auch eine nachhaltige Grundlage für Gesundheit und Stabilität geschaffen.
“Mich hat beeindruckt, wie viel Eigeninitiative darin steckt”, betont Gerhardinger. “Die Menschen bauen nicht nur ihre Existenz wieder auf – sie entwickeln gemeinsam Lösungen, die langfristig funktionieren. Genau das macht den Unterschied.”
Starker lokaler Partner, wirksame Umsetzung
Die lokale Organisation BBS steuert die Aktivitäten vor Ort. “Die Projektmaßnahmen sind gut strukturiert und greifen ineinander. Schon rund zwei Drittel der vorgesehenen Mittel wurden zielgerichtet eingesetzt”, berichtet Gerhardinger.
Bereits unmittelbar nach dem Erdbeben hatten LandsAid und Projekt Burma gemeinsam mit BBS Soforthilfe geleistet. Das aktuelle Projekt baut darauf auf und führt die Unterstützung konsequent weiter – mit einem klaren Ziel: Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Zukunft wieder selbst zu gestalten.
Das Projekt wird unterstützt durch Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis der Hilfsorganisationen, dem LandsAid seit 2012 angehört.
Hintergrund
Am 28. März 2025 um 7:21 Uhr (MEZ) erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,7 die Region nahe Sagaing und Mandalay in Myanmar. Wenige Minuten später folgte ein weiteres starkes Beben mit einer Stärke von 6,7. Die Erschütterungen waren weit über die Landesgrenzen hinaus zu spüren – unter anderem in Thailand, China, Vietnam sowie Teilen Süd‐ und Südostasiens.
Die Folgen waren verheerend: Hunderttausende Menschen waren betroffen, tausende Häuser wurden zerstört, wichtige Infrastruktur beschädigt oder vollständig vernichtet. Straßen und Brücken brachen zusammen und erschwerten Rettungs‐ und Hilfsmaßnahmen erheblich. Viele Menschen verloren ihr Leben oder wurden verletzt.
Tausende auf Hilfe angewiesen
Besonders stark betroffen ist die Region rund um den Inle‐See. In der Gemeinde Nyaung Shwe kamen schätzungsweise 90 Menschen ums Leben, Tausende weitere sind weiterhin auf Hilfe angewiesen. Zahlreiche Dörfer sowie die touristische Infrastruktur wurden schwer beschädigt.
Traditionelle Webereien verloren ihre Arbeitsgrundlagen, Lebensmittelproduktionsstätten wurden zerstört, landwirtschaftliche Betriebe büßten Ernten und Geräte ein. Lieferketten brachen zusammen, Märkte funktionieren nur eingeschränkt, und viele vom Tourismus abhängige Betriebe verloren ihre wichtigste Einnahmequelle.
Unterstützung durch Wiederaufbauprojekt
Hier setzt das Wiederaufbauprojekt an: Es unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen in Handwerk, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion durch direkte Zuschüsse und begleitet sie beim Neustart. Ergänzend wird der Zugang zu sauberem Wasser durch solarbetriebene Filtersysteme nachhaltig verbessert.
Die Ausgangslage bleibt schwierig: Das Bürgerkriegsland Myanmar ist bereits seit Jahren von Konflikten, Vertreibungen und Naturkatastrophen geprägt. Das Erdbeben hat die humanitäre Situation weiter verschärft. Viele Menschen sind noch immer obdachlos, und der Zugang zu sauberem Wasser ist in vielen Regionen nicht gesichert – mit gravierenden Folgen für Gesundheit und Lebensbedingungen.
+++ Spendenaufruf +++
Aktion Deutschland Hilft, Bündnis der Hilfsorganisationen,
bittet um Spenden für die vom Erdbeben betroffenen Menschen in Myanmar.
Stichwort: Erdbeben Myanmar
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC: BFSWDE33XXX






